Captain Marvel

#spoilerwarnung: Der Artikel spoilert nichts Handlungsrelevantes (Gag, Filmkatze, Postcredit, Filmmusik und Bekannte Sachen aus dem Trailer) Ein Spoiler am Ende des Textes ist extra gekennzeichnet.

Fazit: Der Film ist sehr empfehlenswert. Überhaupt das gesamte MCU

Es kam eine Gruppe aus Vier Leuten zustande, die am Premierentag, interessanterweise ein Tag früher als in den USA, sich gleich die erste Vorstellung um 14 Uhr gönnte, also quasi die Premiere.

Ich freute mich mega, hatte aber Erwartungen runtergeschraubt. Der erste Trailer von Captain Marvel triggerte mich stark. Schön und gut, dass es die erste weibliche Superheldin mit Hauptfilm im MCU ist, aber ich fand sie echt uncharismatisch. Kein Vergleich zu Tony Stark, Black Panther, Doctor Strange oder Hawkeye. Der späteren Trailer wurde schon deutlich besser.

Und ja, der Film war wieder verdammt gut. Ich kann nicht herausragend sagen, weil das der 21te(!) MCU-Film war und dieses Filmuniversum einfach in einer eigenen Liga spielt. Und ja Story, war echt gut, es ging um eine spannende Interaktion von drei Rassen, Menschen, Kree und Skrulls. Einerseits eine komplexe Dynamik, was ich andererseits relativieren muss, da der Konflikt natürlich Superheld_innenmäßig gelöst wird und natürlich die politische Ebene fehlt. Das Formwandler_innenvolk der Skrulls ist sicherlich auch ein Leckerbissen für Teile der Alien-Verschwörungsszene, die daran glaubt, dass in der Tat Reptiloiden oder andere Formwandler_innen oder menschlich aussehende Außerirdische unter uns weilen und Teile des Systems kontrollieren.

Es gab eine Riesenmediendebatte im Vorfeld des Films, dass die weibliche Hauptdarstellerin dafür kritisiert wurde, dass sie nicht lächelt, worauf natürlich wieder eine Genderdiskussion losgetreten wurde, dass unterschiedliche Maßstäbe für Mann und Frau gelten. (Hier eine witzige Reaktion auf die Debatte, in der männlichen Superhelden mit Photoshop ein Lächeln hineingezaubert wurde, um diese Kritik ins Lächerliche zu ziehen.)
Fakt ist, dass sie überraschend viel Spaß in den Kampfszenen hatte und es gab ein Lächeln in diesem Film, das für mich das berührendste und bedeutsamste Lächeln der Filmgeschichte war! Es war ziemlich meta, wenn ihr den Spoiler haben wollt, dann scrollt ganz nach unten, ansonsten schaut den Film und ihr werdet den Moment sicher in seiner ganzen Frische erleben dürfen.

Sehr berührend fand ich für mich als 90er-Jahre-Kind auch, dass sie es gut hinbekommen haben eine entsprechende Kulisse aufzubauen für das Jahr 1995. Der Film war bspw. mit Musik von Nirvana unterlegt. Eine der lustigsten Szenen im schnell geschnittenen Hollywood-Zeitalter war, wie eine ganze Gruppe darauf wartet, dass eine Datei bei Windows 95 geladen wird. Die Katze, die in Wahrheit ein außerirdischer Flerken ist, hat mich sehr stark an die Katze aus Men in Black aus dem Jahre 97 geklaut.

In großem und ganzen ein gut eingebetter MCU-Film, der die Infinitystones und Captain Fury, den Gründer von S.H.I.E.L.D ihren Platz einräumt und natürlich in der Postcreditszene eine Szene aus Avengers 4 End Game aufblitzen lässt, in der – Überraschung – Captain Marvel nach dem Pageranruf aus Avengers 3 Infinity War auftaucht. Respekt an die Maske, die ja fast in der Liga von Benjamin Button spielt, dass Samuel Jackson eine jüngere Version von sich selbst spielt.

Ich hatte zusätzlich meine Freude an dem Film, weil ich mich auch Teile meinen aktuellen Prozesse da reinprojizieren konnte. So bin ich ja jemand, dessen System vor lauter Schmerz und Traumata noch an der Vergangenheit festhält und gleichzeitg habe ich über meine Wahrnehmung, Meditation, Aufstellungen, Prozesse, Heilpflanzen Zugang zu außermenschlichen Spirits, die mich aber vor allem in den Moment holen und deren Hilfe in dieser Welt dann doch immer sehr beschränkt ist, weil sie ja eben nicht aus dieser Welt kommen und menschliche Probleme nicht nachvollziehen können. Ich bleibe dann oft alleine zurück mit meinem Mentalkörper und grübele nach über „richtig und falsch“. Bspw. über die Frage, ob Richtig oder Falsch denken überhaupt richtig ist, oder ich dieses Denken nicht loslassen sollte, also ob es überhaupt „falsch“ gibt und wenn ja, what the fuck mache ich dann falsch, dass ich immer noch anteilig so leide. Es rasen tausende Instanzen, Perspektiven und Anteile durch meinen Mentalkörper und debattieren endlos, Richtig nervig, die vielen spirituellen Konzepte in meinem Konzept, die mein spirituelles Ego füttern, aber sich doch irgendwie so sehr widersprechen. Es gibt keine Instanz, die mir da Halt und Grenzen gibt, denn die müsste ja auch zusätzlich kreiert werden und müsste von allen anderen Anteilen als Autorität anerkannt werden. Das gibt es aber im Universum nicht. Nichtmal Gott wird von allen Anteilen als Autorität anerkannt (Atheist_innen, Dämonen). Aber ich war schon in Reisen in der Nondualität, wo auch mein Leiden einfach nur als Teil, des universellen Ausdrucks ohne „richtig und falsch“ wahrgenommen habe, einfach nur, dass ich einen speziellen Platz im Universellen Erfahrungsspektrum einnehme, welches einfach auch nur gerne genauso erfahren werden möchte wie ich es gerade erfahre.

