spirituelles Ego und Schatten als Brücke zum Urvertrauen

Eine Falle des spirituellen Egos:

Die Frage nach meinen Zielen und meiner Motivation so tief in die Spiriszene einzutauchen, habe ich oft damit beantwortet, dass ich heilen will.
In meinem Alltag bekam ich Spiegelungen und Trigger. Ablehnung von Frauen/Beziehungsunfähigkeit und Ausgrenzungen/Kündigungen und der ganze Rattenschwanz (Innere Getrenntheit, fehlende Berufung, Schulden). „Heil“ war ich in meiner Vorstellung, wenn ich endlich in meiner Berufung bin, wenn das Geld fließt, wenn ich attraktiv bin, wenn ich schlank bin/keine Esssucht mehr habe, wenn ich Frauen attracte, Sex habe und irgendwann nach einer Austobezeit mich in einer Beziehung wiederfinde und ja vielleicht auch in der Lage bin Vater zu sein, einen Familianalltag zu halten.
Mein Konzept war, dass das alles nicht klappte, weil ich noch Traumata, unterdrückte Gefühle hatte. Emotional Release war also das Allheilmittel. Ich müsste solange die Scheiße durchfühlen bis der Schmerz sich von alleine verabschiedet, verschwindet und nur noch Glückseligkeit und Leichtigkeit übrigbleibt. Und so machte ich mich auf den Weg und suchte und suchte immer wieder nach den Räumen in denen ich mich in meinen exorbitanten Schmerz fallen lassen konnte, ich suchte Räume, die mich halten konnten und ja damit kam ich schon mit einer überfordernden Erwartung in Räume. Ich hatte Verantwortung abgegeben, erhoffte mir Heilung im Außen zu finden. Ich verzeihe mir das, Eigenverantwortung und selber Halt geben war halt genau das was ich nicht gelernt habe, genau das war mein Teufelskreis. Und ja ich kannte mit der Zeit die Spiriphrasen und Konzepte „im Innen suchen“ und „Eigenverantwortung“ und „Erwartungen loslassen“ bis zum Erbrechen. Meinen Mentalkörper saugte das auf, aber es wurde zu einem Kreisen darin, keine Synchronizität mit dem Rest meines Systems, es blieb eine Gap zu meiner Realität. Hilflosigkeit und Opferdasein und Verzweiflung darüber, dass ich soviel ausprobierte und nichts wirklich half. Klar, mir wurde Entwicklung vom Außen bescheinigt und ich hatte seit ich mit 30 in Spiriszene gekommen bin mehr Sex mit Frauen als in der doppelt solangen Zeit davor.

Die Falle war halt, dass ich unterbewusst mich in all meinen Prozessen abgelehnt habe. Der Pure Selbsthass was ich war. Ein Ehemaliger verwirrter Langzeitstudent mit 5 Kündigungen, teilweise bis zu 4000€ Schulden, der nicht in einem gewünschten Maß an die Frauen rankommt, nach denen er sich so sehr sehnte. An die mangelnde Liebe, die er da reinprojizierte. Und jeden Prozess, jedes mich in den Schmerz fallen lassen all die Jahre war natürlich einerseits hilfreich, klar. Aber der Schmerz wurde gleichzeitig nicht kleiner. Hinter meinen Prozessen war ein unbewusstes Superegoprogramm, dass ich nur in den Schmerz gehe, um ihn loszuwerden, um etwas anderes zu werden als ich jetzt bin, um endlich nicht mehr abgelehnt zu werden. In diesem Spiel gab ich dem Schmerz aber keine Liebe. Ich hasste ihn. Er war schuld daran, dass ich bedürftig war, dass ich von Frauen abgelehnt werde, dass es mir Scheiße ging. Und es gab kein Aussteigen aus mir selbst. Ich war gefangen.

