Nomadland

Meine Motivation diesen Film zu schauen war die Neugier warum dieser Film den Oscar bekommen hat, also es war die Matrixenergie die mich anzog. Anonsten hatte ich keine Resonanz zu dem Film, der auch gut im Arte Mittagsprogramm laufen könnte von der Frequenz her, abgesehen davon, dass er amerikanisch war. Die Oscarverleihungen haben mich schon oft gewundert, es war so oft nicht synchron mit meinen Kriterien für einen guten Film. 12years a slave, no country for old men, Parasite.

Ich hatte die Spirit Family im eine Woche vorher soweit, dass wir uns geeinigt haben den Film am Familyabend letzten Dienstag zu schauen. Was dann geschah war ein phänomen was mein autistischer Anteil kaum aushalten konnte. Es wurden zwei Stunden lang Vorschläge gesammelt und verworfen, weil wir keinen Konsens fanden. Am Ende wurd es Matrix Teil eins, obwohl alle bis auf eine diesen Film schon gesehen hatte. Aber OK. ich ziehe mir jetzt noch Teil zwei und Teil drei rein bevor ich dann zur Matrix 4 Premiere …. äh nicht gehen werde, weil der Staat sagt, ne ich bin ein böser Junge, weil du dein Recht auf körperliche Selbstbestimmung nutzt, und ich darf keine Filmpremieren mehr im Kino schauen als kleine Rute passend zu Weihnachten, wo die Premiere von Matrix 4 kommt.

Zufällig kam Nomadland heute in nem Friedrichshainer Kino. Ich war erst gestern in Neukölln. Hatte mir erstmalig einen Schnelltest gegönnt, weil der am Herrmanplatz nur 4€ kostete und ich versuche mich jetzt noch mit Kino zu vorzusättigen bevor ich ab Montag nicht mehr darf.

Gestern gab es „Last Duel“, ein paar Worte dazu, packe ich mal ins PS. Jetzt aber meine Reflektionen zu Nomadland. Enthält durchweg #Spoiler zum Inhalt und Vorkomnissen. Es gab aber „keine“ Story!

Nomadland“: Oscarprämiertes Drama als 4K/HDR-Stream und auf Blu-ray –  Surround Sound Info

Es ist schwer zu greifen was es war, kaum zu definieren: es war nicht wirklich ne Doku, es war kein Film, es war auch keine scripted Reality und gleichzeitig muss es ja irgendwie ne Mischung aus diesen drei Sachen gewesen sein. Schwer greifbar, ein Stil-Durchbruch in der Filmmatrix und gleichzeitig immer noch irgendwie absurd für meinen Mind, dass dieser Film einen Oscar bekommen hat und dass diese Regisseurin von diesem Film sich zu Marvels Eternals hochleveln konnte.

Der Film ging um den White Trash in den USA. Ein Typisches Symbol ist auch der Line Dance. Es geht um Ausstieg, um eine toxische Freiheit. Es berührte einen Anteil in mir, der auch aussteigen will, der sich mehr mit der Natur verbinden will. Der wohlstandskritisch ist und diesen toxischen Wohlstand zerstören will, weil der Konsum trennt und unseren Lebensraum sosehr belastet, dass es unsere Physis wiederum bedroht. Ich hatte auch gerade eine Frau in einem Facebookdisput, die aus eigenen wirtschaftlichen Gründen für die Impfpflicht ist, also ihr Gut von Wirtschaftlichkeit über das Gut von körperlicher Unversehrtheit von anderen stellt. Aber gut anderes Thema, aber das ist ein gutes Beispiel dafür, was in der Matrix nicht stimmt.

Ich sah eine Frau mit einem enormen Wurzelchakrathema. Sie wurde Nomadin in ihrem Van, was ihr neues zu Hause war, weil sie einen festen Schlafplatz nicht ertragen konnte. Soviel Schmerz hinter dieser Leere. So viel Unfähigkeit, soviel Überwältigung bei der Vorstellung, da ranzugehen. Und es war kein wirkliches Aussteigen. Was wenn die Reparatur deines Vans mehrere Tausend Dollar kostet und es nicht nur ein austauschbares Fortbewegungsmittel ist, es ist dein zu Hause, das über Jahre ausgebaut wurde und wo viel Anhaftungsenergie drin steckt.
Solange du noch Geld brauchst, bist du drin im System. Sie wurde bei vielen Jobs gezeigt, dem Druck Niedriglohnarbeit anzunehmen bei Amazon und woanders vollgekotzte Toiletten putzen. Sie war immer noch in diesem Teufelskreis und hey es ist OK zu arbeiten und zu dienen, auch vollgekotzte Toiletten putzen, aber am Ende musste sie sich doch was leihen. Bei ihrer Schwester, die Wohlstand mit einem Immobilienmakler in einem tollen Haus leben konnte. Sie konnte fühlen. Sie konnte ehrlich sprechen, sie konnte geben und anbieten, sie konnte ihren Schmerz auf der Beziehungsebene ausdrücken. Die Systemfrau war in gewissen Punkten freier als die Aussteigerin, auch wenn klar ist, dass diese Freiheit ihren Preis hat. Es war dann auch wieder für mich krass zu sehen wie wichtig die Wärme des Wohlstands ist, obwohl unser Wohlstand so toxisch ist. Das Aussteigen kann ganz schön kalt machen, kann ein Flüchten sein. Die Leute aus der Aussteigercommunity hingen da den ganzen Tag rum in der Sonne, es gab einmal einen Chi-Gong Workshop im Hintergrund, immerhin, und kleine howtodo/surviveworkshops zum Thema Toiletten oder Autoreparaturen und viel Trödelhandel. Ganz anders als die Wohlstandshippies vom Rainbow Gathering. Da is junge frische Energie, weil es für die meisten nur ein partielles Happening im Sommer ist und sie sich im System wieder aufwärmen können bevor es wieder in die Natur geht zu den coolen Leuten mit geilen Workshops, wo mensch über das Babylon, das System abkotzen kann, das einem auch soviel gibt. Es ist wirklich ein krasser Unterschied, ob du eine Community aus einer Fülle gründest oder aus einem Mangel.

