The 100

Tja, mein spirituelles Ego würde sich jetzt auch gerne mit was anderem zeigen, über was spirituelles quatschen. Aber mein Alltag besteht jetzt gerade im Lockdown mit nem Verletzten Knie Tatsache aus Serien und Filme – Bingen.

Appropo : Heute ist Deutschlandpremiere von „Wonder-Woman 1984“… habe mir erst auch „Superman V Batman“ angeschaut, wo Diana Prince eingeführt wird ins DC Extended Universe und sie den beiden Herren zu Hilfe kommen durfte (Batman: „gehört sie zu dir“, Superman „nein, ich dachte zu dir“) und Wonder Woman Teil 1. Es ist der Film, wo ich mich jetzt am intensivsten drauf gefreut habe die letzten Monate. Ich bin sehr in Resonanz mit dem Trailer, der Trailermusik und generell gerade der Amazoninnenenergie, die auch in der Serie auftaucht über die ich jetzt schreiben werde.

Und dann quatsche ich jetzt halt emotional aufgeladen nach dem unfassbar emotionalen Staffelfinale von Staffel 5 (von 7) einfach mal über ne Serie. Die Serie heißt „THE 100“ und ich schaue sie gerade in meinem Probemonat bei Joyn an.

Ich kann sie sehr empfehlen und empfehle auf gar keinen Fall weiterzulesen, wenn ihr das tun wollt. Denn ich werde #SPOILERN. Wenn ihr die Serie gesehen habt, dann freue ich mich über einen Austausch. Oder berichtet mir von euern Serienhighlights in der tristen Zeit.

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„Die“ Serie der 2000er war für mich auf jeden Fall „Lost“, wo eine Gruppe auf einer Insel landen muss und sich finden muss. Und „die“ Serie der 2010er gleichzeitig die besten Serie aller Zeiten natürlich „Game of Thrones“. Ein Vergleich mit „der“ Serie der 90er „Friends“ wäre jetzt aber zu weit hergeholt, auch wenn es natürlich ne Kerngruppe aus Freunden gibt, die auch sehr interaktiv ist 😉

Dieses Postapokalypse-Preapokalypse-Apokalypse-Postapokalypse-Preapokalypse-Endzeit-Neuzeit-Menschheitskatastrophenüberlebenskampfdrama dockt bei diesen anderen Großen Serien an. Bspw. „Lost“, weil „The 100“ sich erstmal gruppendynamisch zusammenfinden und sich dann innerhalb einer Anarchie die Leader rausbilden. Es erinnert auch an die Serie der 2010er und die besten Serie aller Zeiten, weil es dann doch sehr viele Location-Wechsel, Wanderungen und Vermischungen mit anderen Gruppen auf der Map geben wird. Aber klar kommt bei weitem nicht ran. Und ja… es sterben sehr viele Menschen auch Identifikationsfiguren. Die Serie spielt auch in der Zukunft und es taucht neben den archaischen Gruppen auch ne Sekten-KI auf oder „Implantate“, die eingesetzt werden, die eine Connection zu früheren Leadern aufbaut, was mich entfernt an die Netflix-Serie „alterned Carbon“ erinnert.

Der zentrale Punkt, den die Serie ausmacht ist die Ethik. Gruppen werden immer wieder an den Rand der Existenz gebracht. An der Stelle muss ich nochmal ausschweifen und sagen, dass es mich nervt, dass der Terminus „Existenzängste“ mit Wirtschaftlichkeiten konnotiert ist, obwohl es in der Bedeutung, die ich mit dem Begriff verbinde um Leben und Tod geht und hier in der Serie noch viel krasser: um das Überleben der gesamten Gruppe bzw. der Menschheit geht. Es müssen schwere Entscheidungen getroffen werden. Stichwort Verschwörungstheorie „Eliten planen Bevölkerungsreduktion“. Es schafft auf jeden Fall Empathie für die Eliten, die schwerste Entscheidungen treffen müssen, wo das Herz, die Moral, die Ethik, die Intuition usw. alles NEIN schreit und trotzdem ist es für die höhere Sache, dass die Menschheit überlebt, eine richtige Entschedidung, die Ethik zu brechen und bspw. Menschen geopfert werden müssen. Das wühlt echt auf. Zum Glück ist es nur ne Science-Fiction-Serie. Spannend ist auch zu sehen, dass Protagonist_innen auf der einen Seite von einer ethischen Entscheidung betroffen sein können und es natürlich dann „Scheiße ist“ und im Laufe der Staffeln steigen diese Protagonist_innen zu Leader und zur Elite auf und in einer vergleichbaren Situation in die gleiche moralische-Ethische Falle geraten und dann selber so entscheiden müssen, wie sie es damals positionsbedingt natürlich ablehnen mussten. Ein Zitat aus der Serie ist: „erst überleben und später versuchen wir die Menschlichkeit zurückzugewinnen.“

