Wonder Woman 1984 – Ein Verriss

Tja meine Vorfreude war mit dem Trailer und der Trailermucke groß. Aber wie so oft, ist dann der Drop aufgrund hoher Erwartungen umso größer.

Durchgehendes #Gespoilere, also den Text bitte nicht lesen, wenn du den Film schauen möchtest, um die ne eigene Einordnung zu kreieren. Ansonsten kommentiere gerne wie du den Film fandest.

Fangen wir mit der Sache die mit Abstand am Besten ist. Diese Gal Gadot in der Figur der Amazonin Wonder Woman. Sie strahlt so eine breite an Archetypen von Weiblichkeit aus. Die Kriegeramazonin, die Liebende, die Businessfrau, das Frauchen, die Emanzipierte, die Distanzierte, die mit dem gebrochenen und dem offenen Herzen, Die Selbstbewusste und die, die zu anderen Frauen hochschaut. Am Anfang des Films sagte ich noch, fehlt nur der Archetyp Mutter bei ihr, aber das wird dadurch ausgeglichen, dass sie ständig kleine Süße Kinder rettet und sie ins Schaukelpferd, in den Plüschpanda setzt oder mitten in Actiongeballter Szenen Kindern noch ne Ansprache mitgibt, dass sie auf der Straße aufpassen sollen (Erinnerungen teils Verschwommen).

Es ist angenehm ihr zuzuschauen. Ich mag ihre Moves in den Kämpfen, wenn sie sich auf ihren Kniehen von Gegner zu Gegner arbeitet. Und ja, ich sage es wie es ist. Dieser Rock reizt mich als Mann in den Kampfszenen.

Der Background ist auch ähnlich Greifbar wie bei Thor und Loki aus dem MCU. Ihre Fähigkeiten hier auf der Erde speisen sich daraus, dass sie ne göttliche Abstammung hat. Oder von der Insel der Amazoninnen kommt und hier auf der Erde durch andere Rahmenbedingungen Superkräfte hat. So wird es ja dann auch bei Man of Steel erklärt, dass die Kryptonier hier auf der Erde andere Fähigkeiten haben, weil unter anderem die Schwerkraft anders ist. Hier wird mit was logischem versucht etwas unlogisches zu erklären. Bitte wenn Superman fliegen kann, dann kann ich mich darauf einlassen, weil das Teil der Fiction ist, wenn es aber mit Schwerkraft erklärt wird, dann schaltet sich mein kritisches System ein. Wieso kann er dann schweben?

In Wonder Woman 1984 tauchte der verstorbene Steve auf. (Komisch, dass er den gleichen Namen hat wie Captain America). Es ist einerseits OK, andererseits nen Retortenmove. Und ja es lud zu dem Running Gag ein, dass im ersten Teil Wonder Woman die Mode der 1918er erklärt werden musste, weil sie aus einer anderen Welt kam und jetzt musste Steve die Mode erklärt werden, weil er aus einer anderen Zeit kam. Den Gag kann mensch sogar noch als gelungen durchgehen lassen.

Die 80er waren für mich jetzt nicht so greifbar getroffen, wie sie bspw. Liebevoll in Form von Eastereggs in „Ready Player One“ eingebaut wurden. Aber OK. Sie ist ja ne Amazonin, 1918 auf die Erde gekommen und ohne zu altern geblieben.

Sie trauerte offensichtlich 66 Jahre um ihren Verlust Steve, den sie im ersten Teil verloren hatte. Ne lange Zeit, wenn ihr mich fragt, aber ok, lassen wir das mal als Teil der Fiktion durchgehen. Ihre Liebe basierte aber im ersten Teil absolut darauf, dass es von der ersten Sekunde Retter-Energie zwischen den beiden gab. Sie rettet ihn aus dem Flugzeug vor dem Ertrinken, er kämpft mit ihr gegen die Deutschen und dann geht’s auf Weltrettermission gegen Ares. In meinem letzten Posting zu „The 100“ sprach ich schon über das Phänomen von Attraktivität von Männern, nur in Krisen, Kriegs und Heldenzeiten und der Unattraktivität in Friedenszeiten, wenn es im Außen keine großen Gegner und Aufgaben gibt. So war ihre Liebe ihm gegenüber nur schwer nachzuvollziehen in dem neuen Setting, wo er mit ihr in ner Bude aufwacht. Auch meine weiblichen Mitschauenden labelten Steve als unattraktiven Mann. Dazu kann ich nichts sagen, mich hat diese Einordnung eher überrascht, aber ich fands interessant.