Konzepte kamen in mein System wie aufs Positive Konzentrieren. Jeder Versuch das zu machen, künstlich in die Freude zu gehen scheiterte. Und ich habe ne Abwehr dagegen. Meine Gutmenschenanteile, meine ganzen Masken sind ja Versuche mich auf etwas positives zu konzentrieren. Und ich konnte machen was ich wollte, so positiv sein wie ich wollte, irgendwann kam der Trigger, immer und immer wieder. Der Tritt vom Universum in my Face, die Einladung, die Erinnerung noch ne Runde durch den Schmerz zu gehen, er war immer noch nicht durch. Und dann wenn der Schmerz als Trigger präsent wurde, gab es kein weiter aufs Positive konzentrieren, das würde zu einer spürbaren Trennung führen. Für mich, für meine Kontaktpersonen oder für die Gruppe. Ich weiß, dass ich wenn in mir Gefühle berührt werden, die ich nicht halten kann, ich diesen Schatten in den ganzen Raum sende und viel mit der Energie eines Raumes machen kann. Und ich kannte ja meine Prozesse. Wieder war ich in einer Falle, nichts von den vielen Konzepten, die in meinem Mentalkörper rumschwirrten half in diesen Situationen. Alle Phrasen und Tipps redeten an meiner Realität vorbei. Ich hätte den Raum entweder, die Kontrolle und das Verantwortung für andere übernehmen, also Rücksicht auf sie zu nehmen loslassen können und mich meinem Gefühl und meinem massivem Prozessen hingeben können. Aber die Leute hätten auf mich eingeredet, hätten versucht mich zu regulieren, wieder an den Raum anzupassen, wären mir mit Konzepten gekommen, ich solle Eigenverantwortung übernehmen. Ich weiß, dass wenn ich im Gefühl bin und jemand auf mich mental einredet, dass ich dann in eine Retraumatisierung gehe, weil das genau der nicht sichere Raum ist vor dem ich Angst habe. Und klar es ist natürlich auch unangenhm mit exorbitanten Gefühlen die die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, macht mensch ja nicht. Mir blieb nur übrig mich zu kontrollieren, es dauert dann aber nicht lange bis sich Störungen im Raum zeigen, die dann am Ende zu dem anderen großen Trigger führen, dass ich ausgegrenzt werde.  Dann aber wegen meiner Egomasken, die ich über die heftigen Gefühle drüber gelegt habe: ich rede bspw. sehr viel mental, wenn ich getriggert bin, anstrengend war für den Raum und ja unbewusst versuche ich auch Räume mir in die Richtung zu kontrollieren, dass sie für mich sicher sind und das widerspricht oft den Bedürfnissen von anderen. Ich fühle mich in der Tiefe sicher und Freeflow bringt mich ins dissoziieren und bei fast allen anderen ist es andersrum.

Ein anderes Konzept war Loslassen, aber auch da kam ich nicht ran, ich habe wie ich in meinen Sterbeprozessen ja nochmal explizit feststellte (gerade wo ich diesen Absatz hier im Internetcafe angefangen habe, dröhnt let go durchs Autoplay von Utube) hatte ich einen richtig krassen Festhaltedämon in meinem Superego und habe die entsprechenden Strukturen natürlich immer noch in meinem System. Ich halte massiv fest an meiner Vergangenheit, an meinen Erfahrungen und kreiere mir darüber Identität, was sich bspw. an meiner Blockade zeigt endlich Sachen aus meiner Vergangenheit wegzuschmeißen. Wer bin ich wenn ich loslasse, wer ohne das Traumata, ohne meine Prozesse, ohne mein Drama, ohne Gedanken/Reflektionen an Vergangenheit oder Zukunft, dieser State löst Todesangst in mir aus.

