Politische Sozialisation

Ich exisitiere und in meinem Mentalkörper läuft ein nahezu ununterbrochenens politisches Reflektionsprogramm. Voll unspirituell. Das Gegenteil von Stille. Eine enorme Nachrichtensucht und viele Alte Einordnungsprogramme in mir durch das die ganzen Informationen fließen. Es gibt mir Halt. Ich denke, also bin ich.

Ich bin hier in diese Welt hineingeboren. Die ersten 30 Jahre mit relativ unbewussten Familienissues. Ich war da, ich war traumatisiert, ich war nicht in mir gehalten und geliebt. Meine afghanisch, väterlichen Anteile musste ich vollends unterdrücken. Das männliche/Väterliche steht auch für den Zugang zum Weltlichen. Diese Instanz fehlte in mir. Es gibt ja die Theorie in Linken Rassismusdiskursen, dass als Ausländer gelesene Menschen, sich oft ganz besonders Deutsch verhalten. Sich in einer Überanpassung deutsche Patterns aneignen in der unterbewussten Hoffnung, die gleiche Anerkennung zu bekommen vom Umfeld von Biodeutsche. Der Kampf um die Zugehörigkeitsanerkennung die Biodeutschen anderen Biodeutschen automatisch geben.

Ich wollte auch ein ganz besonders guter Deutscher sein. Ich bin enorm identifiziert, weil ich mir viel äußere Räume als Identifikation in mein System gezogen habe, weil da ne Grenzenlosigkeit, eine Männliche Nicht-Identifkation vorhanden war. Ich habe gelitten und immer wieder das unbewusste Gefühl von „nicht verstehen“/verstehen wollen, das mich auf meinem äußeren/dissoziiertem Weg nach Identität getrieben hat. Ich habe mich in wirklichen vielen Energiefeldern aufgehalten, viele Erfahrungen gemacht und sie dadurch auch integriert. Ich war kein Mensch, der in seiner Mitte war und daher habe ich mich auch immer von ungehaltenen Rändern angezogen gefühlt.

Ein spannender Aspekt war auch immer meine ambivalente Beziehung zu Regeln und Hierarchien und Führung. Ich war Regelbrecher, vor allem da, wo ich an den Regeln nicht partizipieren konnte. Dazu gehören heutzutage bspw. Corona-Zwangs-Verordnungen, die ich als Übergriffig empfinde, weil ich keine Mitsprache hatte und die verantwortlichen Parteien auch nicht gewählt habe.

Ich habe in meiner Jugend Fussball gespielt. Nicht sonderlich gut. Habe 7 Tore in meinen Vereinsligagroßfeldspielen geschossen. Irgendwann zog es mich zur Schiedsrichterausbildung. Ich war dann der Typ, der auf die Regeln in der Begegnung von 22 Männern oder Frauen (Plus Ersatzspieler_innen und Publikum) in einer Machtposition mit Pfeife, Kenntnis, Entscheidungsgewalt und Präsenz umsetzte. Ich bekam damals eine Aufwandentschädigung von 17 bis 21 Mark.

Später habe ich gepokert. Ich liebe dieses Spiel. Das spirituellste überhaupt. Ich hatte eine phänomenal überdurchschnittliche Quote bei Sachpreisturnieren in den Sachpreisrängen zu landen. Wenn es dann um Geld ging, war ich immer noch ein Plusspieler, aber die Quote war geringer und ich hatte nicht die Bankroll. Auf höherwertigen Geldlevels war ich auf einmal der Fisch, der ausgespielt wurde. Es ist enorm was es auch im Poker für einen Leistungsunterschied gibt. Von Wegen Glück, so ein enormer Faktor mit der Skillz und Präsenz und dem gesamten Körpereinsatz zu spielen. Auch hier landete ich irgendwann in der Rolle des Dealers. Machte eine Ausbildung und war dann Kartengeber und sorgte für Focus und Einhaltung der Regeln und Flow am Pokertisch.

Hier sitze ich bei einem Juice-Pokerturnier am Potsdamer Platz neben der späteren zweifachen Europameisterin und Millionärin Sandra Naujoks.
Hier bin ich als Dealer – bei einer Art Deutschen Meisterschaft der Poker Bundesliga – rechts im Bild. In der Mitte, der Handballsuperstar Stefan Kretzschmar.

Einen Stellvertretenden Klassensprecher brauche ich kaum erwähnen, aber das Muster zog sich später durch. An meiner Alice-Salomon-Fachhochschule zog es mich über das Studierendenparlament bis hin zum höchsten Gremium der Hochschule als studentischer Vertreter im Akademischen Senat.

Ende 2011 besuchte ich meinen ersten spirituellen Workshop. Seit 2012 bin ich Teil des spirituellen Gruppentreffens und war Teil der Community, die das SPIRIT BERLIN gehalten hat. Auch hier entwickelte ich mich vom Teilnehmer zum Raumhalter und ich finde es ein krasses Pattern in meiner Sozialisation, weil auf der Traumataebene ist mein Hauptproblem, dass ich mich selbst zum Teil nicht halten kann. Das gilt vor allem für meine rechte physiche Seite, die sich von Becken bis Kiefer zu jeden Zeitpunkt energetisch anders anfühlt als meine linke weibliche Seite.

