Urlaub in Marokko

30.01.19

Ich hatte mir für 2019 etwas mehr Magie gewünscht. Anfang\Mitte Januar fragt mich eine Freundin, mit der ich 2014 mal Zusammen im SPIRIT BERLIN wohnte – ganz plötzlich – ob wir zusammen in den Urlaub wollen. Intuitiv sagte ich sofort ja. Da war ein klein wenig die manifestierte Magie zu spüren.

Es wurde Marokko, vor allem wegen des günstigen Fluges.

Marokko ist ein Land in dem erst im Dezember 2 skandinavische Frauen vom IS ermordet wurden. Mein Mentalkörper freute sich auf die Reise. aber ich hatte auch Todesalpträume und ziemlich reale Todesangst (vor dem physischen, nicht dem Egotod) im Vorfeld. Es war auch schwierig das Gefühl Freude in meinem Emotionalkörper zu finden, das machte mich immerhin traurig.

Der erste Urlaub seit Jahren. Vorher war immer alles sehr Workshop und heilungsorientiert aus meinem heilen-wollen-mindset.

Und klar nahm ich wieder Heilungsintentionen mit. Aber es ging dieses mal mehr um entspannen und loslassen lernen, im Körper ankommen. Und ich erhoffte mir ein klares Signal zum thema Geld verdienen\ Berufung zu bekommen. Blieb bisher aus. Es kreisen immer noch die selben widersprüchlichen Gedankengänge in meinem Mentalkörper.

Wir buchten für die erste Woche Yoga und Surf in einem Hostel inklusive Verpflegung. Das war ein Paket und ich nutzte dann alles so oft wie möglich. Ich hatte ganz gute Auflösungswahrnehmungen in den Endentspannungen vom Yoga und das Surfen tat mir richtig gut. Es frustrierte auch, weil ich meine 120Kg nicht zum Stehen brachte, aber ich hatte Spaß. In einer Session vor wenigen Monaten sagte mir eine hochintuitive Frau zum Thema Wut, dass ich was mit Wasser machen soll, ohne konkret zu werden. Vermutlich war es das. War halt schon ein schönes körperliches rumtoben, was erwachsenenangemessen ist. Es tat mir gut in meine Kraft gehen zu muessen, mich immer gegen die Wellen rauszuarbeiten und es immer wieder zu versuchen aufs Brett zu kommen und waehrenddessen von der Power der Wellen ergriffen zu werden. Diese kleine Teil vom Ozean war ne kleine Kompensation für das fehlende Rangeln und grenzen spueren mit dem Vater. Der Kontakt mit der Größe des Ozeans berührt eine Demut in mir. Es war auch faszinierend die Wellen im koerper zu spüren lange nachdem ich aus dem Wasser war. Ahnlich wie mensch noch Schwanken spüren kann, wenn mensch von einem Boot steigt.

Es gab auch zwei Ausflüge ins Hammam, einer Waschsauna bei gefuehlt 45°. Beim zweiten Mal nahm ich die Massage fuer 5Euro in Anspruch, wo mann erst gewaschen wird und dann eine Überdehnungsmassage bekommt. Vorstellbar in etwa wie Griffe im MMA oder Wrestling mit denen der Gegner zum Aufgeben gezwungen wird. Eine der schmerzhaftesten Massagen, aber die Entspannung hinterher ging sehr tief.

Im Preis war auch ein Ausflug ins Paradise Valley, ein Naturgebiet mit nem Canyon und schönen Badestellen. Ich liebe das Durchlaufen durch Canyons. Die Natur war sonst nicht sehr schoen. Das Wüstenklima ließ viel sehr baustellengeroellhaft wirken.

Das war die Einleitung von mir. Ich bin jetzt (2.2.19) in Freiburg und mache Urlaub vom Urlaub. Meine Reisebegleitung besucht ihre Family und ich bin in einem Hostel. Habe Lust auf Natur und wandern, vergaß aber völlig (wirklich), dass in Deutschland Winter ist und so sitze ich jetzt erstmal hier am freien Internet-PC und verarbeite durch Schreiben.