Nachdem ich Mitte des Jahres nochmal durch gewaltige Prozesse ging (Schwarzes Loch Creators Game und Tribal Gathering sowie Sterbeprozess auf LSD) fand ich mich Ende September mit Mica zu einem Projekt namens aus dem Feld in die Welt zusammen. Von meinem Mentalkörper her hätten wir schon in der ersten Woche Videos und die Likesite Pushen können, aber wir wurden vom Feld gebremst und bekamen ordentlich Hausaufgaben vom Feld, die wir bearbeiten mussten, bevor wir mit dem Projekt rausgehen. Wir treffen uns zweimal die Woche mehrere Stunden und wir gehen nahezu jedesmal ins Feld/ ins Channeling oder in irgendwelche Prozesse. Und es ist echt heftig wieviel Arbeit das ist. Da hatte ich dann nochmal einen Dämonsterbeprozess. Ich hatte eine Besetzung von einem Anteil von mir aus früheren Inkarnationen, der nicht sterben wollte und meine Energy suckte. Seit dieser Befreiung haben sich meine Prozesse massiv verändert vor allem der Focus. Es ging vor allem dann erstmal viel um Halt, anstatt Schmerz loszuwerden ihn selber halten zu können. Dazu dann auch mein Prozess in der Männergruppe zum Thema Dissoziation. Ein großer Schritt in die Eigenverantwortung. Zurzeit mache ich begleitete Erdungsmeditation. Erst gestern wieder wurde ich eine Stunde lang begleitet. 10 min lag ich da und releaste einen Anteil. Ich wiederholte immer wieder den Satz von dem Anteil: „Ich will nicht im Körper sein“, so dass sich der Anteil gesehen fühlen kann und entspannen kann. Es war ein Teil meines Willens, der diesen Satz sagte und dessen Energie anteilig im Festhalten dieses Satzes gebunden war. Es war sehr schön für mich das in diesem Prozess so klar wahrnehmen zu können. Im Prozess nahm ich den Willen als Anteil war, der auch massiv verletzt war. Ich gab der Verletzung Mitgefühl.

In den letzten Wochen (Monaten) gehe ich jeden Tag in Prozesse, auch in Aufstellungsenergie, also die Arbeit mit dem Feld und höheren oder innere Instanzen, die andere Wahrheiten haben als mein Ego. Das Ego ist natürlich in meinem Alltagszuständen am präsentesten und übernimmt viel Kontrolle. Aber es bringt ja leider nicht den Erfolg, den ich mir erhoffe.

Die Wahrheiten, die mir gezeigt werden: Gehe nicht mehr zu Workshops, vor allem nicht da, wo Cacao getrunken wird. Für mein Ego ist das superschwer: ich sehe in meinem FB-Kalender Cacao und Kuscheln, Cacao und Tantra, jeden Adventssonntag ein Kakaoevent mit Anir Leben und noch viele mehr. Weiterhin kommt die Eingabe triff dich nicht mit Friendzonefrauen und ja ein Prozess konfrontierte mich damit meine Wahrheit anzunehmen, dass ich null Freund_innen habe. Das Feld sagte Stopp dazu mich in Räume zu begeben in denen nur mein Schmerz getriggert wird. Frauen, Gruppen usw. und meine konditionierte Identität zieht es natürlich da hin. Ein riesen Innere Kampf zwischen Ego und meiner Wahrheit, dass ich mich nach innen zurückziehen soll, zwischen dem narzisstischen, extrovertierten und Kontaktgeilem Anteil und der inneren Einsamkeit, dem Mangel, der Dunkelheit, der Erschöpfung. Das paradoxe ist, dass es mir im Ego halt verdammt gut geht mit meinen Kompensationsspielchen. Ich bekomme ja Kontakt, Socialising, nen gewissen Halt in Workshops mich authentisch auszudrücken, den ich im Alltag nicht finde, Nähe zu Frauen, da Kuscheln meist immer OK ist, solange ich nicht sexuell bin. Und dann gibt es da das Nicht-Ego. Meditieren, ins Herz gehen, nach innen gehen, Still werden usw. Ihr kennt das ja vermutlich von den vielen spirituellen Sprüchebildchen auf FB, das ich irgendwie mit dem Versprechen konnotiere, dass es dich glücklich macht. Jedes Mal, wenn aus dem Ego in diese Ebenen wechsele, dann kam Schmerz und Prozess und ja, jeden Tag und ja teilweise heftig mit Hyperventilieren und Panikattacken. Und ja es ist anstrengend und ja ich laufe immer noch mit Zucker, Internet und Schlafrythmusstörungen und anderen Strategien vor meinen Gefühlen weg.