Aber darum geht es heute in diesem Artikel nicht. In meinen ADS-Fantasien kreist der Impuls mich öffentlich mit Wortbeiträgen zu zeigen. Mit Gedanken, Reflektionen und Einordungen zu Politik und Wahlen. Wir leben in rauen Zeiten. Zum einen kann ich die äußere Welt als hart einordnen. Ich weiß, dass ich, wenn ich mich mit meinen Metamentalen und spirituellen Anteilen zeige, die ich mir auch angeeignet habe und jetzt auch in meinem Superego Teil meiner Identität sind in die ich die äußere Welt einorde, dann bin ich schnell der Schwurbler und ich weiß, dass ich sehr verständnisvoll für die Ränder bin. Immer mit der Energie, dass da einfach nur Energien sind, die gesehen und geliebt werden wollen anstatt aus der Mitte von den Menschen abgespaltet. Aber wir haben hier enorm viele Toxische Bashingprogramme installiert bekommen. Deutschland ist ein Land mit einer vergleichbar hohen Meinungsfreiheit. Und weil es eben nicht die staatlichen Behörden sind, finden die Zensurfrequenzen anders ihre Wege um Kontrolle auszuüben und unbequeme Diskurse zu unterbinden. Eine Schere im Kopf entsteht, weil es Angst um ganz klare soziale Konsequenzen wie Arbeitgeberbeziehungen geht.

Meine Gedanken zu aktuellen Themen sind gecharged mit persönlichen Identitätsanteilen und damit die Energie irgendwann mal sauberer wird und ich nur wirklich nen aktuellen Bezug herstelle, muss mein erster Artikel einfach mal knallhart nur den Fokus auf mich und meine politische Vergangenheit haben. Ich habe gestern Nacht mir mit mir alleine ein Zoom aufgemacht und bin auf aufzeichnen gegangen und habe einfach losgeredet. Es wurden 1:57 Stunden, die ich in ner Flowenergy geredet habe. Ich bin finanziell schwach und habe kein Smartphone. Die Bild und Soundqualität ist unter aller Sau. Nen zwei Stundenvideo mit dieser Qualität zu veröffentlichen wäre ne Frechheit. Von der Energie ist es einerseits nehmend. Es ist ein bißchen Therapie für mich. Im Alltag habe ich wenige Leute, die mein Rede- und Austauschbedürfnis und meine rededominante und tiefe und fundierte und von vielen systemischen Perspektiven beleuchtende Art halten können, zumal es nicht ein leichtes Synchrones Gespräch ist, wo viel gemeinsames Fundament da ist, sondern ich mich auch vom Fundament fundamental von anderen unterscheide. Und meine Fundamente sind immer wichtig, um meine Positionen einordnen zu können. Meine Positionen ohne die entsprechende Fundamente und Wertvorstellungen dahinter können sehr schnell weird wirken. Deshalb neige ich dazu, wenn ich ne Position habe, sehr viel dazu erklären zu müssen, mit leichter Neigung mich schon zu rechtfertigen.

Es ist auch ne Energie von festgehaltenen Identifikationen aus der Vergangenheit. In meinem System kommen immer wieder auch Sterbeprozesse, aber ich gehe nicht durch, weil ich Angst vor der Stille und dem Identitäts und Haltverlust habe. Alle meine Konstrukte in die ich viel mentale Kraft investiert habe, mein Grübeln, gibt mir auch Halt. Wenn ich das loslasse und schaue, wer ich unabhängig davon bin, werde ich ein ganz ruhiger Mann, der relativ wenig Impulse hat im Vergleich zu meiner mentalen ADHS-Mentalität und ich bewerte das. Ich habe noch Angst davor und entscheide mich jetzt rauszuschreiben auf dem Weg meines Loslassens. Weil über nen Prozess kriege ich das eh nicht losgelassen. Es hängt einfach zu fest. Seit Jahren. Ich bin also auch in der Frequenz eines Opas, der viel von früher erzählt. Im besten Fall ist mein Artikel nicht nur nehmend, vielleicht unterhält er ja und vielleicht ist es ja auch interessant und bereichernd meine Gedanken zu lesen. Ich habe nicht die Perspektive zu sagen, ob ich wirklich einfach nur fucking krank bin oder ob nicht hinter meinen tiefen Gedankenschlaufen Geschenke stecken, die der Mainstream jetzt nur noch nicht nehmen kann und deswegen als krank und abweichend und Randerscheinungsgeschwurbel abwerten muss. Mir gefällt meine Rolle auch nicht so sehr. Ein teil von mir wäre auch gerne in der bürgerlichen Mitte, hätte Frau und Kinder und einen erfüllenden Job, in dem ich ich mich wertvoll und anerkannt und wachsend fühlen würde und das Geld zu mir fließt und ich voll die schönen Impulse habe mein Geld wieder zurück in die Welt fließen zu lassen für Schönheit, Massagen und Wohlstand und Reisen.

