Black Widow

Fangen wir mit dem besten an. Die zweite Openingszene, es läuft dieser Track.

Smells like Teens Spirit von einer Frauenstimme.

Dieser Artikel ist NUR für Menschen, die den Film gesehen haben. #spoiler (es gibt keine nicht wirklich ne Empfehlung meinerseits. MCU-Fans werden ihn so oder so sehen. Für Nicht-MCU-Fans, ist es es empfehlenswert, wenn sie Bock auf Action haben und anders ich sich nicht so an kleinen Logikfehlern aufhängen) Kommentiert gerne wie ihr den fandet.

Bilder von verschleppten Mädchen für das Red Room Programm. Die Ansage vom Bösewicht „sortiert die Fehlerhaften aus“, später hieß soweit ich mich erinnere, dass es nur eine von 20 schafft, dieses harte Ausbildungsprogramm zur Black Widow Geheimagentin zu überleben. Der Archetyp eines männlich-patriachialen Geheimdienst-Machtapparats, das die manipulativen-verführerischen Fähigkeiten von Mädchen/Frauen trainiert, um die mächtigen Männer des Machtapparats vom verfeindeten System auszuschalten. Da sind vom Stil durchdringende Bilder, wie sie einerseits an der Waffe ausgebildet werden, während sie sich gleichzeitig trainieren sich Schleifchen ins Haar zu binden und lieb-amerikanisch zu wirken, während sie mit Corn-Flakes Disneyfilme schauen.

In meinem Kopf bleibt ein Stereotyp über Russland hängen. Das Bild wird auch in anderen Filmen oder Serien benutzt. Bspw. mit Jennifer Lawrence in Red Sparrow. Klar künstlerische Freiheit und so, aber ich musste heute auf jeden Fall mal recherchieren wie wahr das ist. Habe gelesen, dass es aus einem Buch von einem CIA-Agenten kommt, der über seine Erfahrungen berichtet. Diese Schulen sind nicht verifiziert oder aufgebauscht. Wenn ihr dazu insiderwissen oder richtig gute Links habt, dann gerne in die Kommentare damit.

spon 26.7.18
yahoo 6.3.18

Endlich ein Solofilm für Black Widow/Natasha Romanoff. Ich mag das Charisma dieser Figur, außer ihre depressive Episode in Avengers 4. Ich mag die Schaupsielerin Scarlett Johansson, meine Lieblingsfigur ist aber der Android mit „Seele“ in „Ghost in the Shell“ Unfassbar gut, wie sie da diese Präsenz mit der Leere eines Wesens ausstrahlt, dessen Erinnerungen manipuliert wurden und somit nicht weiß wer sie in Wahrheit ist in ihrer Suche nach sich selbst.

Ein bißchen genervt war ich bisher von dem Fakt, dass sie gar keine Superheld_innenfähigkeiten hat, aber dennoch problemlos eine Gruppe Maschinenpistolenbeladener Soldaten erledigt. Und naja das Hollywoodhelden/Hauptfigurphänomen, das mich mittlerweile sehr langweilt, dass keine gegnerische Kugel trifft, andersrum aber fast jeder Schuss nen Treffer ist, egal in welcher Position oder Bewegung und naja am Ende gibt es den emotionalisierenden Streifschuss. Dieses mal für die Schwester Yelena. Dieser Treffer war für die Story wichtig, weil das Blut dann dazu dienste um den_die Verfolger_in* auf die falsche Fährte zu locken. Es handelt sich um eine weibliche Widow in einem männlich gelesenem Androidenkostüm ala Robocop. Es ist nicht klar, ob der männliche Anzug die Superheldenfähigkeit hat oder das weibliche Wesen darin, insofern immerhin eine androgyne Figur.

Immerhin gab es erstmalig die beiläufige Erwähnung, dass Black Widows Gene auch manipuliert sind durch das Red Room Programm, das entmenschlicht sie immerhin ein wenig mehr hin zur Superheldin und erinnerte mich dann an den Klon von Milla Jovovichs Rolle in Resident Evil.