Diese Postapokalypse-Feld wird in meiner Vorstellung in den USA von einem breiten Feld getragen von Verschwörungstheoretiker_innen, Prepper_innen und Völkischen. Ein Feld bei dem ich an Mad Max denken muss oder auch an Serien wie Walking Dead. Es geht viel um Clans. Dahinter so stelle ich mir vor, diese Sehnsucht nach Schlichtheit. Ein Wegbrechen von der bürgerlichen Zivilgesellschaft, ein wegbrechen von Institutionen. Einfach mal das Kapitol stürmen und Macht demonstrieren anstatt 4 Jahre nen Leader und die Institutionen über die er an die Macht kam zu akzeptieren. Ein wegbrechen von demokratischen Verfahren, weil die zuviel Zeit kosten würden und das Überleben gefährden. Ja, dann gibt es nur noch eine Elite auf der einen Seite und den Mob auf der anderen. Leader und Entscheidungen werden von Stimmungen getragen und von der Macht des Stärkeren und schnell umgesetzt. Die Leader, die Allianzen, Koalitionen, Deals, Feindschaften, die Interessengesteuerten Dynamiken sind dementsprechend sehr dynamisch. Toll für die Dramaturgie.

Für das Feministische Feld ist es auf jeden Fall erwähnenswert, dass es sehr viele Frauen in Führungspositionen gibt. Gefühlt sogar mehrheitlich bei den relevanten Clans. Während die Männer weiterhin natürlich mehrheitlich die „Rothemden“, im Sinne von Kanonenfutter, spielen. Sie sind es auch, die stärker als die Männer ihre Sexualpartner wählen. Da sind die Progressiven Matrixprogramme schon voll umgesetzt. Aber das ist keine Kritik, im Gegenteil.

Herausstechend ist die Serienfigur von Octavia. Sie musste sich die ersten 16 Jahre in einem Zimmer auf einer Raumstation, teils unter dem Boden verstecken. Dann auf der Erde geht sie in die Anarchie und will vor allem Lebendigkeit und ihre Freiheit leben, was auch Sexualität mit einschließt. Sie lebt da ihren Luder_Anteil aus und auch wenn der Begriff wahrscheinlich politisch inkorrekt besetzt ist, ich meine es positiv. Später schnappt sie sich den ersten „Grounder“, den die unter 18-jährigen „Skypeople“ überraschend entdecken auf einem Planeten, den sie für unbewohnt hielten. Für diese Amazone muss es der wilde, wenig redende, präsente, wilde, starke und exotische Mann sein, dem sie sich hingibt.

Das ist doch immerhin noch klassisch. Was für eine Liebe.


-Eine anderes Pärchen – und das wird von der Frau direkt so formuliert – möchte auch nur in Krisenzeiten dem Typen die Klamotten vom Leib reißen, wenn er Risiken eingeht, beschützt, rettet und den Helden spielt. In 5 Jahren Frieden in einem sicheren Raum ohne Feinde mussten sie sich trennen, weil die Attraction fehlte (und seine zynischen Muster) hochkamen. –

Krass was sie für ein Charisma sie in sich trägt, als sie sich ihrer Kriegerin hingibt und von den Groundern ausbilden lässt. Und ja krass wie traumatisiert diese Kriegerin werden kann, wenn das Herz gebrochen wird. In was für ein Feld von Dunkelheit sie gehen kann als sie die Rolle der einenden Führerin von „one-Crew“ einnimmt und sich unfassbar viel Energie von Verantwortung für Entscheidungen für das Überleben (inklusive Sterben) und Schuld für den Weg, den sie dafür wählt/“wählen musste“ in ihrem System absetzt. Sehr bewegender Moment als der Ballast dieser Rolle ihr genommen wird.

Der Häufigste Satz ist immer wieder. „Ich hatte keine Wahl“… eine interessantes Phänomen, das ja auch bei Merkel thematisiert wird, wenn sie von Alternativlosigkeit spricht. Und immer wieder werden Variationen diskutiert wie bspw. „du hast nur eine Wahl!“ – „das ist ein Widerspruch in sich“.

Schön wie Serien mich aus meiner tristen Realität wegballern können. Nicht, dass ich nicht diese westlich, Mentale, infrastrukturelle,instituionalisierte und „freiheitliche“, rechtsstaatliche, digital Konsumvielfältige, aber auch toxische Gesellschaft einem Todeskampf in der Endzeit vorziehen würde. Aber es ist Tatsache schon schwerer zu seiner Rolle zu finden und faszinierend, dass auf diesem Planeten auch außerhalb der Fiction Menschen den Weg des tötenden Kriegers gehen, gegangen sind oder gehen werden und unter Einsatz ihres Lebens sich für eine Sache hingeben. Dieses Risiko und die Nähe zum Tod führt natürlich sicherlich auch zu einer Lebendigkeit im Sinne von Intensität. Gleichzeitig ist das Überleben dann auch mit Traumatan verbunden und Qual. Ja, meine Todesangst und meine karmischen Kriegeranhaftungsanteile sind auch noch Themen, die mich nahezu täglich begleiten und so eine Serie hilft das in einem mit Distanz zu berühren.

AHO

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