OK ich starte Mal:

Unpolitisches Elternhaus

Gestern vor dem Video, stellte ich mir erstmalig die Frage, was meine Mutter wählt. Ich weiß es nicht und kann es auch nicht erraten oder erfühlen. Wir haben so weit ich mich erinnere nie darüber geredet. Obwohl, als ich grüner Kandidat 2006 und vielleicht auch 2011 war, habe ich sie bestimmt gebeten die Grünen zu wählen, zumal sie auch in meinem Bezirk wahlberechtigt war. Aber da habe ich dann mit ihr geredet und nicht zugehört.

Als Kind oder Jugendlicher war Politik nie Thema zwischen uns. Am Tag nach dem Mauerfall ist sie als Lehrerin einfach zur Schule gegangen und hat sich gewundert, dass keiner da war. Sie wurde dann vom Direktor nach Hause geschickt. Bis heute bin ich traurig darüber, dass ich als 7jähriger nicht in das Feld des Mauerfalls reingeholt wurde durch sie. Wenn ich die Bilder sehe, fange ich jedes Jahr erneut an zu weinen. Der Berliner Mauerfall, dass wir in der Stadt lebten, dass von vier Allierten kontrolliert und durch eine Mauer getrennt ist schon alleine eine politische Besonderheit.

Vielleicht habe ich es mal geschafft irgendwann einen Berliner Kurier zu kaufen. In der Schule hatten wir auch mal Arbeitsblätter zum Thema Gesetzgebungsverfahren, was mich kaum interessierte. Ich kann mich nicht erinnern in der Schule Parteien durchgenommen zu haben oder über Wahlen geredet zu haben. Sowas wie U18-Wahl gab es damals vermutlich noch nicht. 2001 wurde uns am OSZ Handel II die Euro-Einführung unkritisch schmackhaft geredet.

Im Jahre 2001 bin ich im August 19 geworden und erhielt meine erste Wahlbenachrichtigung für September. Ich ignorierte das eher. Gab auch kein Gespräch meiner Mutter, die diesbezüglich auf mich ja hätte zukommen können. (Ich würde das bei meinem Kind machen und es neutral beraten.)

Nichtwähler

Ich lief dann am Wahlsonntag durch Marzahn und zufällig an einem Gebäude vorbei, vor dem „Wahllokal“ stand. Das war ein bewusster Moment. Mir wurde in dem Moment klar, dass ja Wahl ist und ich nicht teilnehmen werde, hatte ja die Unterlagen auch nicht mit und es war vermutlich nicht mal mein Wahllokal. Es war so ein Minischock, leichtes schlechtes Gewissen. Dann kam natürlich der Gedanke wählen zu gehen und dieser Gedanke war voll besetzt mit Angst. Erstens. Ich hatte wirklich gar keine Ahnung, konnte die Parteien sicherlich nicht Inhalten zuordnen und da war die Angst wählen zu gehen und was falsch zu machen.

Ich erzählte die Anekdote, weil es mir wichtig ist zu zeigen, dass der Typus Nicht-Wähler voll bei mir integriert ist. Ich weiß wie sich das anfühlt und dass es es ne gewisse Mindestkompetenz oder Background braucht um die Hürden wählen zu gehen auch zu nehmen. Es ist ein Wahlrecht und keine Pflicht, es sollte auch keinen sozialen Druck geben. Die Woche hat ein Moderator gesagt, dass wenn jemand nicht wählen geht, er sich hinterher auch nicht beschweren dürfe. Den Satz kenne ich seit Jahren und er ärgert mich. Es ist voll OK, auch aus Gründen von Fundamentalwiderstand, -Opposition, -Frust, Projektionen, -Protest usw. nicht wählen zu gehen oder ungültig zu wählen und hat danach immer noch eine Stimme mit der Mensch sich beschweren kann, auch mit dem Glaubenssatz wählen bringt doch eh nichts/ändert doch eh nichts. Weil letztendlich werden nur verschiedene Parteien in bestehende Infrastrukturen in vorgegebene Sachzwänge und Prozesse reingewählt. Manch eine Bürokratie oder Institution oder Gegebenheit ändert sich eben nicht durch eine Wahl.

Haltung zum Wahlalter

Hier an der Stelle möchte ich meine radikal demokratische Haltung zum Wahlalter einfügen.

aktueller Stand:
https://www.kommunalwahl-bw.de/wahlalter

Ja. ich bin für ein Wahlalter ab 16 Jahren durchweg, weil die politische Zukunft, was Klima, Bildung, Infrastruktur, Renten, Sicherheitspolitik auch junge Menschen angeht. Ein Imbissbesitzer meinte zu mir letztens, dass er nicht dafür ist, weil die jungen Leute ja nicht über Strafgesetze mitbestimmen sollte, die dann für sie erst ab 18 gelten. Interessantes Argument vs zum Hände über den Kopf schlagen, wie kreativ doch manche Gegenargumentationsstrategie ist.