Es hätte nach der Eröffnungsszene ein großartiger Film werden können. Hochpolitisch den Frauenhandel und die Manipulation Focussierend. Aber es wechselte vor allem Action mit langatmigen Dialogszenen. Es gab auch ne Referenz zu James Bond im Film, was wahrscheinlich zeigen wollte, dass es ein Agentenfilm sein soll. Ich kann nur schwer mitgehen, weil es zwar den typischen Bösewicht gibt, aber kaum Spionage und keine Männergeschichten, so wie es Frauengeschichten in Bond gibt. Gibt nur den Good Friendzone Guy, der vielleicht an Q erinnert, auch wenn es nicht hochmodernstes Zeug ist, was er besorgt, nur das übliche, Pässe, Transportmittel und Safe Spaces.
Die Schlüsselszene um Action und Dialog zu untermauern ist die erste Begegnung zwischen den Schwestern, ein gefühlt unnötiger Kampf mit Pistolen, nur um dann in den wir-haben-uns-eigentlich-lieb-dialog zu gehen, nur um dann in die nächste Actionsszene zu geraten, aus der sie dann gemeinsam raus müssen. Hochspezialisierte Black Widows mit Scharfschützeneinheit in einer Verfolgunsjagd, die abrupt endet, weil Natasha Zeit für einen empathischen Moment für eine ihrer verletzten Gegnerin braucht. Und wieder das Actionfilmphänomen für diesen Moment wurde dem Zuschauenden die Logik vorenthalten was mit den Verfolgerinnen passiert ist, die sie gerade umbringen wollen und auf einmal ohne Erklärung weg sind.

Das sehr Dialoglastige fällt mir auch schon massiv bei der Serie Loki auf. Ein typisches Element ist, dass sehr oft, sehr lange zwei Personen sich in einer Szene unterhalten. Eine Art von Dialogen, wie ich sie nicht so sehr mag. Sehr beziehungslastig-spielerisch-verdeckte anstatt den Fokus aufs Wesentliche zu legen und Sachen zu klären oder Figuren aufzubauen. Wir sehen auf jeden Fall, dass die feministische Forderung Weiblichkeit mehr Raum zu geben von Disney und Marvel Gefolgschaft geleistet wird. So darf ich also einem langen Dialog über Familienplanung zuhören, obwohl bei den Widows auch die Fortpflanzungsorgane entnommen wurden und es somit nur für einen Hund anstatt Kinder reicht. Weiterhin wird die Praktikablität von Kleidungsstücken ausführlich diskutiert und unter Sistern schenkt mensch sich dann auch mal das eine oder andere Kleidungsstück. Ach was vermisse ich den Schwanzvergleich als sie alle versuchten Thors Hammer hochzuheben 😉
Sehr gut fand ich aber die Ausführungen zur Entfernung der weiblichen Fortpflanzungsorgane als Reaktion auf einen alten weißen Mann, der es wagte zu fragen, ob sie die Dame ihre Tage hätte.

