Gefühle und Emotionen

Im Alltag haben wir viele Masken auf. Nicht immer passt es, dass wir uns voll authentisch zeigen. Gesellschaftliche Normen helfen uns beim förmlichen Miteinandern, beim Funktionieren. Niemand soll sich auf den Schlips getreten fühlen, die Rollen und Hierarchien müssen gewahrt sein. Gefühle könnten ja den Raum und die aktuelle Sachdiskussion stören.

So ist es aus meiner Sicht oft und es ist erstmal OK so, dass es so ist; gleichzeitig bleiben leider andere Sachen auf der Strecke: Gefühle, Authentizität und die wahren Bedürfnisse hinter unseren Fassaden.

Viele haben von klein auf eine seltsame Beziehung zu ihren Bedürfnissen erlernt. Wenn Kinder erleben, dass gewisse Gefühle nicht da sein dürfen, wie Zickigkeit, Bockigkeit, Trauer, Wut, Bedürftigkeit. Gleichzeitig konstruiert oder dekonstruiert die Gesellschaft gewisse Bilder von Männlichkeit und Weiblichkeit. Wenn Kinder aus ihrem Prozess des Gefühle ausdrückens herausgeredet oder heraus getröstet werden, dann lernen sie irgendwann, dass bestimmte Gefühle oder ein das Ausdrücken ebendieser unerwünscht sind. (Viel besser wäre es aus meiner Sicht den Kindern den Raum zu geben tiefer in ihre Gefühle zu gehen und sie auszudrücken. Und ich meine Gefühle. Ich meine nicht das Verhalten, dem dürfen natürlich Grenzen gesetzt werden.)

Auch bei Traumatisierungen kann es passieren, dass Menschen „dissoziieren“. Viele Traumatisierte beschreiben es als Körper verlassen, dass Leere oder Schockzustand im Moment des Traumatas empfunden wurde. Teilweise kommt ein Gedächtnisverlust zustande. Dies ist eine Schutzfunktion unseres Wesens und es ist gut, dass es sie gibt.
Die Gefühle bleiben als Energie/ als Emotion im Körper gespeichert, Schamanen und Schamaninnen sprechen dann von einem abgespaltenen Seelenanteil. Diese heftigen Gefühle sind nicht weg und sie werden auch nicht weggezaubert werden können.
Um Gefühle zu unterdrücken muss eine gewisse Kraft aufgewendet werden, es können Blockaden, Neurosen und Verhaltensmuster entstehen. Auch Körperliche Reaktionen bis hin zu Krankheiten. In spirituellen Kreisen gibt es auch den Begriff „Schatten“. Nun gibt es Esoteriker_innen, die dir erzählen, dass du immer ganz positiv denken musst und nur lieb und nett zu allen anderen Menschen sein musst und sich dann alle Probleme von alleine verschwinden, weil Gott dich im Paradies belohnen wird. Das ist m.E. Schwachsinn, deine Schatten werden nur noch größer je mehr du versucht mit Ideologie und positiver Energie versuchst vor ihnen wegzurennen. Aber du kannst es gerne versuchen, das positive was du in der Zeit des Wegrennens getan hast, wird dir vielleicht am Ende aufs Karmakonto gut geschrieben.

Aus meiner Sicht ist es so, dass wir im Leben dann gewisse Spiegelungen bekommen. Wir ziehen Situationen oder bestimmte Menschen an. Es kann auch sein, dass bestimmte Menschentypen sich nur dir gegenüber „sonderbar“ verhalten, also einen bestimmten Anteil zeigen, und sich bei anderen Menschen immer „normal“ verhalten. Dahinter >kann< eine sogenannte „Übertragung“ stecken, die Menschen bei ungelösten Konflikten Kreieren. Durch eine sogenannte Projektion, also unbewusste Zuschreibungen, die wir machen, weil uns ein Mensch an einen anderen Menschen erinnert, kann es passieren, dass dieser Mensch unbewusst Verhaltensweisen annimmt, die mit dem Menschen zu tun haben mit dem wir noch eine ungelöste Sache haben. (Bspw. Vater oder Mutter.)

Durch die Situationen die wir anziehen werden bestimmte Gefühle ausgelöst und diese Gefühle „triggern“ (=auslösen) uns gleichzeitig immer wieder an das Unterdrückte heran. Es kann sein, dass du eine verletzende Situation erlebst, das löst ein Gefühl bei dir aus. Gleichzeitig ist deine Reaktion aber viel stärker und es kommen Emotionen mit hoch, die mit der Situationen nichts zu tun haben. In diesem Moment releasen (befreien) sich bestimmte alte Emotionen. Hinter unseren Mustern (Resonanz) steckt also eine unbewusste Heilungsstrategie. Nun kann es aber ganz schön nervig werden, wenn wir immer wieder ähnliche Situationen erleben. Besonders doof ist es, wenn wir die triggernden Situationen geschenkt bekommen und das Setting nicht passt, um auf eine heilende Art und Weise seine Gefühle auszudrücken und wir die alten und die neuen Gefühle erneut unterdrücken müssen. (In diesem Fall hilft es aus dem Setting rauszugehen und nochmal mit der Erinnerung emotional in die Situation zu gehen.)

Wenn die Erkenntnis da ist, dass du dich in einem Muster befindest, dann ist ein erster wichtiger Schritt getan. Dann kannst du entscheiden, ob du da Licht ins Dunkel bringen möchtest und dir das Thema dahinter anschauen willst oder – wenn der Leidensdruck nicht so stark ist – einfach mit deinem Muster weiterzuleben. Wenn du dich für den Weg des Bewusstseins entscheidest, dann kann dieser Weg damit verbunden sein, dass du nochmal durch eine alte Emotion „durch musst“, das kann sich im ersten Moment unangenehm anfühlen und machmal ist mensch einfach nicht so weit. Sehr häufig hat sich auch viel angestaut und es braucht mehrere intensive Momente des Fühlens. Aber dann wenn du deinen Körper zur Verfügung stellst und wertfrei das Gefühl durch dich durch- und abfließen durfte – und nichts anderes wollen Emotionen und Gefühle, sie wollen fließen, sie bleiben nicht ewig – dann wird sich nach diesem Akt der Selbstliebe ein wohliges Gefühl von Verbundenheit einstellen.

Für diesen Weg gibt es unzählige Möglichkeiten. Fangt mit dem ersten Schritt an, macht euch ein Muster bewusst und setzt die Intention, dass ihr das Thema dahinter auflösen wollt. Das Universum wird euch dann Wege aufzeigen. Dann ist noch hilfreich sich ein bißchen aufzumachen für Herzensimpulse oder Intuitive Impulse. Wenn ihr den Mut habt – entgegen euerm Verstand, der das nicht verstehen wird – mal solch einem Impuls zu folgen, dann wird sich wahrscheinlich der eben angesprochene Prozess dahinter finden.

Kommentare, Ergänzungen oder persönliche Erfahrungen sind sehr erwünscht.

Ich ergänze den Artikel mal mit diesem Video, welches gerade bei FB geteilt wurde:

 

 

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3 Antworten zu Gefühle und Emotionen

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