Dieser Film triggerte meinen Widerstand gegen Banalität. Dieser Smalltalk, diese Untiefe, kein vergleichbares Bewusstsein über Traumata, Blockaden, Chakren, dass ich in meiner Spiribubble kreieren konnte. Stattdessen dann so pseudophilosophische Aussteigerrhetorik, die vom Hamsterrad und den Ausgestoßenen spricht und auch nur eine Community als Alternative anbieten kann in der sozialer Zusammenhalt aus der Not entsteht. Es gibt ein bißchen Wärme über ne Suppenausgabe. Vegan oder mit Fleisch, immerhin. Aber das tiefe Bedürfnis nach Kontakt kann auch nicht erfüllt werden. Aber das ist auch meine Projektion. Ich mache auch sovieles und mein tiefes Bedürfnis nach wahrhaftig nährendem Beuziehungsraumfüllenden Kontakt erfüllt sich auch nicht wirklich, weil ich meinen Mangel aus der Kindheit verschleppe. Wohlgemerkt ich sitze da alleine im Kino. Freitags um 11:00 und schreibe jetzt in die Social Media-Matrix hinein anstatt dass ich da mit einer Freundin oder Freund_innen gewesen bin und mich direkt im Anschluss zwischenmenschlich spürbar ausgetausch hätte. Menschen die mich sozial regulieren, wenn ich über meine Reflektionen sprechen, die mir emotional Grenzen geben, wenn ich zuviel schreibe. Hier allein vor meinem Laptop gibt es keine Grenzen. Die Leute können lesen oder wegklicken, ich kriege vielleicht nen Like oder nen Kommentar als Feedback, aber viele Reaktionen auf meinen Text werde ich nicht spüren oder mitbekommen.

Es geht immer noch viel um Gegenstände, um Besitz von banalem Scheiß: um White Trash im doppeldeutigen Sinne des Wortes, für die teils Stores gemietet werden, für Hausrat, der nicht in den Van passt. Trash, alte vererbte oder auf dem Flohmarkt erworbene Gegenstände, die trotz Platzmangel aufbewahrt werden und besetzt sind mit energetischer Anhaftung, Sehnsüchten und Klammern an schönen Erinnerungen, kenne ich auch von mir und meinen Gegenständen, und wo der Loslassprozess dadurch entsteht, dass ein Fremder diese Teller versehentlich kaputt macht und dieser Loslassprozess von einer krassen Spannung übertüncht wird.

Dieses Leben. So voller Banalität und Sinnlosigkeit und dann kommt Krankheit und Tod. Krebs. Noch 7 Monate zu leben. Zu wissen, dass mensch in wenigen Monaten stirbt und selbst dann bleibt das Leben banal. Ein Mann redet über den Suizid des Sohnes, Schmerz quillt aus seiner Stimme. Es berührt, aber er verrent sich dann gleich in Floskeln, weil er nicht innehält, weil er weiterredet. Seine „klugen“ Worte, die er über den Schmerz packt, auch so banal.

Erinnerungen bleiben… oder auch nicht. Wieviel hast du jetzt schon vergessen von deinem eigenen Leben? Trauer, Schmerz. Und zack das wars. Dann wirst du wieder eins mit der Wüste, mit dem Meer, mit der Luft, mit dem Universum.

Ich habe jetzt sehr oft das Wort Banal benutzt, wa? Und ja, die Banalität, so sehr ich sie hasse, hat mich auch berührt. Da waren diese kleinen Momente von Verbindung, die kleinen Momente von Schmerz, die Spannung, das Unbewusste, ein Rumhüpfen zwischen den Felsen, die kleinen Momente von unbeholfenem Flirten und Annähern, mögen ausdrücken, die banalität eines authentischen Lächelns mit einer Kollegin, dem kleinen Späßchen sich mit Müll, der gerade eingesammelt werden muss zu bewerfen.