Es gibt sehr viele weibliche Figuren und ihre Dynamik. Bspw. zahllose Black Widows anstatt die typischen Rothemden, die es natürlich auch gibt als Soldaten oder Gefängniswärter. Mir ist nicht klar, ob Natasha Romanoff eine Russin ist, die dann mal drei Jahre von 10 bis 13 Jahre in den Ohio/USA sozialisiert werden soll, um dann wieder zurückzukommen zum Red Room oder ob sie einer Amerikanische Weise ist, die von Russischen Geheimagent_innen instrumentalisiert wird. Es gibt ja den Vorwurf des Whitewashings. Wenn eine Amerikanerin eine Russin spielt, dafür gibt es noch keinen Terminus. Es hat auch mal eine Russin eine deutsche Rechtsextreme in dem Film „Kriegerin“ gespielt. Fand ich auch frech, aber das nur am Rande. Am Ende gibt es die Black Widows, die befreit werden von der Gedankenmanipulation. Ich sehe diese gecasteten Frauen und sehe ein westliches/amerikanisiertes/Progressives Zeitgeistzeugnis aus der politischen korrekten antirassistischen Ecke. Eine Hohe Anzahl an Quotenschwarzen und sehr viel amerikanischer Phänotypus. Kaum Russischer Phänotypus. Ich sehe das und bin raus, weil ich ein Matrixprogramm sehe, etwas sehe, das so gewollt ist um die Zuschauer_innen zu erziehen. Ich nehme es hin, dass es so ist, aber ich finde es auch irgendwo unauthentisch. Aber OK, kann ja sein, dass der Red Room sich auch genau diesen Typus Frauen gecastet hat, weil sie eben keine russisch aussehenden Frauen einsetzen wollten, sondern amerikanisierte. Mir fehlt der Begriff dazu, das pendant zu Whitewashing. Sorry, dass ich das so ausführlich thematisiere, aber das Thema ist gerade geladen in der Matrix. Die CDU kassierte auf jeden Fall vor drei Tagen nen Startseitenartikel von SPON, der on the Top auftauchte. In diesem Artikel wird kritisiert, dass die CDU „keinen Karneval der Minderheiten aufführt“. Es gibt aktuell eine Agenda, welche die neue Konformität herbeiführt und reine weiße Darstellungen problematisiert.

Einige der russischen Geheimagentinnen haben offensichtlich, den/die gleiche_n Friseur_in

Naja wie schwarz-Weiß-Denken so sind auch die Geschlechterdebattenprogramme fest installiert in meinem System. Kommen wir zu den Männlichen Figuren. Red Guardian hat mich gelangweilt, immerhin gibt es einen liebevoll dargestellten Boomer. Ein Eiskalter russischer Agent mit Herz. Ich wusste nicht wieso und woher er seine Superkräfte hatte. Ich wusste nicht wieso (und wie) er ins Gefängnis gesteckt wurde, kurz nachdem er loyal die beiden falschen Töchter nach drei Jahren Scheinvaterschaft wieder abgegeben hat. Wieso hat er sich in den 20 Jahren nicht selbst aus dem Gefängnis befreit, wenn er da ohne Probleme eine Stahltür eintreten kann, sondern erst als seine beiden falschen Töchter mit dem Hubschrauber vorfliegen? Und um die männlich-harten-Knastklischees zu bedienen wird dem einen großen starken Mann mal eben der Arm gebrochen, um ihn hinterher fertig zu machen, dass er rumheult. Nein, ein Mann sollte keine Gefühle zeigen, keine Schwäche, nichtmal, wenn einem der Arm gebrochen wird. Dann wird er eben noch der Lüge entlarvt, dass er gar nicht mit Captain America gekämpft haben kann, weil er noch im Eis lag, als er ins Gefängnis kam, nur um in der nächsten Szene Natasha zu fragen, ob Captain America ihn erwähnt hat, als ob Captain America ihn kennen müsste. Es werden gemeinsame Erlebnisse suggeriert, die es aber gar nicht geben kann.

Drei Männliche Figuren. Den Boomer, der Good Guy und der Bösewicht. So müssen sich wohl Jahrelang Frauen gefühlt haben, als weibliche Figuren vor allem Randfiguren waren.