Und spannend war es dann die Geschichte zu sehen, wie die Superheldin im Film mit einem Gedächtnisverlust ihr Leben lebt. Das hat den Vorteil, sie kann voll im Hier und Jetzt leben und sich auf ihre Fähigkeiten entwickeln für ihre Berufung als „Kriegerheldin“ und nicht so wie ich ständig mit Gedanken in der Vergangenheit identitär verhaftet zu sein. Und gleichzeitig hat sie Zugang zu einem höheren Spirit, der sie führt und ihr den Weg weist, etwas nachdem ich mich einerseits auch sehne, andererseits aber anzweifeln würde, ob der Spirit jetzt wirklich mich auf den richtigen Weg begleitet, ob ich die „richtige“ Entscheidung getroffen habe diesem Spirit zu folgen oder ob sich nicht einfach ein kleiner lästiger Dämon mit Eigeninteressen als Lichtwesen ausgibt. Und für diese Entscheidung ist es ja wiederum gut seine Vergangenheit zu kennen und zu wisse, wer mensch ist.

Ja, auch aus der Perspektive konnte ich den Film richtig gut für mich genießen und verdammt tief eintauchen.

Abschließend nochmal einen emotionalen #Spoiler, den ihr euch nicht geben solltet, wenn ihr den Film noch sehen wollt:

Es geht um Stan Lee. Ein Creator von zahlreichen Comichelden und sehr wichtige Instanz in der Marvel-Welt. Er hatte soweit ich weiß einen Cameo-Auftritt in jedem MCU-Film, was eine starkes verbindendes Element dieser Filme auf der Metaebene war. Bisher war er einfach immer ein Statist, vielleicht hat er auf Iron Mans Party im zweiten Avengers mal sich selbst gespielt, als Tony Stark ihm zur Begrüßung auf die Schulter klopft.

Aber dieses Mal ist es anders gewesen. Stan Lee ist vor kurzem verstorben. R.I.P

Und das gängige Intro von jedem MCU-Film wurde extra ihm umgewidmet. Was für eine großartige Geste. Und schon mit diesem Start war der Emotionalkörper für den Film megahochgefahren.

Irgendwie hatte ich wegen seines Todes losgelassen, dass er nochmal auftaucht, also im Sinne von ich hatte mir null Gedanken zu dem Thema gemacht. Und dann tauchte er auf, was auch sonst in früheren Filmen ein begeistertes freudiges Raunen im Kino auslöste und was passiert? Captain Marvel und er fallen für eine Sekunde aus der Filmrolle! SIE LÄCHELT IHN AN, wie jemanden, den sie kennt, was für die Szene, ein unnatürlicher Move gewesen wäre, wenn es in der Situation nur ein normaler Schauspieler gewesen wäre, der einen Menschen spielt, den Captain Marvel mit ihrem verlorenen Gedächtnis natürlich nicht kennt.

Nach dem Film habe ich mir natürlich noch die Filmografie von Brie Larson angeschaut. Ich freue mich mega, dass sie in dem Film „Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“ mitspielte, was in der meiner Kategorie bester Nerdfilm der Filmgeschichte den ersten Platz hat, kurz vor Napoleon Dynamite, auch wenn ich mich an ihre Rolle nicht erinnern kann.

Ich habe mir dann auch, weil ich die Schauspielerin Brie Larson besser einordnen wollte, den Film „Raum“ angeschaut. Ich konnte mich an den Trailer von damals erinnern, hatte aber ein wenig Angst vor dem Film, dass er wirklich nur in einem Raum spielt oder mich langweilt. Aber im Nachhinein verstehe ich nicht, dass ich ihn früher geschaut habe, zumal der Filmtitel ein häufig benutztes Wort von mir ist 😉 Auch ne interessante Rolle und gut geschauspielert. Sie ist ist auch gut und jetzt ist sie Captain Marvel und bleibt es auch, aber ein Teil in mir kann nicht nachvollziehen, wieso sich die Filmemacher_innen für sie entschieden haben.

Noch ein Wort zu dem Film Raum. Absoluter Hammer. Was für ein psychologisches gut herausgearbeitetes Drama. Wirklich beste schauspielerische Leistung von einem Kind, was mir gerade in die Erinnerung kommt. Gerade in dem Alter. Auch absolut empfehlenswert.

 

 

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