Immerhin hatte er ja noch sein Talent, das Fliegen. Und Klar, kann mensch, wenn du das 191x gelernt hast auch 198x Maschinen fliegen. Er macht ein paar wulstige Worte zu seinem Talent und Wonder Woman nutzt diese, dann um Fliegen zu lernen. Für mich hat das die Figur kaputt gemacht. Wieso muss sie versupermaned werden? Fuck. Und OK, Thor kann auch fliegen, wenn er seinen Hammer ganz schnell dreht. Aber das Lasso der Wahrheit und weil sie sich in die Winde legt? Sorry. Nein.

In der Story ging es um einen Wunschstein, deswegen tauschte auch Steve auf. Der nur einen Körper eines anderen Mannes besetzte, was durch einen Kameradreh eingefädelt wurde. Keine Ahnung, ob es wie in „Ghost“ war oder wie in „Rendevouz mit Joe Black“. Schwierig, aber auch Teil der Fiktion. Der Stein nimmt auch was. Bei Wonder-Woman angeblich die Kräfte und da bleibt meine Kritik innerhalb der Fiktion hat sie nicht annähernd ihre Kräfte verloren. Sie hat im Gegensatz zu vorher nur mal nen Kratzer bekommen. Kräfte verlieren sieht auch innerhalb dieser Filmrealität anders aus. Muss ich sagen ziemlich unsportliches Ungleichgewicht zulasten „der Guten“.

Zum Bösewicht komme ich gleich, weil es in Extrapaket ist. Nur in dem Zusammenhang möchte ich sagen, dass die besondere Lösung, die zum Sieg führte, als Idee auf einmal da war und unüberprüft als richtige postuliert wurde. Es gab keinen schwierigen Weg das Geheimnis zu lüften und es gab auch keine magische Hürde zu überwinden bei der Lösung, anders als beim Probleme kreieren.

Das Problem war ein Mann mit Kind. Ein schmieriger, gieriger Ölmagnat, der voll am failen und Versagen ist, sich das aber nicht eingestehen will, weil er ja natürlich nen Vater-Traumata hat und sich beweisen muss um Anerkennung zu bekommen und keine Verletztlichkeit und Schwäche zeigen darf, weil das hart bestraft wurde vom Papa. Ich finde es psychologisch wichtig die Figuren mit ihrer Kindheitspsychologie zu erklären, am Genialsten fand ich bspw. Wo JOKER in die Psychietrie einbricht, um die Akten seiner Mutter zu stehlen und seine Wahrheit liest. Hier war es mir zu platt.

Und jetzt nochmal ein bissl Wertschätzung. Die Plotidee mit dem Wunschstein, der aber vom Gott der Täuschung und Lüge auf die Erde versandt wurde ist schon ziemlich gut und relativ Innovativ. Im weitesten Sinne kannte ich das nur von Aladdin und seinem Dschinn, zuletzt gespielt von Will Smith. Die Wünsche sind begrenzt und mensch muss, wie auch in der Manifestationsarbeit zum einen darauf achten, wie sie formuliert werden und zum anderen welche Instanz mensch bittet dir auf dem Weg zu deinem Wunsch zu helfen. Es gibt dunkle und lichtvolle Spirits, welche dir helfen und die Preise sind demnach sehr unterschiedlich.

Aus diesem Plot könnte mensch dann richtig gut was machen. Aufbauen, greifbar machen. Aber es eskalierte mir zu schnell. Der Film sprang in die internationale Politik mit neuen Grenzen in Ägypten, zu der Macht des US-Präsidenten und natürlich einer 80er Jahre Atomraketen-Eskalation mit Russland. Nennen wir es mal Sprunghaft. Und OK es ist ein Comic… Comics sind Sprunghaft. Aber hey, ihr macht hier einen teuren Hollywoodfilm und auch die haben Anspruch auf Aufbau, Ruhe, Stimmigkeit. Da hapert es. Als Hollywoodfilm ein absoluter Fail. Nur mit vielen gutem Willen und Comicheftansprüchen kann mensch den Film durchwinken.

Letzter Punkt, die Genderdebatte. Ich persönlich mag ja die Frauen in meinem Umfeld und davon gibt es nicht wenige, die sich klar vom Feminismus distanzieren, aber Weiblichkeitsarbeit machen und dann gibt es diesen progressiven toxischen Feminismus in dieser Matrix. Und dazu auch, dieses Programm von Interkurelle Darstellung, was son Programm geworden ist. Es ist ja schon gar nicht mehr möglich eine weiße heterosexuelle Familie irgendwo zu porträtieren ohne das linksprogressives „das ist heteronormatives Whitewashing“ Kampfbegriffsbashing kommt.