Ich gehe sogar weiter und ich meine das völlig ernst. Wir haben eine systematische Ungerechtigkeit in unserem Wahlsystem, was mit dem demografischen Wandel zusammenhängt. Wir haben sehr viele Rentner_innen, die ihre Stimme jetzt an einen Politiker geben, der sein Mandat für 4 oder 5 Jahre bekommt. Der Systemimmanente Anreiz für aktuell hohe Renten zu sorgen anstatt nachhaltig dafür zu sorgen, dass die junge Generation auch noch ein faires Rentenangebot bekommt einerseits und die Wichtigkeit von der Rettungs des Klimas andererseits hat einen Einfluss auf die Kampagnen im Wahlkampf und die Nachhaltigkeit von Beschlüssen in der Politik.

Ich bin für ein radikales Wahlalter von 0 Jahren. Und natürlich kann ein Baby nicht wählen gehen, die Stimme geht dann an die Sorgeberechtigten. Für Uneinigkeit muss sich mensch dann Lösungen einfallen lassen, vielleicht 0,5 Stimmen und 0,5 Stimmen auf die Elternteile verteilen oder ähnliches. Das verändert die Kommunikation. Familien, Kinder, Jugend und Schul und Kitapolitik wird wichtiger, weil Eltern, die einen anderen Beitrag leisten für die Gesellschaft mehr Stimmengewicht bekommen. Ein kleiner Ausgleich gegenüber Rentner_innen und Kinderlosen. Und dann kann es mal passieren, dass in der Grundschule über die Wahl geredet wird und dann kann es mal passieren, dass ein Kind zu seinen Eltern geht oder die Eltern mit dem Kind über deren Stimme sprechen. Dann kann es mal passieren, dass ein 6 bis 14jähriges Kind die Partei wählen will, weil das Plakt gut gefällt oder die Eltern, wo die Mutter, die FDP wählt und der Vater die AFD, das Kind die Tierschutzpartei wählen lassen, weil das dem Kind gerade wichtig ist. Und natürlich kann es dann passieren, dass es Konflikte, Streit und Manipulation gibt, bspw. dass die Eltern Druck auf das Kind ausüben, die NPD zu wählen oder den Dritten Weg oder ähnliches, aber das ist nicht so dramatisch, dass mensch jetzt sagen sollte, das verzerrt das Wahlergebnis oder wir machen es lieber nicht um die Kinder zu schützen vor schwierigen Situationen mit ihren Eltern. Das ist dann ein Innerfamiliärer Konflikt und wenn das Kind dann größer ist, dann wird das aufgearbeitet, wenn das Kind das dann möchte. Und wie gesagt es ist ein Wahlrecht, keine Pflicht. Es ist auch völlig OK für die Eltern wählen zu gehen und auf das Stimmrecht des Kindes zu verzichten, wenn sie der Meinung sind, es ist zu klein für solche eine Verantwortung.

Boah, tat mir das mal gut rauszuschreiben. Zurück zu meinem Fokus, das ich mit einer Zwischenfrage an euch einleite. Wann wurdet ihr politisiert? Wann wurdet ihr parteipolitisiert? Manchmal wird mensch ja politisch wegen etwas, was noch gar nicht mit Parteien zu tun hat. Und irgendwann kommen die ersten Wahlen, wo mensch das Kreuz für eine Partei machen darf. Wie war das bei euch?

Mein politisierendes Event

Ja, die 90er waren weltpolitisch ziemlich ruhig. Deutschland war beschäftigt mit Ost-West-Themen und Rechtsextremismus, der Irakkrieg war außerhalb meiner Wahrnehmung, der Beschluss den Euro einzuführen worde ohne große Basisdemokratie auf EU-Ebene beschlossen und umgesetzt, der Kosovokrieg und die Rote Farbe auf Joschka Fischer bekam ich noch mit, aber das Thema Nato-Krieg war einfach zu groß für mein Bewusstsein und ich musste es ausfiltern.

Im Jahre 2002 bekam ich eine Einladung von FORSA zu einer Studie zum Kanzlerwahlkampf. Es gab ne Aufwandsentschädigung und natürlich sagte ich als junger Mensch zu. Ich saß dann in einem bequemen Stuhl, bekam ein Rädchen in die Hand, wo ich meine Aufmerksamkeit/Stimmung von 1 bis 10 jeden Moment hindrehen konnte und schaute mir eine politische Diskussion zwischen Gerhard Schröder und Edmung Stoiber an. Hinterher gab es eine aufgezeichnete Gruppendiskussion. Zu diesem Zeitpunkt war ich weit weg davon mir von alleine politische Sendungen, die da abends im TV liefen anzuschauen. Mein Bewusstsein, meine Konzentration reichten nicht aus. Es so nen bissl gezwungen zu machen ohne wegschalten zu dürfen oder mich abzulenken trainierte diesem mentalen Muskel in mir, mir solche Sendungen anschauen zu können. Ich war völlig geflashed von dem Charisma von Gerhard Schröder und hatte natürlich Antipathien gegenüber dem bayerischen CSU-Kandidaten. Hier passierte was in mir, ich schaute auf einen Mann, eine Vaterfigur. Gerhard Schröder, hatte Status, Macht Anerkennung. In mir kreirte sich das Programm, ah als Politiker kriegste Anerkenung und weil ein vaterloser, minderwertiger Anteil sich natürlich genau danach sehnte, kreierte ich im Folgenden, dann später die narzisstische Politikerrolle in mir als Fassade.