Gestern ging ich mit einer FB-Veranstaltung raus, dass ich mich jetzt selbständig mache. Ein großer Schritt für mich, den ich lange rausgezögert habe (und ja für alle die es paradox finden dass ich so gestört bin und trotzdem als Coach arbeite: ich bin mit meinem Bewusstseins zum einen woanders als die meisten anderen Menschen und zum anderen wenn ich in der Raumhalterrolle bin, bin ich in einem feldangebundenen State, wo ich frei von meinem Themen und Triggern bin. Es ist irgendwie leichter für mich äußere Räume zu halten und Leute in eine Tiefe zu begleiten und ja ein Coach muss selber nicht perfekt sein, um diese Arbeit machen zu können, genauso wenig Sozialarbeiter, dafür gibt es ja dann auch professionelle Rollen)

Abends kamen bei mir Existenzängste hoch und zwar gewaltige. Was wenn keiner kommt zu dem Preis, den ich mir wert bin. Was wenn ab März 2019 kein ALG1 mehr habe und ja dann mit den Konsequenzen leben muss, dass ich mich entschieden habe nicht mehr als Sozialarbeiter mein Geld zu verdienen. Zweifel an meiner Vernunft tauchen auf und ob nicht doch und dann wieder nein Fuck It, das ist meine Inkarnation und ich lebe meine Spiritualität und werde die nicht mehr für Systemjobs unterdrücken. In meinen Fantasien habe ich auch Vorstellungen dass mir viel Geld zufließt, aber es ist noch mit Arbeit und Anstrengung verbunden. Ich sehne mich nach passiven Einkommen von mindestens 1000€. Auf dieser Basis würde ich dann meine Workshops und Sessions anbieten und zwar in einem Rahmen und einer Menge wie ich Bock habe, so dass ich nicht über meine Grenzen gehe und im Herzen bleiben kann. Jetzt ist die Vorstellung da, dass ich mindestens 20 Sessions pro Monat geben muss, gut am Anfang reichen 10 um auf niedrigem Niveau zu leben, aber ich habe ja Bock auf viel Geld. Und gerade diese Zusammenhänge machen es schwer. Gerade die ersten Sessions mache ich dann in meiner Vorstellung noch mit einer Energie, die nicht vom Herzen kommt, sondern mit der Botschaft: Bitte kommt und bezahlt mich, ich brauche das Geld für meine Grundexistenz. Ich mache die ersten 10 Sessions pro Monat aus nem Mangel. Und dann kam Angst vor Armut, vor Schulden. Die größte Angst dabei war die Unfreiheit, dass ich Druck bekomme wieder einen Systemjob annehmen zu müssen.

In anderen Prozessen zeigte mir das Feld auch schon, dass ich Verzicht lernen müsse. Hat meinem Ego natürlich nicht gefallen. Aber ja 1000€ sind für jemandem mit nem hohen Lebensstandard schnell weg und nen Rainbowwarrior legt es beiseite und freut sich des Lebens beim Containern. Worauf ich hinaus will: Wer verzicht lernt, wird in Relation zu dem vorhandenem materiellem Umstand immer reicher und reicher.