Das Raumgeben des Archetyps einer Amazonin ist für mich die spirituelle Weiblichkeitsarbeit mit der ich resoniere. Und dann hat der Film aber noch die ganzen anderen Programme am laufen. Der Bösewicht an ein Kind und teilt sich das Sorgerecht mit der Mutter. Obwohl es eine wichtige Figur ist, bleibt die Mutter seines Kindes außen vor. Mensch sieht sie nicht. Das Kind sieht aber asiatisch aus. Und klar kann sein, kann auch in den 80er sein. Aber ich fühle es nicht. Es ist nicht authentisch. Es ist ein progressives Konstrukt unserer Zeit, dass in diesen Film hineinprojiziert wird. Es ist der Quoten-Nicht-Weiße. Und hey bei den Amazoninnen gab es immerhin schon viele Schwarze Frauen. Aber das war irgendwie stimmig, weil ne Amazonin keine Hautfarbe kennt. Aber dieses Kind nahme ich dem „Bösewicht“ nicht ab. Auch die eine Szene, wo das Kind ihm mit Wunschkraft des Steines aus dem Herzen wünschte groß zu sein, schien Bedeutung zu haben, hatte aber keine Konsequenzen. Der Film ließ es sich dann auch nicht nehmen eine Stereotype Abreihung von sogenannter Toxischer Männlichkeit aneinanderzuketten. Meine Mitschauenden Frauen reagierten dann entsprechend auf die Männer, welche dann „Schmierig“ oder „toxisch“ und „Übergriffig“ Frauen ansprachen. Und wieder nur son Bashing. Egal wie du es machst es ist falsch. Wonderwoman kommt in einem Sexy Kleid auf eine Party und blockt eigentlich jeden Kontaktversuch mit triggernder Distanziertheit ab. Und das ist auch nicht die Lösung. Boah… ich merke, ich würde genau zu dem Thema Männer sprechen Frauen an, nen sehr tiefen Extrabeitrag schreiben wollen. Aber jetzt würde ich mich nur verheddern und in ein gefährliches Feld hineinschreiben. Übrig bleibt nur mein aktueller State, dass in mir soviele, ich kann es eh nur falsch machen Programme installiert sind, dass ich es leider in der Konsequenz komplett sein lasse Frauen anzusprechen.

Am Ende des Films wird dann nochmal aus Feministischer Sicht vermutlich gelungenes Gespräch zwischen Wonder Woman und einem Mann gezeigt. Er schaut in die Luft und beachtet sie gar nicht. Er ist bei sich und in diesem Typischen Herzen, wie es in der Spiriszene gerne dargestellt wird. Er ist mit seinen Sinnen in der Natur und dadurch im Moment. Sein Fokus ist nicht bei der Frau. Er will gerade nichts. Und dann spricht Wonder Woman ihn an, in dem Fall die zivile Diana Prince. Es gibt einen kurzen Austausch und vorbei ist die Szene.

Wow. Die neue Männlichkeit? Es funktioniert und in mir ist Widerstand? Da geht die Frau in Kontakt, aber der Mann ist kaum noch da. Hinter zu viel Herz und „nicht-Wollen“ und im Moment Sein verschwunden. Ich verstehe es nicht. Aber gut ist ja jetzt auch nicht das Thema.

Sorry, ich rutsche leider noch beim Schreiben zu sehr zu meinen Themen ab?

Um mal wieder den Abschluss zu finden. Es geht wirklich besser. DC strengt euch an. Ihr könnt es. Die Dark Knight Trilogie war für mich die am besten aufgebaute Superheldenfigur aller Zeiten. Bis hin zum Butler Alfred, der eine komplexe Rolle spielte. Ich hoffe, dass euer neuer Batman mit Robert Pattinson an den düsteren Erfolg von Joker anknüpfen kann. Suicide Squad ist ein Sprung mit zu vielen Figuren in eine Realität, wo die Figuren kaum aufgebaut werden. Eure justice League war auch nur mäßig erfolgreich. Batman war neu und kaum Aufgebaut mit nem eigenem Film. Aquaman ist großartig. Flash zu unsicher und Cyborg auch zu sehr im Widerstand mit sich selbst. Das Große Problem an DC ist, dass sie den lamesten Superhelden aller Zeiten haben, nämlich Superman. Er ist zu mächtig. Den hat sich leider Marvel mit Captain Marvel auch eingeführt, aber die ist nicht so erdsesshaft, die kann mensch für Avengers beliebig aus und einblenden.

Ich freue mich auf jeden Fall auf die neuen Marvel-Filme. Sie sind halt deutlich besser. Das MCU hat einen genialen Aufbau aus Einzelfilmen und Avengersfilmen. Freue mich auf Black Widow, der bald kommen wird. Aktuelle und das ist ne Empfehlung von mir, schaue ich „WandaVision“. Eine neue Serie, die ans MCU anknüpft. Und es ist genial, es ist innovativ, mutig und eine geile Metaebenenfiction, weil es eine Serie in einer Serie ist.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s