zu der aktuellen USA-Protestwelle

Meine Morgenseiten

Dieser Text stellt keinen Anspruch darauf sortiert zu sein: seine Aufgabe war es mich zu sortieren, das Thema durchfließen zu lassen und jetzt, wo ich mich entladen habe, hoffentlich andere Pinwände, die mich wegen Verkürzungen triggern in Ruhe zu lassen.

Viel Spaß beim Lesen meiner Reflektionen und Einordnungen zu dem aktuell präsenten Thema:

Ich habe jahrelang über das Thema Polizeibrutalität gebloggt und geschrieben. Ich habe sehr viel davon erlebt (zum Glück nur die Deutsche.). Umso erstaunlicher, wie sich die Einordnungen mit dem Erwachsenenalter wirklich verändert. Ich springe nicht mehr so an und habe mir einfach mental andere Einordnungsperspektiven kreiert.

Als erstes möchte ich sagen, dass ich genervt bin, dass der Focus wie so oft in den USA ist. Klar, haben wir eine krasse Verbundenheit, vor allem auch durch Hollywood und die Silicon Valley Konzerne. Aber es ist schon ne krasse Verzerrung zu glauben wir sind denen ähnlich und unterscheiden uns von anderen Ländern stark. Ich finde dieses Land krass vom politischen System, von den Medien, von der Schusswaffenliberalität von der Todesstrafe, dem religiösen Fanatismus und von der Polarisierung und bin an der Stelle so froh, dass wir in Deutschland noch weit entfernt sind von dieser krassen Spaltung.

Und mein Focus ist jetzt leider auch da. Konnte mich dem auch nicht entziehen und habe es in mich eindringen lassen, um mich von mir abzulenken. Ich ziehe mir die Gewaltbilder rein, weil es ne krasse Energie ist. Ich beobachte Freude bei mir, wenn Polizeipräsidien brennen, da sich die Aggression gegen den Aggressor (gegen ein Gebäude/Institution) ausdrückt. Ich ärgere mich über die Randale, weil es die Falschen trifft. Sie machen ihre lokalen Geschäfte kaputt und plündern sie. Die Leute sind zu dumm für ne Revolution, sie können keine Gesellschaft halten, führen oder es besser machen. Sie lassen sich noch in dieses links-Rechts-Ethnien-Spiel hineinmanipulieren. Diese Aggression trifft die Falschen. Aber immerhin werden Bilder von Flammen und Rauch kreiert, welches die Wut sichtbar macht. Aber die, um die es wirklich geht, das „oben“, die nicht sichtbaren Eliten, die sind nicht greifbar und schauen sich das Spiel aus sicherer Distanz an und erfreuen sich der Energien und sind dankbar, dass sich das Ablenkungsspiel wieder anheizt, weil sie „Schuldige“ finden, auf die es leicht ist den Focus zu lenken.

Ich finde Trump ist natürlich auf der Frequenz eine Katastrophe. Immerhin musste er mal kurz in den Schutzbunker. So toxisch die Antifa ist, so sehr ich sie kritisiere. Das Spiel mit der Stigmatisierung als Terrorist_innen ist supergefährlich. Das Spiel hat Erdogan gemeistert und das Land hat unzählige politische Gefangene, aufgrund von Zugehörigkeiten oder Haltungen, einfach weil so ein Stigmata Power hat. Die vorhandenen Gesetze gegen Vandalismus usw. müssen ausreichen. Wenn sie zu Terrorist_innen erklärt werden, dann gelten andere Haftbedingungen, andere Verhörmethoden, andere Ermittlungsmethoden (Überwachung), andere Strafen, obwohl auch die Antifa ja nur ein Ausdruck, ein Spiegel ist für abgespaltene Anteile der Mitte, die dort am Rand ausgedrückt werden.
Und ich möchte es nochmal hier sagen, antifaschistisch zu sein ist völlig unabhängig davon, wie mensch zu der Antifa steht, weil ich immer wieder Leute in meiner Timeline sehe, die das Gleichsetzen und in mir nur ein Großes NEIN aufschreit.

Es ist krass was da passiert ist mit Floyd. Es ist scheiße. Mit etwas Distanz betrachtet, kann mensch aber auch sagen, dass es keine absichtliche Tötung war. Aber es hatte Symbolkraft für ein größeres Thema, gerade mit dem powervollen Symbolilschen Satt „I cant Breath“

Es werden jeden Tag auf der Welt ständig Menschen getötet durch Sicherheitskräfte, Soldat_innen oder auch Geheimdienste oder irgendwelche Fanatiker_innen. In anderen Teil der Welt können Menschen nicht mal demonstrieren oder frei rumlaufen (Bspw. Frauen ohne Genehmigung des Mannes). Aber der Fokus ist jetzt in den USA, so auch meiner und ich muss es jetzt rausschreiben, um es durchfließen zu lassen. Ich bin auch echt berührt von der Geste der niederknieenden Polizist_innen. Gänsehaut, was für eine Demut. Es ist schon ein wenig Makaber, dass es das Nieder“knien“ ist, aber die Geste war ja schon vor dem Vorfall da und das fühlt sich nach Heilung an.

