Stellungnahme zum Ordnungsgeld wegen Nichttragen einer Maske

Ich könnte jeden Tag so einen Text mit Reflektionen aus meinem Leben schreiben. Ich könnte noch viel tiefer meine Prozesse beschreiben, die ich jeden Tag habe, wenn ich aufm New Healing mit der Creators Game Community unterwegs bin. Aber ich machs nicht. Ist schon nen bissl weird, wie ich so drauf bin im Vergleich zu anderen und ich würde damit ja auch kein Geld verdienen. Jetzt mache ich dieses Spiel nochmal, weil ich zu einer Stellungnahme in einem Ordnungsgeldverfahren „eingeladen“ werde.

Ich habe keine Ahnung was juristisch klug ist. Stellungnahme jetzt oder jetzt nicht und lieber auf den Bescheid warten und dann Widerspruch einlegen. Hat nen Widerspruch Folgekosten, wenn ich verliere und ja, nein, ich werde mir für den Scheiß nicht noch nen Anwalt nehmen.

Ich erfülle mir mein Bedürfnis und schreibe authentisch meine Wahrheit und beschönige mich und meine Opferanteile in meinem Opfergame nicht. Ich habe die Hoffnung, dass das Verfahren eingestellt wird. Das würde bei mir Erleichterung auslösen und Dankbarkeit und Loslassen. Mein Worst Case Szenario ist, dass ich die 250€ von meinem HartzIV zahlen muss. Der Polizist meinte noch zu mir als er sagte, dass er die Höchststrafe fordern wird in seinem Bericht, dass Geld das einzige ist, wo die Menschen lernen. Ich bin nicht seiner Meinung. In meiner Vorstellung habe ich Angst davor, dass die Höchststrafe zu Groll führt und diese Erfahrung dann abgespeichert nachhaltig mein Verhältnis zum Staat belastet. Die 250€ werden nicht dazu führen, dass ich sage, ja, stimmt, ich bin mental voll um Unrecht und der Staat hat voll Recht mit all seinen Maßnahmen und ist Fehlerlos. Ich habe meine Erfahrung gemacht, energetisch und in der Situation und ich hoffe, dass dieser institutionelle Rattenschwanz mich schnell loslässt und ich hoffentlich einen coolen Sachbearbeitenden finde, den ich mit meinem Text berühre oder der politisch nen bissl mitschwingt mit der Einsicht von Unverhältnismäßigkeit von Maskenpflicht, draußen bei sehr warmen Wetter und viel Abstand.

Naja, viel Spaß beim Lesen. Würde mich über Spiegelungen freuen und seriösen juristischen Rat oder Erfahrungswerte mit Bußgeldverfahren.

Stellungnahme

Vielen Dank für die Möglichkeit eine Stellungnahme abgeben zu dürfen, könnte ich jetzt schreiben. Aber Wahrheit ist: es nervt mich. Ich fühle mich aufgewühlt. Es strengt mich an, dem jetzt Aufmerksamkeit geben zu müssen. Ich hätte gerne meinen Fokus woanders. Ich kam am 23.8. von einem zweiwöchigen Urlaub wieder, den ich vorzugsweise an Orten verbrachte, wo getestete Menschen ohne Maske sich in der Natur aufhalten und entschied mich für ein aktives rausgehen aus dieser Corona-Bubbleprogrammierung. Ich fand diesen Brief vom Ordnungsamt in meinem Briefkasten. Jetzt bin ich in meinen Geburtstag hineingerutscht und jetzt darf eine Stellungnahme verfassen, weil ich es vorher nicht gedanklich loslassen kann.

Ich tue es mit der Intention, der Bitte und dem Wunsch, dass das Verfahren eingestellt wird. Ich werde mir Arbeit machen, mich offen, ehrlich und transparent und auch verletzlich zu zeigen.

Meine finanzielle Situation tut ja nichts zur Sache, aber auch hier mache ich mich gerne transparent, um mich einordnen zu können. Ich bin HartzIV-Empfänger und befinde mich tief im Dispo und habe kein Interesse einer Forderung nach einem Ordnungsgeld nachzukommen, weil es finanziellen Druck in meiner Wirtschaftlichkeit kreiert.

Es gibt zwei kurze Begründungen, warum ich erhoffe mit meinem Widerspruch durchzukommen: Zum einen ist es strittig, ob ich an einer Veranstaltung teilgenommen habe und zum anderen habe ich mich keiner Aufforderung verwehrt. Es hat sich nur ein andere Konflikt dazwischen geschoben, den ich in meiner ausführlichen Begründung transparent mache.