B A N A L I T Ä T… W T F

Ich renne in meinem Leben davor weg. Halte sie nicht aus und suche das krasse, suche die Energien, connecte mich mit dem Feld, mit Workshoptiefe, mit Ritualen, mit Devas und suche das Besondere, suche das Komplexe, das Mentale, das Verstrickte, die Lösungen, das Verstehen, die Konflikte…. Alles ist mir lieber als die Banalität des Lebens zu akzeptieren. Zu akzeptieren, dass ich banal bin.

Die Wüste, die Berge, das Meer, die Luft, der Sternenhimmel als Setting für all das beschriebene bisher. Eine bedrückende Weite wurden fantastisch eingefangen als Rahmen das Wesen Mensch außerhalb von Urbanität.

Letztens visualisierte ich in meinem Prozess in meinem sehr dunklen rechten Oberkörper, der für meine männliche Seite steht, dass ich mich mit der Wüstenenergie von Afghanistan verbinden darf. Ganz viel Weite, ganz viel Leere, ganz viel Shiva-Energy. Die Wüsten bringen dich ganz nah an die muslimische, sehr männliche Version von Gott. Wenig Pflanzen-Natur, wenig Shaktienergie. Ich habe so heftigen Widerstand, wenn ich mit meiner Berlinsozialisation sehe, wie sie da in den Bergen hausen, aber es ist ein Teil von mir, auch wenn ein komplett unterdrückter.

Im Übrigen tauchten quasi keine Kinder und Tiere auf, höchstens als Essen oder nen paar Hasen, die an Krokodile verfüttert wurden. Fand das auch nochmal auffallend erwähnenswert. Immerhin konnte ich heute mal auf einen Absatz zu Gender verzichten, weil das auf eine angenehme Art und weise gar kein Thema war. Skandal. Aber auch das war erfrischend und für diesen Punkt freue ich mich, dass dieser Film so viel Wertschätzung bekommen hat. Es gibt das Feindbild des weißen Mannes und hier wurde die Marginalisierung des White Trashs kommentarlos ohne einordnende OFF-Stimme, ohne politische Korrektheitsthemen einfach nur dargestellt. Niemand wurde erzogen. Auch das ist erfrischend neu, weil in ihrem neuen Film Eternals musste die Regisseurin ja natürlich mit Behinderten und Schwulenquote glänzen.

Kann ich ne Empfehlung abgeben? Nein. Kann mensch schauen, muss mensch aber nicht und wenn ihr ihn schaut, dann ist nur drauf einlassen wichtig und mensch muss sich von seiner Filmkonditionierung ein wenig frei machen: keine schnellen Schnitte, keine Storyline, kaum Beziehungsdynamik, nur viel Ruhe und die Schönheit der Banalität des Lebens.

Aho

PS:

Ich habe the Last Duel geschaut mit Matt Damon, Adam Driver und Ben Affleck. Der Film hatte so seine Momente, aber auch seine Schwächen, leider bin ich in OmU gerutscht, weil Google das nicht anzeigt obs Deutsch oder OmU ist (ist mir bei Nomadland wieder passiert, jetzt zum sechsten Mal oder so). Es berührte, dass es auf einer sicen wahren Begebenheit beruhte.

Ich rege mich ja heute schon krass auf, wie das aktuelle System in die körperliche Unversehrtheit eingreift, da ist ne absolute Grenze, die Matrix kann viel bestimmen, aber nicht in unsere Körper eingreifen. Da hört es auf. Aber was hier passiert ist nen Witz dagegen wie das Mittelalterrechtssystem in die körperliche Unversehrtheit eingriff. Die Story ist, dass die Schuld oder Unschuld einer vergewaltigten Frau mit einem Duell von zwei Männern festgestellt werden musste. Das war dann die göttliche Entscheidung, weil vorher Wort gegen Wort stand. Verliert ihr Mann, wird sofort der Scheiterhaufen angezündet, weil sie einen Mann „zu Unrecht“ beschuldigt hat, gewinnt ihr Mann, geht sie als gefeierte und geehrte und unschuldige Frau. Das war schon krass an diesem Film, sich für diesen Rechtsweg zu entscheiden. Ich bin gerade bei einem Widerspruch zu einem Ordnungsgeld, wegen keine Maske tragen. Mein Risiko sind höhere Gerichtskosten, wenn ich verliere. Ihr Risiko war es bei diesem Rechtsweg ihr Leben und das ihres Mannes zu verlieren als Alternative zu das Unrecht hinzunehmen und den Täter davonkommen zu lassen.

Mein Hauptkritikpunkt ist, dass die Geschichte aus drei Perspektiven erzählt wird und ich kaum Unterschiede erkennen konnte und ich somit dreimal die gleiche Geschichte serviert bekommen habe. Fand das ehrlich gesagt ein absurdes Stilmittel um Raum zu füllen und dieser Kniff war ziemlich misslungen. Krass fand ich, dass unter diesen Gegebenheiten der Mut aufgebracht wurde, sich für das Recht einzusetzen, was mit einem Sterberisiko verbunden war.

The Last Duel | 105'5 Spreeradio
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