Ich fange mit mir und der Gruppendynamik und Kommunikation an. Es waren viele Tourist_innen, vor allem aus UK und meist deutlich jünger, da. Es gab sehr viel von dieser mich triggernden Smalltalkkommunikation. Diese Stereotypen Gespräche. How Are You. Where are you from. Nice to meet you. Es wurde viel über Essen, Sprache und Reisen und Wetter gesprochen. Und alles war immer so nice, really nice und jeden Tag gab es was zu essen, welches das beste Something since ages war. (Ich kenne eine Deutsche aus meinem Freundeskreis über die ich mich immer aufrege, weil sie auch immer andauernd „voll schön“ sagt)

Ein typisches Gespräch war dann, dass ich mithören durfte wie irgendne Frau vor zwei Jahren in einem bestimmten Lokal in einer bestimmten Stadt saß, wo das Wetter immer so und so ist und das sie dort das beste Frühstück hatte, dass sie jemals gegessen hat.

Naja, wenn ich dann gefragt wurde, wie es mir geht und ich von meiner Dunkelheit oder Erschöpftheit sprach wurde sofort interveniert, dass ich doch positive Gedanken haben solle, wenn gefragt wurde wie das Yoga war und ich über meine Sterbeprozesse beim Schavasana (Endentspannung im Yoga) berichtete waren die Leute auch leicht überfordert, sogar die Yogalehrerin oder wenn ich gefragt wurde, was ich mache, konnten die Leute es nicht greifen, dass ich auf nem Selbstfindungstrip bin und nicht ne kurze, greifbare und klare Antwort geben konnte.

Klar, weiß ich, dass ich der weirde Guy bin in dieser Welt. Und gleichzeitig ist das normale dieser Welt so weird für mich. Es ist so infantil, so stereotyp, so blind. Ich sehe so viel mehr und ich weiß, dass ich das was ich mehr sehe keine Einbildung ist zusätzlich zu dem was die anderen wahrnehmen, nein, ich nehme Sachen wahr, die die anderen einfach nicht wahrnehmen.

Ein Beispiel noch: Im Zug in sonem Fünfsitzerabteil möchte ich mich neben meine Reisebegleitung setzen, damit wir zusammen einen Film schauen können. Ich bitte eine Frau „entschuldigung, können Sie ihre Sachen bitte von dem Platz auf den legen, damit ich mich da hin setzen kann. Wir wollen zusammen einen Film schauen.“ Meine Reisebegleitung spiegelt mir, was, was mir oft gespiegelt wird. Ich bin plump, komme sofort zu dem Punkt, den ich will, baue keine Beziehung auf und es wirkt irgendwie überrumpelnd, weird. Ich aus mir heraus nehme das einerseits als normales Verhalten wahr, andererseits resoniert die Spiegelung. Ich mache mir danach viele Gedanken, was mit mir nicht stimmt usw. Ja, ich habe voll ein Thema damit auf Beziehungsebene zu gehen und fühle mich auf der Sachebene wohl. Und gleichzeitig möchte ich euch ein Gegenbeispiel bringen, wo mein Mentalkörper sagt, meine Variante ist die bessere. In Marokko gehen viele mit dir auf Beziehungsebene, oder vielleicht kennt ihr das, wenn ihr ganz lieb von Schwarzen im Görli gefragt werden, wie es dir geht und ob alles gut ist. Und dann erst kommen sie mit ihren Verkaufsabsichten. Mich macht das wütend. Mich ärgert es. Es fühlt sich ziehend an. Und ich weiß, wenn ich mit der Frau erstmal auf der Beziehungsebene berühre, obwohl ich ja schon im Hintergrund weiß, dass ich ein sachliches Interesse habe, dann ist das in dem Moment ein Schatten, den ich in die Beziehungsebene reinsende und für die Frau fühlt sich mein in Beziehung gehend auch ziehend an. Ich überspringe genau deswegen diesen Punkt und kläre immer erstmal alles auf der Sachebene oder synchronisiere Informationen oder den Raum usw. und dann entspanne ich mich und lasse mich auf auf Beziehung oder Gruppe ein.

Ein ehemaliger Klient und Immobilienverkäufer erklärte mir auch die subtile Wirkung des Einladens deiner potentiellen Käufer_innen zu eine Tasse Tee oder Kaffee. Es ist eine nette und unverbindliche Geste während eines Beratungsgesprächs. Auf der Beziehungsebene triggert aber eine Falle im Unterbewusstsein an. Du wurdest eingeladen und jetzt schuldest du dem Verkäufer was. Es ist jetzt etwas (Promillebereich) schwieriger dem Verkäufer nein zu sagen, da du ihm unbewusst und ohne es zu merken, was schuldest.

Naja für meine Leser_innen oder für viele Menschen mag das jetzt hier banal klingen, aber ich mache mir ständig Metareflektionsgedanken über Kommunikation und ja ich möchte mich auch damit zeigen.