Zur Einordnung meiner Person: ich laufe mit meinen Kindheitstraumata, die ich jeden Tag spüre durch dieses Leben und finde in der spirituellen Szene Halt, Anerkennung, gesehen werden, berührt werden und das Ausleben von meinem Talenten. Ich bin enorm hochsensibel und habe wirklich große Schwierigkeiten mit der „weltlichen“ Welt, was sich auch auf meine Arbeitsfähigkeit auswirkt bis hin zu der Annahme von institutionellen Hilfen.

Ich bin sehr mental und sehr politisch. Sie dürfen mich als Corona-Maßnahmenkritiker einordnen. Das erlaube ich mir im Rahmen meiner Meinungsfreiheit. Und es ist so absurd, das dazuschreiben zu müssen, aber ich bin natürlich auch von bestimmten Meinungsspektren stark abegegrenzt. Zu den Maßnahmen nehme ich auch öffentlich kritisch Stellung, bspw. durch Social Media-Beiträge. Ich bin politisch gegen eine Maskenpflicht. Der Staat hat mir in meiner liberalen Vorstellung nicht vorzuschreiben was ich in meinem Gesicht zu tragen habe. Ähnlich sollte auch keine Religion Frauen vorschreiben wie sie sich zu bedecken haben. Er darf aber natürlich eindringliche Empfehlungen aussprechen. Freiwilligkeit ist eine hohes Gut in meinem Wertesystem, auch angeeignet durch das Studium der Sozialen Arbeit.

Ich nahm zu diesem Zeitpunkt die Maskenpflicht hin und setzte sie auf, wenn es gefordert war. Mittlerweile habe ich eine Attest für eine Maskenbefreiung, weil ich eine empathische und hochsensible Ärztin empfohlen bekommen habe, zu der ich mich hingetraut habe. Ich wäre damals schon aus medizinischen (psychosomatischen) Gründen befreit gewesen, habe nur die institutionelle Hürde nicht genommen. Ich kann ihnen auch gerne ausführlich darlegen wieviele Traumata die Maske bei mir triggert. Aggressionen, weil da ein Fremdkörper unfreiwillig in meinem Gesicht sitzt. Autoritätsthemen, weil abwesender Vater. Stressvolle und ungehaltene Zustände für einen Menschen mit einer 36 stündigen Geburt mit gefühlt mehreren Erstickungstoden und der Panik, wenn meine Brille im Supermarkt beschlägt und Orientierunglosigkeit und Hilflosigkeit triggert. Die Gegenstrategie ist Dissoziation, die hält mich und viele andere Menschen am Funktionieren. Am Überleben ohne Lebendig zu sein. Die permanente Dissoziation löst Anstrengung und Erschöpfung aus, die ich auch wieder dissoziierte, bis der Körper sich mit Apathischen Zuständen oder Depressionen die Ruhe holte, die er brauchte. Gleichzeitig ist es für mich wichtig am sozialen Leben teilzunehmen und die spirituelle Szene.

Ich wusste an dem Tag von der Veranstaltung im Treptower Park, weil ich öfters bei den Bewusste-Tanz-Veranstaltungen im Treptower Park teilnahm, die dem Ordnungsamt sicherlich bekannt sein dürften. Mir sind sichere Räume enorm wichtig. Zu den Regeln dort gehört: keine Kameras, Drogen, Alkohol und Zigaretten. Bewusstes Tanzen mit der expliziten Einladungen sich zu fühlen. Als kleine Anekdote ist vielleicht interessant, dass ich von der Polizistin als Alkoholkonsument eingeordnet wurde bis sie das erwähnte und ich sie darauf hinweisen durfte, dass es ein alkoholfreies Radler war, das ich in der Hand hielt.

Für mich war und ist Ecstatic Dance, Meditanzion, Abundance, Liebe Tanzen sowie Räume in denen Fühlen explizit erlaubt ist eins der wichtigstens Tools auf meinem Heilungsweg. Fühlen ist etwas was mir sehr schwer fällt, wenn ich alleine mit mir bin (aber ich kann ganz toll lange Texte schreiben). Es gelingt mir aber, wenn ich in Gruppen oder Räumen bin wo Menschen ihr Herz öffnen und sich das Vertrauen, die Sicherheit, die Empathie und die Allowness erhöht. Das sind die Räume, die ich aufsuche und ich bin im Widerstand zu der Gesellschaft, weil sie so gefühlsfeindlich ist und so viele Programme über die wahren Gefühle drüber legt.

