The hate u give

Ich habe mir den Film „The hate U give“ angeschaut.

Ein Film über die Schussgewalt von Weißen amerikanischen Polizisten gegenüber jungen schwarzen, oft unbewaffneten Männern. Ein Großes Thema in den USA, das die Black Life Matters Bewegung hervorgerufen hat.

Zugegeben ich bin in dem Thema nicht so drin, weil es mich natürlich durch meinen Wohnort nicht so tangiert und ich das nur über die News mitbekomme. Aber es war richtig schön sich dem Thema hinzugeben. Der Film ist große Klasse, für mich glaube einer besten, der das schwarz-Weiß-Thema beleuchtet.

Ich mag an ihm vor allem, dass er da sehr intelligent und mit systemischen Perspektiven rangeht.

So durfte ich über den mehrdimensionalen Spruch „Thug Life“, der einfach übersetzt nur Gangsterleben heißt und den ich als lustiges Meme kannte auf dem der Filmtitel sich bezieht folgendes lernen:

„Bei Thug Life handelt es sich um ein sogenanntes Akronym – Dabei steht jeder Buchstabe des Wortes THUG LIFE für ein eigenes Wort. Was Tupac Shakuruns mit T H U G L I F E mitteilen wollte war: “The Hate U Gave Little Infants Fucks Everybody”

“Der Hass, den ihr kleinen Kindern entgegenbringt, fickt (bzw: zerstört) jeden bzw. alle”

Dieser Satz steht bis heute als Symbol für die allgemeine Ungerechtigkeit und den eisernen Willen sich trotz aller Widrigkeiten im Leben durchzubeißen!“

Ich stelle fest, dass ich an den ersten Szenen merke, ob der Film die Power hat mich reinzuziehen oder nicht. Und dieser Film startete mit einer Konversation in einer schwarzen Familie, die so nur in einer schwarzen Familie stattfinden kann und zack, ich war so tief drin, ich war dort wo der Film mich haben wollte: in der Perspektive der Schwarzen. Und es tat mir gut, es berührte mich.

Dieser Film hat die Power zu spiegeln und Wunden zu heilen, vor allem in den USA und er wendet Tricks an. Zum einen eine sehr charismatische Hauptdarstellerin, die auch stark im Feld der Weißen ist, da sie auf eine Weiße privilegierte Schule geht. Die Ambivalenzen, die sie durchmacht, sind richtig gut dargestellt und das Gutmenschengetue der Weißen wirkt absurd.

Ich mag auch, dass der Film nicht individualisiert, was viele Leute in dieser Matrix immer machen, dass Leute das Programm installieren wollen, dass es nicht auf die Hautfarbe ankommt.

Deutlich wurde es an dem Spruch bei einem Liebespaar, wo der weiße Junge sagt: ich sehe dich, ganz egal, welche Hautfarbe du hast und die Frau antwortet, wenn du meine Hautfarbe nicht siehst, dann siehst du mich nicht.

Ja, es kommt auf die Hautfarbe an, weil du mit deiner Hautfarbe neben deiner Individualität, Teil des kollektiven Feldes der Schwarzen bist. Und klar, kann sich ein Schwarzer entscheiden in die weiße Matrix einzusteigen, er wird dann aber immer ganz andere innere Prozesse haben, wie ein weißer. Eine tolle mutige Szene wie sie einen schwarzen Polizisten sprechen lassen und deutlich wird, dass er sich wie ein weißer Polizist unterschiedlich zu Weißen und Schwarzen Drogendealern verhalten würde und das bei letztere Gruppe der Finger lockerer am Abzug sitzt. Es wird halt auch die systematische rassistsiche Ungerechtigkeit dahinter deutlich und auch die Eigenverantwortung der Schwarzen, die „in Fallen“ tappen Drogendealerbandenkriege zu führen, weil sie halt nicht genug Zugang zu den Weißen Ressourcen haben, die Medien sind dan wieder voll von Schwarzen Kriminellen und das füttert die Stereotype und die Angst der Weißen.

Also alles in allem ein großartiger und empfehlenswerter und starker Film, der wirklich gut gemacht ist und dem ich viel Erfolg wünsche in den USA.

Kritisch war es nur die komplizierten Patchworkkonstellationen zu verstehen und dass ich mir vorstelle, dass die Frau, die beim Tod ihres Freundes dabei war, sich selber mehr Schuldgefühle kreiert hätte, weil das ein typisches Muster wäre und ich mir gewünscht hätte, dass das wenigstens in einem Satz aufgearbeitet wird.

Quelle des Thug Life Zitats:
https://brudiletten.de/thug-life-uebersetzung-auf-deutsch-…/

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