Zurück zur Gruppendynamik. Ich grenzte mich sehr viel ab, da mich diese SmallTalkkommunikation auf Englisch sehr anstrengte. Zumal es ihre Heimatlanguage, sie schnell sprachen und die Iren und Schotten auch mit ihren Akzenten sprachen. Im Übrigen waren alle gegen den Brexit, aber an der Stelle habe mich mal lieber meinen Mund gehalten.

Anstrengend fand ich auch die Normalisierung des rumgehenden Joints, Abend für Abend, nahezu ohne Pause. Selbst der Bushido-Verschnitt von marokkanischem Fahrer macht sich absolut Null Gedanken dazu, sich am Steuer eines mit 9 bis 10 Menschen vollen Transporters seinen Joint zu rauchen. Ich war nicht in der Position was zu sagen, zumal ich ja auch weiß, dass ich wieder der weird Guy bin, der gegen diese Normalität aneckt und ich mit meinem Contra ganz schön viel Disharmonie in Gruppen bringen kann. So hielt ich es mal für mich, auch ne Übung.

Ich hatte ja grundsätzlich Lust auf Gruppe und Kontakt. Ich konnte wieder mal meine typischen Muster und Strategien beobachten. Wenn ich voll in die Annahme des Moments gegangen wäre, dann wäre ich jetzt Außenseiter und weird Guy und ich hätte da reinsurrendern können. (weibliches Prinzip/Hingabe) Oder aber und das ist eine Strategie, die ich mein Leben lang verfolge um diesen Schmerz des Außenseiterstatus zu vermeiden ich gehöre ins dazugehören wollen. Mithilfe des Männlichen, präsenten, nach außen gehenden, wollenden Prinzip, das halt auch anstrengt.

Ich kreierte mir den Raum so, dass er mir gefällt. Beim ersten Abend spielten wir Dooble, das war noch ganz nettes Geschicklichkeitsspiel. Aber dann spielten wir auch Kartenspiele, wo mensch einfach von links eine Karte ziehen musste und wenn mensch ein Paar hat, legt mensch die Karten raus und wer keine mehr hat, gewinnt. Das krasseste No-Brainer-Kartenspiel, das ich je erlebt habe. Da würde ich mit 5jährigen in der Kite spielen können. Auch Uno langweilte mich und so ergriff ich die Initiative und erklärte Poker. Und es resonierte. Die Leute fanden Spaß dran. Es gab einige kostenfreie Runden, aber ich initiierte auch, dass um Geld gespielt wurde, denn erst dann funktioniert Poker, es reicht eine symbolische Geste und das Spiel verändert sich und dann macht es auch Spaß. Bis zu meiner Abreise spielten wir dann Poker, Turniere mit 4 bis 8 Leuten. Einsätze zwischen einem Euro und Zwei Euro Fünfzig. Auch für mich ist es eine Herausforderung gegen Anfänger zu spielen, das liebe ich an Poker, es machte mir Spaß, aber klar, letztendlich setzen sich Skillz durch und ich cashte in 5 von 7 Turnieren.

Und ja, ich habe mir die Abende so kreiert, dass es mir „gut“ ging. Das Wort „gut“ und insbesondere „alles gut“ ist bei mir sehr negativ besetzt. Es ist das Ego, das möchte, dass es einem immer gut geht und dafür zahlst du immer einen Preis, weil du dich dafür von anderen Anteilen trennst. Ich habe die Abende genossen, war in meiner Kraft, war ein Teil der Gruppe, war wahrnehmbar und die Leute haben auch einen Benefit bekommen durch mich, da sie was gelernt haben. Ich habe jeden Abend 3 bis 4 Stunden Gedealt, selber hochkonzentriert gespielt und nebenbei gecoacht und sogar noch über andere Themen geredet. Ich war in meiner Mentalen Power in der ich sehr Multitaskingfähig war. Aber ich ging über meine Grenzen, trennte mich von meinen Gefühlen, vor allem der Erschöpfung und erhöhte mich in eine Rolle. Ich war nicht mehr berührbar auf Beziehungsebene, sondern Lehrer und Gegner und Servicekraft zugleich. (Gab übrigens Gelächter, dass ich das Wort Pokergegner mit Enemy übersetzte anstatt mit Opponent.)