Ich wusste noch von zwei anderen „Veranstaltungen“ an diesem Tag, eine davon war am Karpfenteich, an anderen Ende vom Treptower Park. Ich war also in einer Art Flow ohne klar oder entschieden zu sein auf dem Weg zum Treptower Park.

Ich kannte Transformusic, also die Veranstaltenden Musiker_innen aufgrund ihrer Angebote schon, aber nicht persönlich. Ich kannte ihre Musik und ich war in einem Heilraum mit Klängen bei ihnen, einer Art Gong-Mediation. In diesem Workshop, der in einem größeren Rahmen eines Gatherings stattfand, durften sich die Menschen hinlegen und über die Klänge ins Abfühlen von Traumata begleitet werden. Eine Methode, die bei mir sehr gut funktioniert. Ich nehme diese Musiker_innen als sehr herzoffen wahr und bin dankbar dafür, was sie in die Welt geben.

Als ich ankam war ich getriggert von der enorm geringen Teilnehmer_innenzahl. Ich schätze, dass es ungefähr 15 Menschen waren. In meiner Erwartung dachte ich an ein Conscious Dance Event, was bspw. am mit 200 Leuten oder am 1.Mai offiziell gar mit 1500 Menschen stattfand. Weiterhin war ich von meiner Stimmung her überhaupt nicht angekommen oder entschlossen an dem Konzert teilzunehmen. Es sangen da laut meiner Erinnerung gerade 4 Frauen ein Lied von Frauen für Frauen und ich habe mich exkludiert gefühlt und war erstmal im Widerstand. In meinem Urlaub auf einem Festival bin ich der Band vor wenigen Tagen wieder begegnet, da war es viel rockiger und lebendiger und ich habe ausgelassen Tanzen können. Es war auch viel mehr Energie durch Publikum vorhanden, was schon einen enormen Unterschied macht.

Ich entschied mich mit einer Freundin zu sprechen, die weit weg von der „Bühne“ stand und deutlich hinter den 15 zum Publikum gehörenden Menschen. Sie hatte keine Maske auf und ich begrüßte sie und wir unterhielten uns und mein Focus war auf Connection mit dieser hochsensiblen Frau mit der ich schon mehrere Sessions hatte und in deren Anwesenheit ich eine Herzfrequenz spüren kann, die mir hilft mich selbst besser zu spüren und anzunehmen. Ich erfuhr, dass sie explizit dort stand, weil sie dort von den Ordner_innen nicht mehr auf die Maskenpflicht angesprochen wurde. Also aus energetischer gemutmaßter Sicht der Veranstaltenden, war sie gar nicht mehr Teil der Veranstaltung bzw. im Verantwortungsbereich, dass sie auf eine Maskenpflicht hingewiesen werden müsste. Es hätte sich auch absurd angefühlt, wenn die Leute, die noch 30m weiter weg von den Ordner_innen auf ne Maskenpflicht angesprochen worden wären, weil die Wiese nach meiner Schätzung ungefähr 400 bis 1000 Quadratmeter hatte.

Ich war also ungefähr 10min auf dieser Wiese neben dieser Frau, die sich nicht als Teil des Pubklikums einordnete, als ein Polizist mit seiner Kollegin ankam und uns, im Sinne von vor allem mich, ansprach. Er verwickelte mich in ein Gespräch bezüglich der Auflagen. Seine Energie war freundlich, kumpelhaft und auf Augenhöhe. Ich dachte noch, was für ein cooler Polizist. Ich nahm diesen gesprächsoffenen Raum auf und fing an mit ihm über meine Haltungen zu plaudern und ich versuchte meine und seine Wahrnehmungen zu synchronisieren. Ich wies darauf hin, dass ich wirklich viele Meter Abstand zu anderen Menschen hatte und ich mich noch nicht klar fühlte, ob ich an der Veranstaltung teilnehme. Aber er hatte natürlich auch seine Argumente, dass ich die Musik schon hörte (wie auch Menschen 100m und 200m weiter ohne dass sie Teil der Veranstaltung sind), und sich meine Hüfte kurz bewegte. Er definierte in seiner Rollenmacht den Veranstaltungsraum auf die Gesamte Wiese aus und bat uns entweder von der Wiese runterzugehen oder eine Maske aufzusetzen.