Politisierung

Auf einmal interessierte ich mich für Politik. Mir halfen damals diese gratis zwei Wochenabos von den Tageszeitungen, die ich immer wieder durchrushte. Vor allem die Berliner Zeitung damals. Ich musste es mir auch erstmal aneignen diese Art von journalistischen Texten zu lesen und zu verstehen, weil ja Wissen vorausgesetzt wurde, das ich nicht hatte. Ich war auch später auch Abonnent und kann nur sagen, dass Tageszeitung lesen einen großen Unterschied macht zwischen dem schnelllebigen Internet heute oder sich nur auf ne Nachrichtensendung im Fernsehen zu verlassen. Heute kann ich es nicht mehr, weil das Internet einfach zu schnell geworden ist. Jahrelang las ich auch den Spiegel und war fasziniert von den ausführlichen Hintergrundartikeln.

In meinem jugendlich-naiven Art damals in dem kollektiven Feld in dem ich mich aufhielt entstand auch ne Nähe zur Linken, zum Sozialismus und eine unkritische Distanz zur DDR. Ich bin aus modischen Gründen mit einer braunen Armee-Sport-Verein-Jacke rumgerannt (ohne Logo), weil solcher Typ Second Hand Jacken in der Electroszene in waren. Beeinflusst hat mich das enorme Bashing der bundespolitischen Ebene gegenüber der Linken und der DDR, was natürlich auch ein Angriff war auf Menschen, die dort Sozialisiert wurden. Es hieß dann immer, dass die dämonisierte Linke bitte nicht über 5% kommen darf. Das hat mich geärgert. Die 5%-Hürde ist etwas wozu ich mich immer wieder demokratietheoretisch äußere.

5%-Hürde

(….)

In Marzahn-Hellersdorf und in Lichtenberg gewannen die Linken das Direktmandat. In der Kommunalvertretung hatten sie die absolute Mehrheit und es gab keine katastrophalen diktatorischen Zustände, wie immer suggeriert wurde bei der Dämonisierung. 2002 wählte ich erstmalig und ich wählte mit beiden Stimmen die Linke. Zum einen Petra Pau und zum anderen die Linkspartei mit der Zweitstimme in der Hoffnung, dass sie die 5%-Hürde schafften. Sie schafften am Ende 4% und Rot-Grün ging in die zweite Koalition. Die Linke war mit den beiden Direktkandidatinnen aus Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf im Bundestag vertreten. Bei knapp 600Abgeordneten ohne Überhangsmandate entsprechen 4% ca. 24 Abgeordneten. 24 Menschen, die im Bundestag hätten sitzen müssen, um das Wahlergebnis im Bundestag zu repräsentieren. Meine Stimme und die von vielen anderen Menschen wurde per Wahlgesetz nach der Wahl einfach für ungültig erklärt. Fuck, regt mich das auf. Und kleiner Wahlgesetzbürokratie am Rande: Hätte die Linkspartei ein drittes Direktmandat gewonnen, bspw. in Köpenick, wo Gysi knapp unterlag, dann hätten sie Fraktionsstatus gehabt und die 5%-Hürde wäre weggefallen. Sie hätten dann zu den 3 Abgeordneten nochmal auf ca. 24, die sie mit der Zweitstimme bekommen hätten aufstocken können.

Linksradikale Demos/1.Mai/Polizeiweigealt

[…]

Grüne Jugend Berlin

Seit April 2004 studierte ich an der Alice-Salomon-Hochschule am U-Bhf. Helle Mitte. Für mich als Marzahn-Sozialisierter war das ein enormer Kulturschock. Ich war megaeingeschüchtert von der Ausstrahlung der ganzen coolen Innenstadtmenschen. In meinem Semester kamen vielleicht 5 von 130 oder so aus Marzahn-Hellersdorf. 3 davon, nur deshalb, weil sie fürs Studium dahingezogen sind. Sie fuhren alle mit U-Bahn heim. Ich mit Tram. Nach meinem ersten Tag habe ich in der Tram geweint, so schlimm war es für mich. […], aber das gehört wieder nicht hierher.

Ich musste mich jetzt meinem Umfeld anpassen und wollte auch ein cooler, hipper, moderner, progressiver, urbaner Großstadtjunge werden. Leider ließ ich natürlich nicht meine White-Trash-Marzahn-Hellersdorf-Unterschichtsidentität vollends los und so musste ich wieder einen sehr persönlichkeitsgespaltenen Weg auf der Suche nach meiner Identität gehen. Die Linken waren jetzt nicht mehr so hipp. Hipp waren jetzt die Grünen. In meiner Politisierung ging ich irgendwann zu der Grünen Jugend Berlin in der Dirschauer Str. in Friedrichshain.

Jacob Dill, den ich 2012 beim spirituellen Gruppentreffen erstmalig bewusst kennenlernte und der später Hauptverantwortlicher Gründer vom SPIRIT BERLIN gewesen ist, erinnerte sich daran mich bei der Grünen Jugend Berlin gesehen zu haben und dass ich schon aufgefallen bin mit meiner Präsenz.