Ich ging am Strand auch viel mit Massageaustausch in Kontakt. Ich mag Körperkontakt so viel mehr als Reden. Ich komme beim Massieren oder massiert werden in eine Stille an nach der ich mich sehne, in einer Unkompliziertheit. Ich initierte auch einen Massagekreis, baute mir das über mehrere Tage auf. Dann passte es und ich versuchte in den Raumhalter zu gehen, weil ich die junge aufgedrehte Gruppe synchronisieren musste. Während ich schon anleite stehen sie noch auf und machen Fotos, die andere ist von der ungewohnten Stille, die ich herbeiführe so getriggert, dass sie die ganze Zeit einen Lachkrampf hat. Sie entschuldigt sich dafür. Ich weiß, dass es ein gesunder emotional Release ist. Sie ist eine sehr hübsche 19jährige, die sehr viel lacht und Prinzess_innenhaft strahlt. Viele Männer drehen sich nach ihr um und auch bei mir aktiviert sie Begehren. Typisches Muster von mir jung, hübsch, schlank, strahlend und Grenzenthema mit Männern, wo ich immer wieder drauf anspringe. Ich wähle sie als Partnerin im Massageaustausch. Beim Massieren bemerke ich den intuitiven Impuls sie nur zu berühren. Sie lacht. Ich spüre über meine Hochsensibilität, dass ich gerade an Grenzen und Schattenthemen dran bin. Ich frage was sie fühlt. In ihrer Sprache kann sie nur mit „gut“ antworten. Ich erwidere, dass das kein Gefühl ist. Sie bekommt einen Lachkrampf und ist mit der Kommunikation Gefühle zu verbalisieren zu überfordert. Es ist interessant, dass sich entgehen meiner optischen Assoziationen ihr Körper sehr schwer und überhaupt nicht erotisch anfühlt. Ich tausche nicht, weil ich im Geben-modus bleibe. In der zweiten Runde kann sie Gefühle verbalisieren. Scham und Demut. Wow. Ich habe sie in Kontakt mit ihren Gefühlen gebracht und es ist wirklich eine Ehre, dass sie sich auf mich einlässt, obwohl es ja offensichtlich „nicht-gut“ Gefühle bei ihr berührt.

Meine Reisebegleitung fängt an über meine Aufstellungen zu reden. Ich hätte das nicht gemacht. In den folgenden Tagen muss ich das auf Nachfrage immer und immer wieder erklären, wobei ich den Mentalkörper rutsche. Nach ein Paar Tagen leite ich dann eine Aufstellung für eine Person, die das haben wollte. Ich hatte im Vorfeld Angst, wusste nicht, ob ich genug Fokus fokussieren kann, da die Aufmerksamkeitsspanne und das Urlaubsfeeling das echt schwer macht. Und als die Aufstellung begann war das Feld auch nicht wie gewohnt da. Das wovor ich Angst hatte ist eingetreten und ja ich kann das Feld nicht kontrollieren und Fuck, ich hatte vorher mal gesagt es funktioniert jedesmal und habe damit nicht Wahrheit gesprochen (Ich habe auch nen Theme damit, wenn Menschen „immer“ benutzen, da das meist auch ne Trennung von der Wahrheit ist) Ich muss die Aufstellung aufgeben und schäme und ärgere mich dafür. Ich switche zu einem Coaching. Sie hält Mental an einem Punkt fest und wiederholt einen Satz ca. 30 mal in verschiedenen Formulierungen. Aber wir arbeiten uns durch und das Feld kommt langsam. Ich gebe den anderen kleine Rollen und es kommen leichte Impulse.

An einem Tag begleite ich eine andere Frau am Strand in einen Prozess. Auslöser war, dass am Vorabend sie mit anderen gekifft hatte und der andere Typ meinte, ob er ihr Reikienergie senden darf. (hah, war nicht der einzige weird guy) Sie hatte zwar nen komisches Gefühl sagte aber ja, weil sie nichts machen musste. Jetzt am Strand war sie getriggert von ihm und hatte das Gefühl, dass sie Fremdenergie von ihm in seinem System hatte. Ich begleitete sie dadurch, da dieser Übergriff auch Mutterthemen und ein Lack of Wut/Abgrenzung antriggerte. Aber mein Bild über Marihuana bestätigt sich wieder, dass es Feld für Fremdenergien aufmacht und dass es dann gefährlich wird und kiffende Menschen eigentlich keine Heil- oder Energiearbeit machen sollten.