In mir war Klarheit, dass war mein Muster zu diesem Zeitpunkt, dass ich in solchen Situationen dann meine Op-Maske aufsetze, die ich in meiner linken Gesäßtasche hatte und auch während der S-Bahnfahrt benutzte.

Im Laufe des Gesprächs öffnete sich der Polizist auch sehr plaudernd und ich erfuhr, dass er die Maskenpflicht auch Scheiße findet und dass er genervt ist von den Diskussionen, die er in den letzten Monaten führen musste. Meine Energie war entsprechend seiner Energie freundlich, ich bemerkte auch Freude und Solidarität zu seinen Haltungen. Aber es war auffallend, dass er komplett den Rederaum einnahm, obwohl Rededominanz auch eine Eigenschaft ist, die mich beschreiben würde. Menschen, die mich kennen, wissen, dass es auch ein enormer Trigger für mich ist, mich nicht gesehen zu fühlen.

Der Polizist sprach eine Frist von 5min aus. Dann kam eine mir unbekannte Person dazu (kann sogar ein Ordner gewesen sein) und verwickelte die beiden Polizist_innen in ein Gespräch. Ich drehte mich weg und verband mich mit meiner Freundin. Ich fragte sie, was wir jetzt machen. Zu meiner Überraschung reagierte sie heftig emotional und mit Widerstand auf die Maske. Sie hatte in dem Moment enorm ungehaltene Gefühle, die dann in Form von sogenannten Fremdenergien in mein System überschwappten. In der Workshopszene heißt der Terminus dazu chargen. Ich wurde jetzt als hochsensibler Menschen mit fremden Gefühlen und Widerständen aufgeladen. Ihre Widerstände gegen die Maske waren um ein deutliches enormer als meine. Eine Art energetische Verstrickung. Sie entschied sich lieber die Wiese zu verlassen anstatt eine Maske aufzusetzen. Da ich im Kontakt mit ihr bleiben wollte, synchronisierte ich mich mit dieser Entscheidung und traf innerlich den Entschluss der Anweisung der Polizei folge zu leisten und die Wiese gemeinsam mit ihr zu verlassen.

Als das Gespräch mit der fremden Person vorbei war, drehten wir uns wieder um und nahmen das Gespräch wieder auf. Wir teilten der Polizei mit, dass wir uns entschieden haben die Wiese zu verlassen. Hier hätte die Geschichte zu Ende sein können, aber jetzt kommen die entscheidenden Momente der Eskalation. Ich war schon viel zu überlagert mit eigenen und fremden Gefühlen auch Energien des Polizisten, der auch bei mir abgeladen hat. Mein eigenes war, dass in mir ein starker Impuls war zu dem politischen Monolog des Polizisten vorher nur nochmal meine Position daneben stellen zu wollen, ohne ne Diskussion gewinnen zu wollen und in dem Wissen, dass ich ihn jetzt nicht von was anderem überzeugen kann. Einfach ein Gespräch unter Männern. Aber ja, ich wollte, dass er mir zuhört.

Das war der Konflikt. Mein enormes Bedürfnis gehört zu werden, nachdem ich ihm voll viel Raum und Aufmerksamkeit geschenkt habe, wollte ich auch einfach nur noch mein Statement abgeben und dann die Wiese verlassen. Dieser Raum war so urplötzlich weg und ich hing da fest mit meinem Redeimpuls. Bei mir wurde genau da Trotz getriggert und die Eskalation, der Stimmungsswitch vom Buddypolizisten zum autoritären Asshole (ist jetzt nicht als Beleidigung gemeint, sondern als energetische Einordnung meinerseits) kam so urplötzlich, meine Antennen hatten keine Zeit umzuschwenken. Auf einmal war die Frist von den 5min abgelaufen und er fing dann an mich zu schubsen und zwar in meiner Erinnerung mehr ca 10 bis 15 mal. Ich lief dabei rückwärts Richtung Wegesrand und redete in meiner Schutzstrategie mental-dissoziiert auf ihn ein. Trotz meiner Rückwärtsbewegung hörte er nicht auf mich zu schubsen. (Umdrehen, Weglaufen, auf den Boden legen waren ja keine hilfreichen Optionen, keine Ahnung, welches Tool ich hätte nutzen können, dass er damit aufhört)

Ich spannte nur bei genau einem Schubser, ungefähr dem 10ten meinen Körper als passiven Widerstand an, um auch auszudrücken, dass mir sein Verhalten enorm missfällt, ging danach aber wieder in die Rückwärtsbewegung. Jetzt war natürlich nach diesem physischen Übergriff meine Aggression als Schutzstrategie enorm getriggert. Auf nem Peace-Musik-Konmzert von Herzensmenschen, so eine unnötige Eskalation mit Physischer Gewalt. Auf den Conscious Dance Partys im Treptower Park wurde sich durchweg an die Maskenpflicht gehalten, aber auch gab es sicherlich auch den einen oder die andere ohne Maske. Trotz der Präsenz der Polizei hatten sie sich da immer deeskalativ zurückgehalten und höchstens mal den Veranstalter um eine Ansage mehr gebeten.