Da sich das männliche Thema Halt gerade etwas gesetzt hatte bei mir, ich wirklich Fortschritte bemerken durfte, kam jetzt das weibliche Thema Herzöffnung im Kontext mit dem Urvertrauen seit einer Woche in mein System. Ja, mein Urvertrauen ins Leben ist schwer beschädigt, da ich nen beschissenen Start hatte und ich nie den State hatte mich als Kind irgendwo hinfallen lassen zu können und Raum zu haben, dass mein Schmerz sein durfte. Ich habe viel meine Wut und meinen Hass aufs Leben ausgedrückt, weil es dem Kontakt zum Urvertrauen im Weg stand. Aber dennoch fehlte der Kontakt, ich wusste nicht wie ich in Beziehung treten sollte, es gibt ja keinen Knopf und eine aktive Entscheidung allein hilft ja nicht. Der Weg ist ja über die Hingabe, das Loslassen. Am Montag hatte ich schon eine kleine Herzöffnung. Ich sah eine großen metallenen Schutzpanzer vor meiner Brust und kam lange nicht dahinter, aber irgendwann drehte ich ein Ventil auf und es strömte grüne Energie hinaus. Wow, was für ein Fortschritt, was für ein schöner Moment.

Und jetzt komme ich zu der Essenz dieses ganzen Textes ein kleiner alltäglicher Prozess von gestern, der sich wie so oft wie ein riesengroßer Fortschritt anfühlt und gleichzeitig aus der Gesamtlage meiner Themen vielleicht ein Zehntausendstel Progress widerspiegelt. (Das gute an dem mathematischen Bild was ich benutzte ist, dass ich wenn ich täglich an mir arbeite ja in 10000/365,25= 27,38 Jahren vielleicht mit meinen Themen durch bin, ich es also in dieser Inkarnation schaffen könnte)

Ich sah Bilder wie ich mir Urvertrauen vorstelle. Kinder kommen zur Welt und finden Halt und Liebe, Wärme und Geborgenheit und sie dürfen sein, sie haben Impulse und folgen ihnen. Sie bekommen beschützende Energie von der Mama und motivierende Anerkennung vom Vater. „toll wie du die Rutsche runtergerutscht bist“. Kinder haben Erlebnisse und fallen nach jedem Erlebnis in den sicheren Raum der Eltern zurück und am nächsten Tag neue Impulse von Autonomie, Erfahrungen von Grenzen, Beziehung, Kontakt, Gruppen, Einordnung in der Welt, Rebellion und selbst nach der Autonomie des Auszuges und in der Berufung angekommen sein gibt es die Familie, wo mensch, wenn mensch mal ne wirtschaftliche Krise hatte sich Geld leihen kann. Für menschen aus bürgerlichen bzw. liebenden Familien, wo dieses Urvertrauen kreiert wurde, ist es leicht sich selbständig zu machen, da dieses Urvertrauen ausstrahlt. Sie können durch Krisen gehen, weil sie unterbewusst immer dieses Weiche Kissen das sie unbewusst in ihr System übernommen haben spüren, den Halt im Rücken spüren, wo sie hinfallen.

(Hier ein aktuelles, sehr wertvolles Posting in dem ein kollektives Erschüttern von Urvertrauen bei Kita-Kindern widergespiegelt wird)

Wenn ich, also mein System an die Vorstellung denkt sich selbstständig zu machen und an finanzielles Risiko denkt, dann spürt mein System kein kleines Fallen in ein weiches Kissen zum Ausruhen und weitermachen, nein, dann fühlt es einen Absturz ins Bodenlose. Unfassbare Existenzangst, Angst vor Schulden, Armut, Anstrengung, Zerreibung. Diese Angst sah ich in meinem System und ich ging so krass rein bis ich eine Panikattacke bekam.

Und ich könnte den Menschen in die Fresse hauen, die behaupten, dass alle Menschen gleich sind, dass jeder seines Glückes Schmied ist und dass jede_r die gleichen Chancen hätte, es nur eine Frage des Wollens ist. Nein die Komplexitäten, die Ressourcen, die uns abhängig von Elternhaus, Sozialisation, gesellschaftlichen Verhältnissen mitschwingen, sind ultrakomplex und ich wünsche mir, dass dieser Unterschied zwischen Menschen auch gesehen wird.