Und auch wenn ich mich von nem weird Guy mit meinen Strategien zum nem Anerkannten, wichtigen und beliebten und haltenden und zusammenbringenden lehrreichen Teil der Gruppe entwickelt habe, bleibt mein großes Thema Ablehnung von Frauen auf ner Attractionebene. Ich fand die Frau, die ich durch den Prozess begleitete körperlich sehr attraktiv und trotz meiner Intelligenz fällt mir nichts ein um in ne angenehme, attraktive, spannungsreichen Nähe zu kommen. Ich kann diese Knöpfe bei der Frau nicht drücken mich attraktiv zu finden, zu flirten, Pick Up Strategien anwenden usw. Es tut weh. Ich fühle jeden Abend meinen Mangel und die Sehnsucht und werde getriggert, wenn andere Urlauber_innen mal einen Tag und zwei Nächte mit dem marokkanischen Surflehrer verschwinden. Da ist Traurigkeit und Frust darüber, dass ich nicht zwei Wochen im Urlaub sein kann und mal randommäßig irgendeine sexuelle Erfahrung anziehe. Bin noch nichtmal in die Nähe von Küssen gekommen. Es ist etwas so schönes und wenn ich drin bin, dann kann ich auch was schönes geben. Aber ich verstehe nicht, warum es so kompliziert sein muss dahinzukommen.

Ich erkenne mich in meiner erschöpfenden Strategie wieder, die ich all die Jahre anwende nur über Rollen in Kontakt zu gehen und Berührbarkeit zu vermeiden. Gleichzeitig wäre auch kein Raum für mich da mich in dieser Smalltalkallesistpositivblase berührbar zu zeigen. Was für ein Fucking Dilemma. Was für zwei Extreme. Ich sehe die verfickte Mitte, ich sehe die Lösung nicht.

Aber OK, vielleicht orientiere ich mich auch an den falschen Leuten. Jungen Tourist_innen im Urlaub. Und ja vielleicht ist es eine Schwäche Belangloses Reden und darüber in Beziehung zu treten nicht zu können, vielleicht muss ich so krass an mir arbeiten, bis ich belanglosen Herzoffenen, bei sich bleibenden, erwartungsfreien Smalltalk in Liebe integriert habe oder Fuck, ich muss es einfach loslassen, mich so akzeptieren wie ich bin und mir Räume suchen, wo ich damit sein kann. Ihr merkt, ich bin schon in meinem Kreisenden Grübeln drin.

Ich spüre auf jeden Fall jetzt in mir klar den Impuls in eine Gemeinschaft leben zu wollen. Mit bewussten und hochsensiblen Menschen. Struktur, Tiefe, gesunder Ernährung, Leben mit Zyklen und Tagesenergien und klaren Verantwortlichkeiten. Sehen und Gesehen werden, das Anerkennen von Talenten, Grenzen, Bedürfnissen, Bewusste Kommunikation, die auch Raum für Schatten schafft und Heilungs und Prozessräume für das transformieren von Dämonen.

Die erste Woche holte mich sehr in den Körper. Ich spürte stark meine Erschöpfung. Sie ist krass. Aber es gibt einen wichtigen paradoxen scheinenden Spruch, den ich aus den Erdungszentrierungssessions als Anker mitgenommen habe: Es ist entspannter die Anspannungen und Erschöpfung zu fühlen im Körper als zu dissoziieren(, was sich ja nur vermeintlich „gut“ anfühlt, da etwas negatives verschwunden ist.)

Am Anfang ging es ganz gut mit zuckerfrei essen, aber dann ging die Gruppe zu dieser Bakery, wo es kleine Schokokugeln für 20cent gab. Die Leute holten sich eine und vielleicht eine zweite später. Ich holte mir drei und zwei später. Dann war ich zwei Tage am Überfressen und dann setzte mein Körper so starke Fastenimpulse, denen ich nachgehen musste. Es ist und bleibt ein ständiger Kampf mit dem Essen. Es ist so schön und leicht mich ins Ego zu pushen mit Zucker, mich von Gefühlen zu trennen, Kraft zu haben, zu funktionieren und Kontaktfähig zu sein. Weiterhin muss ich auch sagen, dass ich trotz meiner ungesunden Ernährung oberflächlich kaum krank werde im Gegensatz zu fast allen anderen vor Ort. Andererseits glaube ich, dass ich im Bauchraum noch so einige Prozesse vor mir habe, was ich aber noch nicht spüre, weil ich diesen Bereich, der für Sexualität, Gefühle, Innerer Raum, Wut, Bauchgefühl (Grenzen), Kreativität ziemlich betäubt habe.