Um die Situationen einzuordnen. Ich lief ja danach noch durch den gesamten Park. Der gesamte Treptower Park, vor allem am Wasser war voll mit Menschen ohne Masken, die in (großen) Gruppen, mit Alkohol oder Sport oder Picknick sich zusammen sammelten. Ein unregulierter Raum, an der frischen Luft, wo keine Maskenpflicht bestand. Nur an diesen 1% Fläche vom Treptower Park, wo ich mich gerade aufhielt, bestand Maskenpflicht, weil es ein Event war und dann in der Bürokratie andere Regeln gelten. Das Paradoxe war, dass die Menschen bei diesem Event auf der versteckten Wiese viel undichter zusammenstanden als im Rest des Treptower Parks. Die Regel hatte also eine deutliche Diskrepanz zur Realität bzw. zu dem Ziel die Ausbreitung von Corona zu vermindern. Ich habe mich an dem Tag noch testen lassen und ich war negativ. Ich habe mit meinem Verhalten keine stärkenden Einfluss auf eine Pandemie genommen oder die Gesundheit von anderen Menschen gefährdet, wofür die Regelung ja gedacht ist. Ich hatte einfach nur Pech mit dem Ort, wo ich stand, weil da exekutives Gewicht mit Sanktionsverordnungen drauf eingetaktet war.

Meine Diskussionslautstärke wurde sehr viel lauter. Ich blieb Mental. Eine positive Eigenschaft, die meine Dissoziation mit sich bringt. So vermeide ich fühlen, in dem ich lautstark in meinem Mentalkörper die Argumente runterratter. Und ja, ich halte mich auch tatsächlich für Gescheit und Fähig komplexe Sachen einzuordnen und sprachlich gut wiederzugeben. Ich habe darüber hinaus, aber keine Bedrohungen ausgesprochen oder attackiert, blieb die ganze Zeit passiv und regulierte mich natürlich kontrolliert gegen alle Instinkte, die anspringen, wenn ein anderer Mensch dich physisch angreift. Wie absurd ist das denn? Ich erlebe hier physische Gewalt, weil ich meine Maske nicht schnell genug augesetzt habe bzw. nicht schnell genug meinen Aufenthaltsort in einem freien Park um 30m verändert habe. Es waren auf einmal über 10 Polizist_innen anwesend, die mich umzingelten. Also fast genauso viele Polizist_innen waren zu dem Event zugeteilt, wie das Event Teilnehmer_innen hatte. Über 10 Polizist_innen kümmern sich um einen Mann, der zu spät seine Maske aufgesetzt hat bzw. wenige Momente zu spät einer Anweisung der Polizei gefolgt ist, sich bitte 30m auf den Weg zu stellen. Es liefen ja auch viele Passant_innen den Weg lang, die eine Maßnahme beobachten durften, die für einen Gewalttäter angemessen wäre.

Mein Gefühl war geblamed und entsprechend stigmatisiert zu werden. Ich kreierte ein Gefühl von Ungerechtigkeit und in meiner Projektion waren da „Zombies“, die gefangen in ihrer Rolle waren. Meine gut aufbereiteten Argumente und Einordnungen und Fakten hatten keinen Wert mehr gegen alle ihre Filter und Handlungsablaufprogramme. Die Rollen hat das Mitfühlen, die Einordung der Realität gefressen. Mir wurde mein Rucksack durchsucht und mein Portmonee aus der rechten Gesäßtasche entwendet. Auch ein sehr unangenehmer Eingriff in meinen Raum. Meine Versuche zu retten halfen nichts mehr. Der Buddypolizist hielt auf einmal seine Rede, dass er dafür sorgen wird, dass ich die Höchstgeldstrafe bekommen werde und demonstrierte in meiner Interpretation seines Verhaltens so nochmal seinen längeren Hebel, seine Macht und seine Freude mit größtmöglicher Schikane nachzutreten. Aber es sei ihm gegönnt so zu sein. Ich muss lernen das zu akzeptieren.