Dann ging der Prozess mit dem Feld weiter. Ich repräsentierte das Urvertrauen. Dieses lud Christian ein mal in das Gefühl der Armut zu gehen vor der er so Angst hat. Ich wechselte die Rolle und folgte mit leichtdem Widerstand der Einladung, eine Decke übernahm die Rolle des Urvertrauens und ich ließ mich in sie fallen. Meinem Ego, dass Fantasien von Reichtum kreiert, gefällt es nicht, aber irgendwie fühlte es sich im Körper und emotional wohlig an. Ich sah die Situation auch aus einer höheren Perspektive, dass ich keinen Anspruch auf Reichtum habe, bloß, weil ich lebe, dass soviele andere Menschen das auch nicht vergönnt ist und dass es im Universum nicht darum geht. Ich entspannte mich und merkte wie ich mir ne Fallhöhe in mein System einbaute mit dem totalen Spüren der Armut, die ich ja kannte, aber unterbewusst immer ablehnte. Wenn ich diesen Schatten annehme und liebe, dann falle ich, wenn ich falle in etwas, das ich kenne und liebe, wenn ich es aus Angst ablehne, dann falle ich in etwas, dass ich aus Angst ablehne. Und ja aus Coachingsicht ist es paradoxe Intervention und es widerspricht vielen Methoden von Manifestationen oder dem Law of Attraction oder dem Zielorientierten Denken. Viele Coaches würde es anders machen. Würden den Klienten einladen mal den Reichtum zu spüren, sich auf das Ziel, den Focus und die Entscheidungen und die das immer wieder aufstehen, die Motivation konzentrieren und ich mache radikal den Weg der Schattenarbeit bzw. bringt mir eine höhere Instanz das gerade so bei und es fühlt sich stimmig an. Ich machte das mit all den anderen Schatten auch und ließ mich in diesem Prozess in meine Wahrheit fallen, gegen die ich mich so wehrte. Ich ließ das Gefühl der Ausgrenzung in mich eindringen und es wärmte mich, ich ließ das Gefühl der Ablehnung in mich eindringen und es wärmte mich. Gleichzeitig ließ ich mentale Identifikation damit los, die dazu führt, dass es immer wieder passiert. Es war jetzt einfach ein Teil meiner Vergangenheit und dieses Moments. Und gleichzeitig ließ ich meinen Widerstand etwas los mehr Frauen nicht mehr zu begegnen und zu Workshops zu gehen. Ich ließ den „wollen“-Anteil etwas los. Und Leute, das ist nicht wahrlich nicht leicht für mich, ist nicht das erste Mal, dass ich von dem Feld eingeladen wurde Frauen loszulassen. Mein Schmerzmangelsystem wehrte sich. Frauen loszulassen war verstrickt mit meinem Inneren Kind die Liebe von der Mutter loszulassen nach der es sich so sehr sehnte und in der Wahrheit des Schmerzes von nicht geliebt werden anzukommen.

Dazu teile ich mal noch ein Musikvideo, welches ich heute in einem Restaurant gesehen habe, das mich sehr berührt hat und ich mit einem Liebeslied zum Inneren Jungen assoziiere. (Zum Glück verstehe ich ja kein Englisch)

 

Nachtrag

Ich wache heute morgen auf. Bin in meinem Körper in meinen unangenehmen Gefühlen.