In der zweiten Woche gab es kein Paket mehr, ich fuhr aber weiterhin jeden Tag mit der Surfgruppe zum Strand, ging Baden, klettern, Spazieren, joggen und prozessierte den ganzen Tag am Strand. Wenn ich mich entspanne kommt keine Stille. Bei mir kommen. Themen, heftige Gefühle und mein Superego/Moderator, der alles Kontrollieren, Sortieren und modieren muss. Ich komme kaum an die Stille hinter dem Superego. Komme aber an Stilleprozesse, wo das Superego noch aktiv bleibt. Das ist ein Folge dessen, dass ich alleine prozessiere. Das ich in mir einerseits einen Anteil kreiere, der hält und anderseits einen Anteil, der sich fallen lässt. Komplett fallen lassen ist halt nen krasser Sterbeprozess, den ich noch nicht hinbekomme, zumal mein Superego, ja sogar den Sterbeprozess auf LSD aufgehalten hat. Ich sehne mich nach Sessions in gehaltenen Räumen, wo ich mit Liebe und Halt ins Kontrolle des Superegos begleitet werde und die Stille hinter dem Superego erleben darf, was es ja gut meint mit mir, aber mich in der Trennung und Grübelstörung gefangen hält.

Wenn ich von Prozessen schreibe, dann sind das nicht mentale Zustände in denen ich Erkenntnisse sammel und Qualitäten integriert werden. Wenn ich mich entspanne, dann hilft mir die geistige Welt. Es ist nur krass, dass es so krass bei mir abgeht jedesmal, wenn ich mich entspanne und ich das bei anderen nicht beobachte.

Beispielsweise geht es viel um Männlichkeit. Diese Qualität habe ich zu ca. 10 bis 20% jetzt in mein System geladen. Immerhin. In den Prozessen wird mir beigebracht was es heißt. Die Energien bringen mich in einen anderen Wahrnehmungszustand in dem ich mehr aus einer weiten Präsenz heraus Welt wahrnehme anstatt durch meine Ego und Wollenbrille. Und diese Wahrnehmung ist subtil. Sie ist schwer zu halten und sie beantwortet keine Fragen. Und es reicht der Gedanke an Frauen und dieses Wollen hat bei mir immer noch eine megapower und ich springe zurück in meine Egowahrnehmung und ich halte fest, weil ich mir vom Wollen und meinen Zielen mehr Erfolg erhoffe als vom Frauen wollen loslassen. Anssi schrieb mal, das kein Problem ohne Gedanken existieren kann. Und er hat Recht, wenn ich den Rest meines Lebens ohne diesen Gedanken verbringen würde, dann gäbe es kein Problem mehr mit Frauen wollen. Aber ich habe halt Angst davor, dass ich damit in Frieden gehe ohne Frauen und Sexualität den Rest meines Lebens zu verbringen und ich habe Angst davor, dass ich mir das mit diesem Loslassen auch zu einfach mache und vor anderen Qualitäten des Universum, bspw. diesen Punkt lernen wollen wegrenne.

Die Prozesse laden mich ein in innere souveränität zu gehen wie in einer Aufstellung aufzustehen, meine Schultern von Ballast zu befreien, damit da überhaupt Platz geschaffen wird, dass sich eine Frau da anlehnen kann. Und es geht immer um Innere Ruhe und Stille, vor allem im Bauchraum und im Körper bleiben. Und wenn ich in diesen State bin, dann zieht mich eine dunkle Energie nach unten, aus dem Stehen raus. Ich gehe wieder zu Boden und will mich in meine Schatten prozessieren. Ich wühle mich in dem Leid des Inneren Kindes im Liebesmangel und in der Haltlosigkeit. Und in diesen Muster sehe ich immer wieder neue Sachen und Erkenntnisse, kleine Muster, die ich mir kreiert habe und mich jetzt stark tangieren in meinem Alter. Bspw. das Muster Sachen dissoziiert zu erleben und schon beim erleben ganz klar nen Programm zu haben, das später zu verarbeiten. Ein Programm, das mir in der Kindheit das Überleben gesichert habe, was ich jetzt aber nicht mehr brauchen würde, wenn ich alle Gefühle des Momentes im gleichen Moment auch halten könnte. Dann würde ich es nicht später verarbeiten müssen, zumal ich mir später auch kaum Zeit nehme und ja immer wieder neue Sachen reinkommen, die ich Aufschieben muss zum Verarbeiten. Nur mein Erschöpfungsschlaf gleicht das einigermaßen wieder aus.

