Dis-Assoziieren

Den Begriff hörte ich das erste mal von Mirko, der als Herzenshelfer beim Lucid arbeitete und mich durch einen Prozess begleitete. Ihm ging es darum, dass ich das dissozierte Gefühl des Kindes als erwachsener Christian assoziiere. Also die unterdrückten Gefühle eines Anteils mit dem erwachsenen Körper in Verbindung bringe, so dass sie abfließen können.

Dissoziieren wird verschieden angewandt. Es ist eine Art Trennung vom Körperbewusstsein in den Beobachter, da bspw. in einer sehr unangenehmen oder traumatischen Situation unser System Gefühle nicht wahrgenommen werden wollen.

Es gibt aber auch in vielen spirituellen Kreisen diese Dissoziation als Zielzustand. In den Beobachter kommen durch meditieren, nicht mehr verhaftet sein mit dem Körper oder den Emotionen. Ich denke da bspw. an Kundalini-Yoga, Buddhismus oder die Hare Krishna, oder der Teil der spirituellen Szene, der viel über „Erleuchtung“ redet, wo es viel darum geht, die Energie in dieses Hohe Bewusstsein zu lenken. Kann mensch so machen, schafft spezielle und besondere Erfahrungen.

Daneben steht das Assoziieren. Eigentlich eine „Gedankenkette“, aber in einer weiteren Konnotation geht es um die Identifikation und Präsenz. Hierfür stehen bspw. geerdete spirituelle Richtungen, wie Erdungsmeditation oder Yoga. Es geht um die Annahme und nicht um die Flucht von unseren Inkarnationen. Wir haben nunmal einen Körper, eine Inkarnation und können dieses Geschenk auch annehmen und Gefühlen und Erfahrungen Raum bieten. Wenn mensch das Bewusstsein in die unteren Chakren holt und in den Körper und auf die emotionale Ebene, schafft das eine Verbindung mit dir und schafft Präsenz.

Im ersten besteht die Gefahr, mit spirituellen Konzepten und Methoden vor unangenehmen Gefühlen wegzulaufen, in der zweiten besteht die Gefahr, dass mensch sich zu stark mit seinem Körper und seinen Gefühlen identifiziert und dann Gefahr läuft das große ganze nicht mehr zu sehen.

Ich erlebe verschiedene Zustände und freue mich über den Mittelweg, den ich hier gerade kennenlerne. Reine Meditation bringt mir nichts. Da beobachte ich Leere, das langweilt mich, bringt mir keinen Fortschritt. Und wenn ich in Kontakt mit anderen Menschen bin, dann passiert, extrem viel bei mir, aber ich bin leider nicht in der Meditation und nehme mir Zeit für das Beobachten.

Meine Rettung ist Circling. Du machst beides gleichzeitig. Du gehst voll in die Erfahrung des Moments reins und lenkst deine Aufmerksamkeit vom Kopf runter auf den Körper und in die Gefühle und gleichzeitig(!) gehst du in den Beobachter und verbalisierst ständig, was du wahrnimmst. Das löst die Identifikation auf. Ich erlebe Menschen, die das anwenden und keinen besonderen Effekt spüren, weil sie im Kopf festhalten, aber wenn mensch einmal den Effekt gespürt hat ist es wie ein kleines Aufwachen, ein Feld-Zustand, den ich gerne beschreibe.

Ich lade alle ein, das mal auszuprobieren und biete auch Circlingsessions an.

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2 Antworten zu Dis-Assoziieren

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