Bei FB freue ich mich über die 5 Likes und drei Kommentare unter diesem Beitrag oben, den ich auch bei FB teilte. Ich sah aber auch Seans Beitrag von heute morgen in dem er ähnlich wie ich über seine Prozesse shared, aber anders als ich kürzer und weniger mental reflektierender als ich. Er hat verfickte 61 Likes. Neid kommt auch, nicht dass ich ihm es nicht gönne, aber Minderwertigkeit taucht auf. Ich stelle mich, meine Beliebtheit, meinen Wert, meine Qualität in Frage. Und klar ich rede mir natürlich ein, dass ich das für mich mache und ich für therapeuthische Zwecke mache, aber ich möchte auch berühren. Und ja meine Texte tun das offensichtlich nicht so wie die von Sean. Ehrlichkeit und sich transparent zeigen ist geil. Aber wenn Sean es macht ist es geiler. Bei mir noch nicht ganz so geil. Ja, Fuck ich mache mich mal transparent damit was likes mit mir machen, bin ja damit hoffentlich nicht der einzige und ja likes, haben ne Power. Mica und ich machen am selben Tag zusammen neue Profilfotos und stellen sie zeitlgleich bei FB hoch. Ich bekomme 22 Likes und einen Kommentar bei 500FB-Freund_innen und Mica bekommt 53 likes und drei Kommentare. Und jetzt könne mensch den Spiriphrasensatz drüberlegen, dass mensch nicht vergleichen soll, aber dieses Konzept ist eine drüberglegte Trennung von der Realität. Wenn ich den Satz in mein System hole, dass ich nicht vergleichen soll, dann unterdrücke ich eine Realität in mir. Ja ich bin mensch, ich vergleiche und es macht was mit mir und es ist OK.

Ich lasse mich in die Schatten fallen und setze den Prozess vom Vortag um. Es ist OK diesen dunklen Gefühle zu fühlen, aber wie so oft fangen dann parallel an die Gedanken zu kreisen. Ich fing an über meine Selbständigkeit nachzudenken und an der Stelle verstehe ich immer wieder erleuchtete Gurus nicht, die sagen, sei radikal im Moment und denke nicht. Denn für meine Berufung, Planung, Orga usw. brauche ich ja Gedanken, die mal eben auch nichts mit dem Moment zu tun haben. Ich mache Morgen eine Aufstellung mit einer Klientin und suche noch zwei Stellvertreterinnen, weil genau zwei Frauen und ein Mann gewünscht waren, am 8.12. biete ich zwei Aufstellungen an, habe aber noch keinen angemeldete Fragestellerin und am 15.12. mache ich mit Mica nen Workshop, der auch finanzielles Risiko birgt.

Und dann kommen Angstgedanken. Was wenn nicht zwei Frauen morgen kommen und ich vor meiner Klientin stehe und „versagt“ habe zwei Frauen als Stellvertreterin zu attracten, was wenn sich keine Fragesteller_innen zu meiner Aufstellung anmelden, wenn nicht genug Leute kommen zu unserem Workshop. Ich bin echt bereit viele Schatten anzunehmen, aber ich habe Angst vor dem Nicht-Erfolg, habe Angst, dass ich dann mir auch denken, na dann eben nicht Leben, dann nimm mir neben Frauen, Gruppen usw. gerne noch meine neugefundene Berufung als Coach und Workshopleiter weg. Ich schon schwer genug die Entscheidung. Ja, gerne fühle ich noch den Schatten des Versagers und lasse es los das mit Strategien zu kompensieren. Aber was dann, wer bin ich dann, was mache ich dann, wie bestreite ich meinen Lebensunterhalt, liebes Universum ich verstehe es nicht, einerseits gibt es Heilungsbedarf und auf der anderen Seite sehe ich auch immer wieder die spirituelle Konzeptphrase, dass alles richtig ist so wie es ist und es keiner Veränderung bedarf. Puh was ist richtig, ich bin verwirrt. Und es spiegelt nur einen Teil meines Gedankenkreisens wieder. Ich bin mittlerweile sogar schon in der Lage solche fertimachenden Widersprüchlichkeiten zu lösen.

Ich lese bei FB diesen Text erst ein Statement von Ron zum Tribel Gathering, wo es ausschnittsweiße heißt:

Dieses Gathering ist keine Silvesterparty.
Never!
Das ist kein hedonistisches Gelage,um mal etwas Abstand zum Alltag zu bekommen.
Es ist ein modernes Gebet für das Leben.
Ein auf die Knie gehen und in Demut sich vor dem Leben verbeugen.
Ein zurückfinden in meine wahre Natur und Größe.
Durch die Dunkelheit ins Licht.
Hier gibt es keine Substanzen, kein Kaffee, nur veganes Essen, Ehrlichkeit, Ankommen, Sein, Raum um mich meinen Themen stellen zu können.
Es wird keine Luxus-Doppelzimmer-Honeymoon-Kreuzfahrt ins ewige Glück.
Schlafmangel, Überforderung, Emotionen, Projektionen, enttäuschte Erwartungen, alte Wunden, ungefühlte Schmerzen…..Schattentransformation ist der Weg des Lichtkriegers (Karl Jung).