Und schön, dass da ne Reinigung passiert, aber ich habe immer noch Widerspruch in mir, der sich auf Aspekte des Diskurses oder des Fokusses bezieht, der sich in mir widersiegelt.

Dieser Fokus auf Rassismus. Ja, der Rassismus ist in den USA tief verwurzelt. Er ist historisch sehr krass bedingt. Es ist ein Dämon, der sich von den Schuldgefühlen der Weißen ernährt. Sie sind nachdem sie einmarschiert sind und die hiesige Bevölkerung einem Völkermord unterzogen haben in einen anderen Kontinent einmarschiert und haben Menschen zum Arbeiten in die USA verschleppt. In mir kommt die Frage hoch, warum sie es geschafft haben Schwarze und Sklaven zu machen und Indianer_innen nicht. Klar neben dem Rassismus, der vermutlich damals Schwarze unter Indianer stellte, mussten die Afrikaner_innen auch noch durch Verschleppung entwurzelt werden, um sie gefügig zu machen. Keine Ahnung.

Es sind „Amerikaner_innen“ in den Krieg gezogen, um sie zu befreien und es haben „Amerikaner_innen“ ihr Leben gelassen, damit die Gesellschaft an den Sklavengesetzen festhalten kann. Und jetzt leben die Schwarzen „gleichberechtigt“ Seite an Seite in der gleichen Gemeinschaft, dem gleichen Land. Das triggert die Schuldgefühlte, die noch tief im kollektiven Feld als Schatten in „den Weißen“ sitzt. Diese Schuldgefühle müssen absgespalten werden, weil Schuldgefühle so mit das mieseste Gefühl ist, dass es gibt, weil es sehr dunkel und selbstzerstörerisch ist. Mensch baut einfach nach oben Strukturen, hohe Häuser, große Institutionen, großes Militär als Wettrennen, um vor den Schuldgefühlen wegzurennen und die Zerstörung nach außen zu richten. Würde sie sich wirklich ihren Schuldgefühle in voller Demut hingeben, dann wäre es ein Zusammenbruch des Systems. Das System ist so leer, es wird zusammenbrechen. Die USA halten sich durch die äußeren Märkte, durch ihren Imperialismus, durch ihr Militär und die Macht über den Dollar und Notenbanken, aber innerlich implodiert diese Gesellscchaft ein Stück weit, vor allem der Binnenmarkt.

Die Schwarzen sind durch die Gesetze gleichgestellt und sie dürfen in der amerikanischen Matrix, die Spiele von Erfolg und Geld usw. mitspielen, aber sie sind (auf einer gewissen Frequenz) nicht geliebt. Es gab nie wirklich ein Vergebungsprozess. Die Wunde unfrewillig aus der Heimat entrissen worden zu sein, steckt sicherlich auch noch in ihrem Ahnenfeld, während die Inkarnationen heute ihre Heimat mit den Täter_innen teilen.

Das kollektive Feld der Amerikaner_innen fühlt sich für mich neurotisch durchsetzt mit Angst an. Ich finde es einen großen Fehler, dass soviele Schusswaffen im Umlauf sind, was ja den Kreislauf erhöht sich Schusswaffen besorgen zu müssen. Es ist ein Verfassungszusatz und die Lobby ist stark und in ihrer Welt sind auch ihre Argumente stark. Waffen müssen erlaubt, sein, sonst hätten ja nur die Bösen welche.

Ich bin auch kein Mensch, der wie viele Gutmenschen Gewalt pauschal ablehnt. Dann kommt es mal zu einem Konflikt im öffentlichen Raum, zwischen zwei Menschen und sie reagieren sich mit nem bissl rumschubsen ab. Kein Drama, gehört zur Sozialisation, vor allem von Jungen dazu und ist auch wichtig, wird aber durch unsere toxische Erziehung, Pädagogik und unser Wertesystem abgespalten. Wer pauschal gegen jede Form der Gewalt ist, kreiert in dem Moment einen Schatten.

Schade, gibt ja die Story, dass Männer-Freundschaften so anfangen, da es nach der Schlägerei ein gemeinsames Bier gab. Es ist nur ein Problem, wenn die Leute eine Waffe tragen. Könnt ihr euch dieses toxische Machtgefühl vorstellen? Ich stelle mir vor, dass Menschen mit Waffe, ganz anders in Konflikte gehen als ohne. Dass sie bereiter sind zu eskalierteren usw. Und wer sind die „Guten“, die Waffen tragen dürfen. Jeder kann mal nen schlechten Tag haben. Und auch die Right-Wing-Leute sehen sich als die Guten und es ist wirklich absurd aus meiner Deutschen Sozialisierten Brille, wie Leute mit Halbautomatischen Maschinengewehren auf Demos rumstehen.