Ich war schon etwas älter und war der neue für den das alles nicht so normal war und der auch mit seinem Prolligen Marzahner auftreten und von der Ausstrahlung sicher nicht zu den zarten, hippen, verletzlichen, sensiblen Grüne Jugend Phänotypus passte. Es war innerhalb dieser Strukturen einfach hipp mit ultraprogressiven Forderungen zu provozieren und Einfluss auf die Gesellschaft zu nehmen. Ich war dann mehrfach auf den Bundeskongressen, auch ein politisierendes Happening, wo du auch schon gekillt wurdest, wenn du in der Eröffnung einer Rede nicht korrekt gegendert hast. Wir haben gemeinschaftlich in einer Turnhalle geschlafen und es gab, damals ganz hipp und progressiv Unisex-Duschen. Mein Kopf ging da natürlich Identitätsmäßig voll mit, auch Diskurse zu Unisextoiletten, aber im Nachhinein muss ich schon sagen, dass so eine Unisexdusche für mich als Mann herausfordernd ist und eher zu einer ungesunden Kontrolle der Sexualität bei mir führte als zu einem freien Sein.

Clara Herrmann war die Vorsitzende damals. Absolutes Karrieregen. Sie hat keine Zeit mit mir verschwendet, sie fragte mich höflich wie es mir geht und war schwupps die wupps weg mit der Aufmerksamkeit. Ihre Aufmerskamkeit war immer Bussy, hier Bussy da bei den Abgeordneten, also immer nach oben gerichtet. Sie bekam dann über das Mandat der Grünen Jugend Berlin einen sicheren Abgeordnetenplatz und hat einen eindrucksvolle Karriere hingelegt damit, dass sie jetzt Bürger_innenmeisterinkandidatin in Friedrichshain Kreuzberg ist. Es ist ein harter Bezirk, einer der Kommunen, wo die Grünen führende Kraft sind und maximale Verantworung haben. Einerseits denke ich mir, dass sie aus der Grünen Bubble nie draußen war und ich finde dieses Amt krass für sie und auf der anderen Seite Respeeekkt. Coole Dudes waren damals auch Benedikt Lux, der auch ne eindrucksvolle Karriere hat bei den Grünen und für den es mich freut.

Es war ne tolle Zeit mit vielen Aktionen, die wir planten und durchführten, tollen Gästen bei den Sitzungen, die uns Sachen erklärten, wir durften mal eine Fraktionssitzung der Bundestagsfraktion besuchen. Dort war auffällig, wie isoliert Hans-Christian-Ströbele der bundesweit als einziger Gründer das Direktmandat in der linksgrünen Urbanitätsbubble Friedrichshain Kreuzberg gewann. Es gab im Wahlkampf richtig geile Raves auf der Modersonbrücke, welche Katrin Schmidberger organisierte, eine Mitarbeiterin von Stöbele und jetzt Abgeordnete mit Hauptfokus auf das Thema Mieten.

In mein Mind kommt noch, dass ich später ein Fussballmatch zwischen dem ASH-Freizeit-Fussballteam und der Grünen Tulpe dem Team der Grünen Bundestagsfraktion (Mitarbeiter) organisierte. Ich war leider an dem Tag verletzt und wir spielten mit einem Menschen weniger und verloren 11:0.

Der Weg zurück nach Marzahn-Hellersdorf

Die energetische, Soziale, kulturelle Kluft zwischen der Innenstadt und Marzahn-Hellersdorf war enorm. Es fühlte sich völlig anders an über den Hackeschen Markt zu laufen als durch Marzahn-Hellersdorf. Ich verteidigte den Bezirk. Ich mochte unsere Plattenbauten, den Abstand zur Str. durch große Parkplätze, die riesengroßen Hofwiesen und Spielplätze. Der Bezirk war grün. Wir hatten die Gärten der Welt, den Ahrensfelder Berg, den Kienberg, und eine ausreichende Shoppingsinfrastruktur und keine gute Anbindung mit dem ÖPNV, auch an die Innenstadt. Ein Unterschied, war, dass es in Westberlin enorm viele Restaurants gab, Hausnummer an Hausnummer, die teilweise gut besucht waren. Die wenigen Restaurants in meinem Bezirk waren schlecht besucht. Der größte Unterschied war das Feld, das die Bewohner_innen aufbauten. Je nach dem zur Arbeit, dann zurück nach Hause in die Wohnung, Ruhe haben, Fernsehen schauen. Es gab kaum Begegnung im öffentlichen Raum. Kaum Clubs, kaum Räume wo Kreativität oder Ausgelassenheit entstand. Die Zahlen des Sozialstrukturatlas sprachen eine entsprechende Sprache. Das Image war katastrophal. Wenn ich erzählt habe, dass ich aus Marzahn-Hellersdorf komme reagierten die Leute entsprechend mit ihrer Mimik und es gab eher trennende Energie. Wenn die Leute aus Innenstadtbezirken kamen, beobachtete ich wie spannende Austauschgespräche entstanden. Die Leute, die Abitur machten, die coolen, gut gebildeten jungen Leute zogen meist weg, meist in die Innenstadt. Das Wort Gentrifizierung gab es damals noch nicht. Aber ich hatte damals schon einen ultraweltrettersaviormodus am Start in Form von Lokalpatrotismus. „Ich musste ja da wohnen bleiben und mich engagieren, es kann doch nicht sein, dass alle coolen jungen Leute wegziehen“.