Als die Situation vorbei war, wurde ich von Zeug_innen aufgefangen. Es kam ein Mann, der die Situation beobachtete, den ich nicht kannte, der sich aber offensichtlich mit Traumata und Raumhalten auskannte. Ich spürte, dass er einen empathischen Raum aufmachte und ich mich bei ihm in seiner Herzenskraft sicher fühlte. Das weinen und hingeben habe ich zum Glück auch gelernt neben meinen System-of-Defense-Mustern. Ich spürte hinein in das aktivierte Trauma. Es war enorme Hilflosigkeit, die ich spürte. Dieses Gefühl keine Chance mehr zu haben. Die Höchststrafe kommt und ich kann nichts mehr dagegen tun, auch wenn mein Inneres Kind es ungerecht findet und das Gefühl hat, nichts Böses oder Schlimmes gemacht zu haben. Und dann stand ich da und weinte im Treptower Park in den Armen dieses Mannes.

Ich bin lange genug in der Spiriszene um zu wissen, dass die Erfahrungen, die ich anziehe mit mir zu tun haben, dass ich sie kreiere und sie mir irgendwo dienlich sind. Ich habe sicherlich ein Kindheitstraumata reinszeniert, damit ich mich dem Gefühl der Ohnmacht, nicht gesehen, verstanden und gehört zu werden und Ungerechtigkeit widme, was ich ja sonst nicht freiwillig tun würde ohne gehaltenes therapeutisches und empathisches Setting. Danke dafür.

Ich fühle mich mehr als genug bestraft für etwas, wofür ich keine Strafe verdient habe. Es tut mir leid, dass ich der Exekutive Arbeit gemacht habe, aber ich fände es jetzt auch fair, das Verfahren einzustellen, da, ich wiederhole, einfach meine Teilnahme an der Veranstaltung unklar war, ich bin ja dann auch weiter zum Karpfenteich gelaufen, der Raum der Maskenpflicht, der Veranstaltung unklar war. Ich an diesem Tag mich bei sehr heißen, Wetter an der frischen Luft befand. Vier Coronaampeln an diesem Tag auf Grün waren. Die Inzidenz lag bei 15,6…. der Wochentrend lag bei -43% …
https://data.lageso.de/lageso/corona/archiv/berlin-website-2021-06-12.html


Vom Gefühl her kam die Politik nicht schnell genug hinterher mit dem Abbau der Auflagen, gerade bei heißem Wetter und draußen, darf ich die Maskenpflicht bei nem Event, wo großer Abstand eingehalten wird, doch als umstritten bezeichnen, oder? Oder kann mir das Ordnungsamt nachweisen, dass eine Maskenpflicht draußen, bei heißem Wetter und großen Abstand einen relevanten und verhältnismäßigen Einfluss auf die Auslastung der Krankenhäuser hat, worum es ja bei den Maßnahmen geht. Und mit Verhältnismäßig meine ich den Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht. Und der letzte Grund, warum ich erhoffe, dass dieses Bußgeldverfahren eingestellt wird ist, dass ich mich nicht vehement gegen Auflagen der Polizei gewehrt habe, wie völlig verzerrt im Schreiben behauptet wurde. Im Gegenteil, ich erklärte ja sogar mündlich den Willen der Maßnahme folge zu leisten. Das Verhalten der Polizei mit der Physischen Gewalt mitten auf einem Peace-Meditation-Konzert mit 15 Besucher_innen darf auch gerne als unverhältnismäßig und unnötig eingeordnet werden. Es hätten alternative Handlungsmöglichkeiten bestanden, die auch akzeptabel sind für ein Leben zwischen Exekutive und den Menschen, die eine diverse Gesellschaft ausmachen, und in der sich verschiedene Haltungen zum Ausdruck bringen und nicht alles mit Gewalt und Druck und Enge gleich konformiert lässt.

Bitte vergessen wir nicht, dass wir Menschen sind, dass unser Leben einmalig ist und der Staat nur ein kreiertes Hilfskonstrukt für das Zusammenleben von Menschen ist und der Staat für die Menschen da sein sollte und nicht gegen sie arbeiten, schikanieren und gängeln sollte.

Um in meiner Szenesprache meine Stellungnahme abzuschließen und keine Floskeln verwenden zu müssen, sage ich jetzt

AHO

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