Schlechteste Szene des Films ist für mich ist dieser typische Filmmove um einen Twist zu generieren. Ich bin mittlerweile zu anspruchsvoll ich lasse mich als Zuschauer nicht mehr für nen Twist als Dumm verkaufen. Es wird suggeriert, dass die falsche Mutter eine Verräterin ist, nur damit sich hinterher herausstellt, dass es abgesprochen war. Aber OK, hat kurz Verwirrung gestiftet, es wirkte aber seltsam unrealistisch, die Familie nicht aus taktischen Gründen einzuweihen. Achja Hauptfigurenbonus. Sie können es taktisch angehen wie sie wollen, die Guten gewinnen ja eh am Ende (Ausnahme Avengers 3). Achja und um sich nen Nasennerv einzuklemmen, damit Natasha die Pheromone nicht mehr riechen kann vom Bösewicht, weil sie programmiert ist ihn nicht töten zu können, wenn er gerochen wird, hätte es sicherlich auch nen sauberen operativen Eingriff vorher geben können anstatt sich spontan mit im Kampf die Nase aufm Tisch zu brechen und zu hoffen, dass innerhalb von einer Millisekunde nicht mehr gerochen werden kann und der Enemy getötet werden kann. Mädel benutz doch nen Skalpell, vor allem wenn du es vorher weißt. Ich weiß, dass es manche Feminist_innen nicht mögen, wenn ich das Aussehen einer Frau kommentiere, aber deine Schöne Nase. Ach ich vergesse manchmal, dass es nur Comicverfilmungen ist und klar, es ist OK, wenn sie sich nach diesem Move die Nase wieder richtet und sie aussieht als ob nichts gewesen wäre und vermutlich danach auch wieder riechen konnte wie vorher. 2016 gabs ja noch kein Covid. Noch eine Szene, die mich herausgebracht hat. Es wirkte so, als ob der Red Room im russischen Luftraum aufgesucht wurde. Abgestürzt ist es dann aber in den USA, weil ich die Fahrzeuge der amerikanischen Regierungsbeamt_innen zuschrieb, die danach auftauchten. Aber naja Kleinigkeiten, obwohl so ein auf die Erde herunterstürzendes Riesenteil, ausgelöst durch eine Rettungsaktion der Avengers, nicht zum besten Image von ebendiesen beitragen dürfte. Ein Ähnlicher Vorfall führte nämlich zum Sokovia-Abkommen. Der Film spielte kurze Zeit danach.

Alles in allem ein durchschnittlicher Marvelfilm, wo viele MCU-Elemente fehlten. Es fehlte mir ganz klar ein Cameo-Auftritt. Irgendeine andere MCU-Figur hätte mal auftauchen können. Was war denn in der Zeit mit Hawkeye, deren Geschichte endet in Avengers 4 so tragisch, die hätte doch nochmal erwähnung gefunden. Ein klein bißchen Dynamik zum MCU hätte gut getan. Stattdessen nur sein Foto in der Postcreditszene „Jahre später“ und die Erwähnung der anderen Avengers in den vielen Dialogen. Ich denke da an den Minicameo der X-Men in Deadpool 2, die nur für 2 Sekunden zu sehen sind, wie sie eine Tür schließen. Leider Nichtsdergleichen. Ja, ein Stan Lee Cameo ist ja leider nicht mehr möglich und das ist ein spürbarer Unterschied. R.I.P.

Weiterhin vermisse ich den typischen Marvelhumor. Es gibt jetzt keine Punchline, keine Situationskomik, die hängen geblieben ist.

Eine Große Stärke von Marvel war auch immer schon der Figuraufbau. Hier kommt „Black Widow“ wohl Jahre zu spät. Eine ältere Geschichte wäre wohl interessanter gewesen oder Black Widow und Yelena auch mal als mutigen Move im Alter von Roundabout 18 bis 21 zu zeigen. Mir fehlt noch das Wissen, wie sie sich aus dem Red Room befreien konnte und zu S.H.i.E.L.D kommt. Wird das in der Serie erklärt, die ich nicht gesehen habe?
Marvel baut ziemlich ab mit dem Aufbau einer young Avengers Nachfolge. Fand das schon bei den Spiderman Protagonisten sehr schlimm, dass sie immer jünger wurden von Tobey Maguire, der mit am besten gefiel, über Andre Garfield bis hin zu Tom Holland, der einen 15jährigen Spiderman spielt. Hier hat Marvel nachgelassen und da macht mir die Zukunft des MCU ein wenig Angst. Hoffnung machen mir aber die kommenden Produktionen, die wieder mehr ins magische gehen und das Multiverse thematisieren wie hoffentlich in Dr. Strange und dem neuen Spiderman, wo bestenfalls die anderen Spiderman-Protagonisten auftauchen oder mit Eternals Wesen, die größer als die Asgard-Gottheiten sind. Es kommen weiterhin ein neuer Thor raus, der vielleicht eine Lokiversion einbetten wird und Guardians of the Galaxy. Ich freue mich und bleibe natürlich weiterhin MCU-Fan.


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