Ich erkenne, dass ich einerseits einen Fehler mache mich in den Prozessen zu wühlen, andererseits ist es notwendig, um irgendwann loslassen zu können. Ich mache den Fehler, dass ich sehr in de Vergangenheit festhänge und immer wieder mein vergangenes Ich retten will. Ich will auch meine Mutter retten und verändern, aber insgeheim ja nur aus Eigeninteresse um mein Inneres Kind zu retten. Und das ist nicht möglich. Das ist das wo ich anfange zu kreisen und mir Dämonen ins System zu holen. Es geht um Loslassen, akzeptieren wie die Vergangenheit war und im Moment ankommen. Und da kommt Wut hoch. Wut darauf, dass meine Vergangenheit so war wie sie ist und Wut aufs Universum, dass ich sie nicht ändern kann.

In einer Trancereise wurde mir das Bild geschickt wie Jesus in der Wüste zu sein, passend zur Marokkanischen Landschaft, der von Gott geprüft wird, ob er diese Leere und Rahmenbedingungen aushält ohne sich von Dämonen verführen zu lassen. Und ja, ich lasse mich von Dämonen verführen. Und Dämonen sind in diesem Fall schon das festhalten an Erfolgsfantasien mit Frauen, das geliebt werden „wollen“, um das Leid zu kompensieren. Ich sehe eine göttlich-väterliche Figur, die mich in der Wüste beobachtet. Ich bin am Ausrasten, so voller Wut, da ich den Sinn nicht erkenne, da ich die Belohnung nicht sehe von den Dämonen ablasse, dass ich sterben muss, wenn ich mich Gott hingebe. Und ich sehe in dieser Trancereise als Beobachter, dass ich selber diese beobachtende Väterliche Instanz bin mit der Botschaft, dass ich mir die Prüfungen selber auferlege, aber ich bleibe fucking Wütend und lebe meinen ganzen Hass und meine Wut auf Gott und die Welt innerlich aus, dahinter steckt mein Widerstand gegen Leid, das Teil der göttlichen Erfahrung ist. Und es macht mich wütend, die Vorstellung wie Menschen bei Terroranschlägen sterben, wie Identitäten ausgelöscht werden, zack Flugzeug fliegt in den Tower und mehrere 100 Menschen verpuffen zu weniger als Asche oder müssen aus dem brennenden Tower springen. Mein größter Unfrieden mit Mutter Natur und Gott ist die Tatsache, dass ich sterben muss.

Einen Tag später bin ich wieder in meinen Prozessen in meinem Leid. Ich frage mich welche Entität ich aus der geistigen welt um Hilfe bitte. Alle nur nicht Gott kommt mir. Und ich reflektiere und prozessiere mich durch diesen Widerstand durch und vertiefe meinen Prozess mit einem Gebet zu Gott. Die Einladung die dann aus der geistigen Welt kam war: Lass deine Geschichte los, dass du ohne Vater und mit einer psychisch kranken Mutter aufgewachsen bist. Und ja, ich erwähne es mehr oder weniger ständig. Mein System ist am Ausflippen, das ist doch die Wahrheit und ich brauche doch diese Geschichte als Erklärung dafür, dass ich jetzt als 36jähriger so gestört bin. Ich brauche es als Begründung für meine Bindungsstörung, Haltlosigkeit, Dissoziation, Narzisstischen Züge, Erfolglosigkeit, Unklarheit, Grübelstörung, Borderline und meine Depressionen. Wer bin ich denn ohne die Geschichte. Mein Superego versucht zu fragen, zu diskutieren, zu verhandeln. Keine Chance, kein Kompromiss und es wird mir auch keine Alternative zu der Geschichte angeboten und auch nicht erklärt wer ich dann bin ohne diese Geschichte. Einfach nur loslassen. Irgendwann kommt das Aufgeben. Und gut, wenn ich jetzt schon zu Gott gebetet habe und eine Antwort bekommen habe, dann muss ich das jetzt auch machen. Was solls. Ich muss eh irgendwann sterben und damit auch meine Geschichte. Dann kann ich jetzt auch mal die Erfahrung machen ohne die Geschichte zu sein. Ich ließ mich aus meinem Prozessstate aufs Loslassen ein. Ich bekam einen massiven energetischen Krampf im Inneren Wurzelchakra, der sich durch den ganzen Körper zog und zuckte mich wellenartig durch die Krämpfe, die massive innere Anspannungen löste durch. Irgendwann floß eine intensive Lichtenergie in mein Wurzelchakra hinein und füllte mich mit einer Art universeller Liebe. Hört sich schön und toll an, war es auch, aber ich musste mich trotzdem sehr anstrengen meinen inneren Moderator still zu halten, der den Prozess unterbrechen wollte mit Gedanken. Was willst du denn mit dieser nichtgreifbaren Liebe, sie wird dir auch nicht beim Verstehen helfen.