Ich freue mich, meine Energie geht hoch, ich freue mich dass ich dabei sein darf und einen Abend vor den bis zu 180 Menschen und 30 Kindern mithalten darf. Das ist der richtige Platz für mich.

Weiter lese ich heute morgen einen längeren Text: „Fallen der Spiritualität“ Geile Synchronizität zu meinem Blogartikel gestern Nacht. Da tut sich was im Feld.

https://www.facebook.com/Seelenschmelze/posts/2168310366526932

Und dieses Zitat löst die eben formulierte Widersprüchlichkeit auf. So arbeite ich auch als Coach, kein Optimieren und Verändern für ein „besseres“ ich, sondern einfachnur den Raum halten, in der Präsenz sein, eine Erfahrung anbieten in dem sich meine Klient_innen selbst tiefer erfahren können.

Ein Heiler ist jemand, der anderen hilft, sich an ihre Ganzheit zu erinnern. Aber man kann Menschen nur dahin bringen, wo sie gerade stehen. Du kannst die Energie für Menschen halten, du kannst das Gewahrsein für Menschen halten, aber du bist nicht wirklich der Heiler. Du öffnest nur einen sicheren Raum, indem du absolut im Moment bist. Alle Heilung ist Selbstheilung.

Und auch wenn ich hier meinen Schatten schriftlich viel Raum gebe, es sind nur Schatten und ich bin jetzt in einem Normalstate und bin handlungsfähig. Ich werde nun ca. 10 Frauen direkt anschreiben, ob sie denn morgen kommen können und ja ich mache es einerseits mit Schattenenergie (Angst sonst als Versager morgen dazu stehen), einem Mangel (ich „brauche“ zwei Frauen) und gleichzeitig einer weltlichen Notwendigkeit, so ist das nunmal als Selbständiger. Da braucht es auch mal Akquise, auch wenn es unbezahlte Arbeitszeit ist. Am Ende hoffe ich einfach nur, dass ich morgen Dienen darf und mein Geld wert sein werde.

PS:

Ich lese in der  Kitaverlinkung den Kommentar „Wer gibt schon gerne seine kranken Kinder in der Kita ab,aber oft haben Arbeitgeber überhaupt kein Verständnis und die Existenz steht mitunter leider auf dem Spiel“ Und ich schreibe auch oft über Existenzangst.

Aber ist euch mal aufgefallen was für ein durch die Matrix aufgeladene Konnotation in diesem Begriff steckt. Spirituell heißt Existieren etwas ganz anderes als womit es mittlerweile verknüpft ist. Beim Reiki gibt es das Gebet ich bin dankbar dafür, dass ich existiere, was ich wirklich mit tiefer Resonanz übernehmen kann und ich bin fucking Dankbar für meine Existenz, auch wenn ich jetzt Todesängste erleben muss/darf.

Und gleichzeitig heißt es Existenz aufbauen, haben oder zerstören im Kontext von Berufung, Arbeit und Selbständigkeit. What the Fuck. Das ärgert mich sehr. Die Gesellschaft hat es damit echt geschafft unseren Wert, unser Wurzelchakra, unser Sein unsere Gefühle, einfach alles in unserer Wahrnehmung damit zu verknüpfen, ob wir arbeiten oder nicht. Es heißt es können Existenzen zerstört werden (jemand geht pleite) aber in Wahrheit macht ja die Existenz nur die Erfahrung, dass mensch pleite geht. Die Existenz wird ja nicht bedroht durch das Pleite werden. Sie macht nur eine unangenehm eingeordnete Erfahrung. So, das musste mal raus.

 

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