Grüne Jugend Marzahn Hellersdorf

Ich blieb vor Ort und engagierte mich. Ich kam zur Grünen Jugend Marzahn Hellersdorf und langsam auch in die Erwachsenenwelt zum Kreisverband von Bündnis90/die Grünen. Ich war damals schon bindungsgestört und redselig. Unterbewusst konnte ich mein Pattern nach Rolle, Status, Reden dürfen über Gremien erfüllen. Marzahn Nord war ein Ort, der über Stadtumbau Ost Mitteln gefördert wurde. Ich landete dort im Gremium Quartiersrat und später im Projekt Bürger_innenhaushalt. Es waren keine Herzensangelegenheiten und ich war unterbewusst auch immer in einer Abwertung gegenüber den uncoolen, unbewussten, einfachen Bürgerinnen und Bürgern, die da mit mir in Gremien saßen und die gleichzeitig ich mit linksliberalergrünideologischer Progressiver mentalverkopfter Kackscheiße retten wollte.

Ein Phänomen war dann bspw. dass viele Mittel für Angebote rausgehauen und gefördert wurden, um die Lebensqualität zu erhöhen und auch auf niedrigschwelligkeit geachtet wurde, die Angebote aber teils auch echt nicht angenommen wurden, was dann wieder auch zu Frust bei den Anbietenden führte.

Später kam ich noch zur Jugend-BVV, einem Gremium, wo sich dann auch viele junge Menschen der anderen Jugendorganisationen tummelten und wo dann Kontakte entstanden mit Menschen, die ich später in der BVV wiedertraf.

Mein Engagment für die Grüne Jugend Marzahn Hellersdorf zog sich über viele Jahre, auch parallel zu meinem Status als Bezirksverodneter. Wir, und damit meine ich vor allem mich, organisierten Treffen, kreierten Flyer, organisierten Partys, vernetzten uns mit anderen Jugendorganisationen, machten einen Spendentag am 1.12. (glaube ich) für die Roten Schleifen im Eastgate, beantragten 1.000€ bei DM (Drogerie vom Besitzer der für ein Bedingungsloses Grundeinkommen ist) für ein Biokochbuch, das wir auch bekamen als DM 1.000 mal 1.000€ für Projekte auslobte. Ich organisierte einen Filmabend für Alaska.de mit Jana Pallaske von der ich seit dem wirklich ein Fan bin (Charisma und sehr spirituell). Später organisierten wir noch in der Kino Kiste eine Filmvorführung zum Filme „Sonja“ mit Regisseurin und den beiden Hauptdarstellerinnen. Beide Filme wurden in Marzahn-Hellersdorf gedreht. Der Andrang war mäßig.

Der Sprung über den Kreisverband Bündnis90/ die Grünen in die Kommunalpolitik

Als parteipolitisch interessierter Mensch gibt es dann in diesem System einen vorgegebenen Weg… der Weg über Wahlen, dann in die Parlamente und die Ausschüsse/Gremien.

Ich fing an einmal eine Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf im Freizeitforum Marzahn und eine Jugendhilfeausschusssitzung zu besuchen.

Es war spannend. Die Brüder Mario Czaja und Sebastian Czaja waren in der CDU und verstritten sich. Warum weiß ich gar nicht mehr. Aber der jüngere verließ mitten in der Legislaturperiode im Streit die CDU-Fraktion und wechselte zur FDP. Die hatten vorher zwei Verordnete und durch Sebastian dann drei und somit Fraktionsstatus, was Ausschusssitze und Fraktionsmittel bedeutet, inklusive Mitarbeiter. Seinen Mitarbeiter, den er aus der CDU mitnahm dann für die Fraktion einstellte, kannte ich aus der Jugend-BVV und wurde er wurde dann auch über die Liste der FDP in der folgenden Legislatur Bezirksverordneter. Die FDP trat, obwohl es eine kleine Partei war mit Bezirkslisten an und ich glaube aus Marzahn-Hellersdorf zog dann nur einer. Das war dann Sebastian Czaja, der über den FDP-Spitzenplatz, den er sich sicherlich aushandeln konnte ins Abgeordnetenhaus zog und Mario Czaja zog über die CDU ins Abgeordnetenhaus ein. Er wurde später sogar Sozialminister und erlangte ja nochmal bundesweit aufmerskamkeit bei der Geflüchtetenkrise 2015. Sebastian Czaja ist mittlerweile der Spitzenkandidat der FDP-Berlin. Ich traf ihn 2016 beim RBB nochmal, wo die Parteien, die nicht im Parlament vertreten waren ihren Auftritt bekamen und spürte mit meiner Hochsensibilität wie krass er aus dem Dritten Chakra sprach und die Frequenz von Macht mega gut integriert hat.

Für die SPD saß damals Sven Kohlmeier in der BVV und im Jugendhilfeausschuss. Auch ein Anwalt und charismatischer Karrierist. Er kam auch als ich eine Podiumsdiskussion zum Thema Studiengebühren an der ASH organisierte mit allen im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien. Er war dann auch nach der Wahl im Abgeordnetenhaus.