Ich habe es noch nicht ganz losgelassen. In meinem Mentalkörper schwirrt sowas wie last Blogeintrag zum Mutterthema. Und generell war das Festhalten an dieser Bloggenwollensucht auch ein großes Thema. Gerade ist es noch da und ich akzeptiere es. Ich tue es jetzt einfach, um mich (meinen Mentalkörper) zu befreien, zu verarbeiten und mich zu entspannen. Irgendwann brauche ich es vielleicht nicht mehr. Irgendwann, so stelle ich es mir vor, wenn ich hier durch bin, werde ich im Moment, in meiner Präsenz und in meinen Gefühlen sein und richtig gute Videos machen. Zurzeit kann ich es noch nicht, da, wenn ich rede es noch zu lang, mental und analytisch und unberührend ist.

Ich bat meine Reisebegleitung, sie ist Osteopathin auch um eine Session. Es ging um starke Physische Tentions, die ich schon lange habe im Herzbereich. Da kommt ein Sodbrennen-, ein Lungen- und Herzmuskelschmerz zusammen. Ein großes verstricktes Thema, das sich da physisch abgelegt hatte. Ich bekam die Session nicht, weil ein „wollen“ in mir aktiv war.

Kurz vor Ende der zweiten Woche legte sie sich zu mir und legte ihre Hand auf mein Herz. Ich ging so stark in ein Gefühl aus Hass und Schmerz. Es war so intensiv. Ich hing da bestimmt 20min drin. Und es war ein großer Unterschied zu meinen Prozessen, die ich alleine mache. Auch wenn ich sehr viel weine und fühle und release in meinen Prozessen fühle ich nicht. Das heißt meine Prozesse finden alleine kaum auf der Emotionalkörperebene statt, sondern viel auf einer Energieebene. Ich nehme meine Emotionen als Energie wahr. Als ich diesen weiblichen Halt bekam, fühlte ich. Es war auf ne andere Art intensiver und es war viel wärmender und nach innen gehender als was ich sonst so kenne aus meinen Prozessen, die eher auf so Trance oder Aura oder Feldwahrnehmungsebenen stattfinden.

Ja, danke für den Urlaub, hat mir hoffentlich gut getan und ich weiß, dass ich noch weiter Zeit brauche. Ich hätte noch länger bleiben können und ich glaube, dass ich echt nen paar Wochen am Stück bräuchte in einer Naturnahen und gehaltenen Umgebung in der ich nur Zugang zu gesundem Essen habe, um wirklich durch die Erschöpfung und Dunkelheit durchzugehen. Und klar widerspricht das meiner Ungeduld, die lieber jetzt durch wäre und lieber Klarheit von den Prozessen bekommen hätte wo es jetzt lang gehen soll in meinem Leben anstatt jetzt weiter meine großen Entscheidungen hinausschieben zu müssen, da mein System noch zu gestört ist und ich noch zu sehr vom Herzen getrennt bin, um jetzt gesunde Herzensentscheidungen treffen zu können. Aber gut, letzter Monat ALG1. Denn darf ich mir noch gönnen.

Ich bin meiner Reisebegleitung auch sehr dankbar. Wer mich kennt oder das so liest, kann es sich nicht vorstellen: Aber es lief Konfliktfrei ab, fast schon Harmonisch. Und bei sonen Sätzen stelle ich mir vor, wie menschen sagen: „voll schön“ oder „that’s really nice“ und ich denke mir so, scheiße, ich will mehr. Danke erstmal für die Erkenntnis, dass ich zu Freundschaften zu Frauen fähig bin. Aber ich möchte beim nächsten Mal dann doch entweder mit Männern reisen oder mit einer Frau mit der mehr als nur harmonische Freundschaft ist. Eine Frau, wo es auch Spannungen gibt, Anziehende und Konfliktreiche, wo Wachstum und Lebendigkeit ist, aber ohne dass es in Stress oder Energysuck endet, sondern, so dass es erfüllend ist und das Herz öffnet und Raum für Gefühle und Drama da sein dürfen, für Verletzlichkeit, Schwäche, Schüchternheit, Unsicherheit, Verbundenheit, Wut, Aggressionen, Körperlichkeit, Rangeln und Sex, sehr gerne in der Natur.

Aho

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