Dear Terrorist

danke, dass du mich an meine Wut und meinen Hass bringst. Das bringt mich in Kontakt mit mir und mit meiner Ablehnung dir gegenüber und deinem Handeln.
 
Ich bin im Kontakt mit der Trauer und dem Mitgefühl für die Toten, Verletzten, Angehörigen, Traumatisierten, den Angsthabenden und Politisierenden. Ich stehe zu meiner Seite und für meine Werte ein und werde sie auch immer gegen dich schützen und verteidigen.
 
Nachdem ich meine Wut, meinen Hass und meine abgrundtiefe Ablehnung dir und deinem Handeln gegenüber angenommen habe kehrte kurz Ruhe ein. Eine Stille, die mir Raum gab noch tiefer zu gehen und mehr zu erkennen und mein Herz ein Stück weit für dich zu öffnen.
 
Ich habe Mitgefühl mit dem Leid was du in dir trägst. Sicherlich hast du geliebte Menschen verloren und fühlst, dass dein Tribe angegriffen wird. Von etwas großem, irrationalem wie der Russischen Allianz oder dem Westen und anderen islamischen Richtungen. Du hast dich gegen die Ohnmacht entschieden und auch gegen deinen Schmerz und gegen die Vergebung. Du wolltest Rache und ein Zeichen setzen. Manche nennen dich feige. Aber aus Sicht eines Kriegsgottes oder deinem Allah bist du ein Held bzw. ein Märtyrer. Dein Handeln hat Aufmerksamkeit geschaffen für dein Leid, stellvertretend für das Leiden vieler, die im Krieg sterben. Du hast ein Opfer gebracht, Schuld aufgeladen und dein Karma hergegeben, um einer größeren Sache zu dienen.
 
Ich lebe in einem Wertesystem, wo es viel zu einfach ist, zu sagen, Töten ist scheiße und falsch. Ich finde deine Tat ist scheiße und falsch. Und dennoch tut es das System in dem ich lebe das gleiche. Es tötet, obwohl es scheiße und falsch ist deinen Tribe und niemand von uns ist unschuldig. Danke, dass du uns das entstehende Leid spiegelst. Ich kenne dich und dein wirkliches Leiden, deine Motivationen und deine Hintergründe nicht. Ich kann nur aus einer bequemen Distanz hoffen dich mit meiner Interpretation ein wenig gesehen zu haben. Möge deine Seele und dein Tribe, möge dieser Planet Frieden finden.
 
Ich überwinde mit diesem Blogeintrag meine Angst falsch verstanden und bewertet zu werden. und zeige mich mit einem Anteil, der sich gerade durch mich ausdrücken möchte. Ich zeige, dass ich mein Herz ein Stück weit für dich und gleichzeitig auch für mich geöffnet habe. Du bist nicht getrennt von mir, du bist ein Teil von mir. Ein Schatten der ins Licht will.
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