Der Jugendhilfeausschuss in Marzahn-Hellersdorf war der Hammer. Die Karrieristen fetzten sich dort mit krassen Konzepten zur Privatisierung bzw. Finanzierung der Kinder und Jugendhilfe, obwohl es einerseits schwierig war gegen die absolute Mehrheit der Linkspartei in der Bezirksverordnetenversammlung, andererseits hat der Jugendhilfeausschuss einen Sonderstatus, weil der anders als die anderen Ausschüsse von dem Bundesgesetz im SGB VIII festgelegt wird und per Gesetz zu 40% aus Delegierten besteht, die aus der kommunalen Praxis kommen und nicht über die Fraktionslisten. Daher konnten hier Mehrheiten organisiert werden, die dann in der BVV wieder von der Linkspartei überstimmt werden konnten, aber sie mussten sich dann erklären, warum sie gegen die Positionierung eines Fachausschusses stimmten.

Ich saß da und war fasziniert. Ich kannte das Wort manifestieren da noch nicht, aber ich habe mir aus meiner minderwertig aufschauenden Art gewünscht auch mal da zu sitzen.

Der Wunsch erfüllte sich. Das Universum ebnete mir den Weg.

Berlinwahl 2006

Die Grünen waren bis 2006 nicht im Kommunalparlament vertreten, weil sie die 3% Hürde nicht schafften. Auf Platz 1 und 3 waren gesetze Frauen und Platz 2 kandidierte unser Biesdorfer Superstar Stefan Ziller, der auch Sprecher der Grünen Jugend Berlin zu der Zeit gewesen sein dürfte. Der Vorsitzende von Marzahn-Hellersdorf Nickel von Neumann sah natürlich mein Talent, mein Engagement und förderte mich. Wahrscheinlich auch wegen meiner Manifestation überließ er mir den Listenplatz 4 der Bezirksliste und trat erst auf Platz 6 wieder an, weil auf Platz 5 durfte er ja nicht.

Nebenbei übernahm ich noch die Direktkandidaur für Marzahn Nord, dem ungrünsten Wahlkreis von Berlin mit dem besten NPD-Wahlergebnis. Challenge accepted. Ich wollte ja die Welt retten und rockte hyperengagiert den Wahlkampf inklusive nem Sportfest in Marzahn Nord. (ich glaube Dunkin Donuts sponserte uns 1000 Donuts) und einer Rave Against Racism Party im Studierendenwohnheim Biesdorf. Ich holte beachtliche 3,4% Erststimmen, was aber berlinweit der letzte Platz bei den Erststimmen war.

Bei der Kommunalwahl holten wir sensationelle 5,0% und waren ganz knapp in Fraktionsstärke mit drei Verordneten in der BVV Marzahn-Hellersdorf vertreten. Stefan Ziller verpasste um ein Listenplatz das Mandat zum Abgeordnetenhaus. In der konstituierenden Sitzung war ich also nicht dabei. In einer anderen konstituierenden Sitzung in einem anderen Bezirk wurde eine Grüne Abgeordnete zur Stadträtin gewählt und legte ihr Mandat nieder. Daraufhin rutschte der Bezirksverordnete Stefan Ziller nach und ich rutschte in die BVV nach. Ich war also der letzte Berliner Grüne, der ganz knapp quasi direkt durch die Wahlen ein Mandat bekommen hat.

Ein Facebookpost zur Wahl 2017

Video SPON, 25.9.21

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Politische Sozialisation

  1. Nirmalo schreibt:

    Hallo Christian,

    @ „ich bin für ein Wahlalter ab 16 Jahren durchweg, weil die politische Zukunft … auch junge Menschen angeht“

    Zum zweiten Halbsatz: Ja, aber Kinder und junge Leute sind Kinder und junge Leute. Sie müssen sich auf vielfältige Weise ausprobieren, sollten aber wichtige Entscheidungen nicht verantworten müssen. Dazu bedarf es die Erwachsenen-Reife ― die noch nichtmals bei vielen Erwachsenen gegeben ist.

    https://nirmalo.wordpress.com/geistige-reife/

    Kinder und Jugendliche müssen dagegen, wie auch jeder Erwachsene, die echte Möglichkeit haben (also nicht nur scheinbar), sich prinzipiell zu jedem Thema auf Augenhöhe einbringen zu können, und zwar via echter (!) Bürgerbeteiligung:

    https://nirmalo.wordpress.com/category/buergerbeteiligung/

    🌱

    @ „Wir haben eine systematische Ungerechtigkeit in unserem Wahlsystem“

    ◾ Das Wahlsystem als solches gehört dringend auf den Prüfstand und damit auch
    ◾ die Zusammensetzung der Abgeordneten in den Parlamenten.

    https://nirmalo.wordpress.com/eignung/

    Das Analphabeten-Kreuzchen ist entwürdigend, ebenso die Suggestion, damit habe man an an einer wichtigen Entscheidung mitgewirkt.

    Wir müssen uns viele Dinge
    mit frischem Blick ansehen.

    Herzlichen Gruß
    von Nirmalo

  2. Pingback: Hungerstreik | Christian Fender

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s