Und auf der anderen Seite ist es ist auch der Amerikanische Gangstarap, der eigentlich ungünstige Stereotypen kreiert und sich in ihrer Kunst mit Waffen, Macht, Sexismus, Kriminalität usw. stilisiert. Klar ist dieses Täter und Machogehabe auch gefüttert aus einem unterdrückten Opferanteil, aber es manifestiert sich in die Realität. Ziel ist es ja auch sich abzugrenzen von der Mehrheitsgesellschaft der Weißen, aber dann ist es wiederum absurd, sich darüber zu beschweren, dass mensch ausgegrenzt wird. Ein Teufelskreis.

Aufgrund von multikomplexen Ursachen: Rassismus, Othering, Stigmatisierung finden sie keine Jobs und werden in Viertel abgedrängt, die sozial kippen. Dort eignen sie sich ihren Slang, ihr Gangsta-Täter-Behavior an und werden dann wiederum von den Unternehmen abgelehnt, weil sie so einen Slang nicht passend finden und das ja dann auch Ängste berührt, wenn solche Konflikte in die Arbeitsstelle getragen werden.

In der Folge gibt es eine hohe Gewaltstatistik durch Schwarze. Dann gibt es Medien, die vor allem durch Copshows halt dieses Klischee bedienen (und Medien dürfen das!) dann steigert sich auf der anderen Seite die Angst, die dann wieder systemisch das Verhalten von Polizist_innen gegenüber Schwarzen beeinflusst. Die Polizist_innen agieren dort auch grundsätzlich aus einem Feld der Angst. Sie müssen Angst haben bei Kontrollen erschossen zu werden und sie alle kennen Geschichten von toten Kolleg_innen.

Ja, der Rassismus existiert. Es gibt Stigmata und sich selbst erfüllende Prophezeiungen. Schwarze werden überdurchschnittlich kontrolliert und es gibt harte Strafen, wie auch für kleine Vergehen wie Marihuana, während Weiße vermutlich besser beim kontrolliert werden und vor Gericht wegkommen. Am meisten schockierte mich mal die Analyse, dass es privatisierte Gefängnisse in den USA gibt, die sich somit auch in das Wirtschaftlichkeitsfeld von Profitmaximierung begeben und so gibt es ein systemisches Interesse, dass die Gefängnisse voll sind. Da arbeiten, die Felder von Gefängnissbesitzenden, Gerichten und Politik Hand in Hand (bzw. energetisch zusammen) und können sich über Interessen, Korruption und Korrumption gegenseitig beeinflussen. Es ist eine Katastrophe, glaube auch mal gehört zu haben, dass die USA das Land sind, mit dem höchsten Prozentanteil an Gefängnissinsassen.

Trauriges Amerika und dennoch sollte der Fokus hier sein und wir sollten uns nicht die Energie der USA hier rüber ziehen. Und vor allem sollten wir aufhören die Spaltungsspiele von links zu bedienen, weil Menschen damit nur dem Rechten Feld Energie geben.

Es kotzt mich an, wenn es auf Rassismus reduziert wird. Fangt lieber einfach an, die Komplexität, die Gemengelage hinter Antirassimusprogrammen zu sehen und fangt an, euern eigenen inneren Rassisten zu lieben anstatt ihn im Außen zu bekämpfen.

Wisst ihr welche Zahlen mich aktuell sehr irritiert haben. „Nur“ 24% der durch Polizeigewalt getöteten sind Schwarz. Das ist bei 13% Anteil an der Gesamtbevölkerung in der Tat ein überdurchschnittlicher Anteil.
Quelle: Zeit.de 27.05.20

Aber meine innere Matrix hat ein völlig verzerrtes Bild gehabt. Ich kenne nur Bilder von Schwarzen, die getötet werden. Was wenn Floyd ein Weißer gewesen wäre? Hättet ihr mich gefragt, ich hätte aus meinen Bildern ganz andere Prozentzahlen geschätzt. Unter anderem hätte ich auch bei der Präsenz, den Schwarze in Film und Medien haben niemals gedacht, dass deren Anteil in den USA nur bei 13% liegt.

Darf ich das sagen oder mache ich hier schon eine politische unkorrekte Relativierung, die jetzt aufgrund von ANTIFAschistischen Programmen nicht sein darf? Wie ich heute morgen beim Mails lesen erfahren durfte, dass sich Heidi Klum einem Shitstorm ausgesetzt hat, weil sie das Hashtag #alllivesmatters benutzt hat, weil es als Gegenkampagne zu #Blacklivesmatters gesetzt wurde. Sorry, mein Gefühl sagt, dass Heidi Klum, nicht aus einer „rechtspopulistischen“ Frequenz agiert hat und einfach ein positiv konnotiertes Gefühl zu #alllivesmatters hatte als sie das teilte, zumal es ja Schwarze impliziert und sie Bezug zu den aktuellen Ereignissen genommen hat. Aber nein, das darf nicht sein in unserer Matrix mit überladenem Antirassismusprogrammen das Menschen den Frame ausdrücken „alle Leben zählen“
Quelle: web.de 03.06.20

Ich bitte euch. Keine Gruppe hat das Recht alleiniges Opfer zu sein. Und mit dieser Grafik schließe ich meinen Text ab:

 

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