In Beziehung treten mit dem Nichts als raumhaltende Qualität

Sa, 27.10.18 16:47 Uhr

Ich sitze im Galeria Kaufhof neben den Rolltreppen auf einer Bank.

Eben habe ich mein neues Fahrrad abgeholt, das mir meine Mutter geschenkt hat und online bestellt wurde. Es ist etwas zu klein für mich bemerke ich beim Fahren: Gefühle sind Mangel, Wut und Frust darüber, dass mir mein älteres und teueres Fahrrad geklaut wurde. Ich bewerte mich, dass ich wieder son Scheiß fühle anstatt Dankbarkeit, die ist nur mental da. Aber gut, wenigstens spüre ich mich und meine Gefühle und ich bin mit ihnen und lasse sie fließen.

Ich fror an Händen und entschied mich hier noch schnell Handschuhe zu shoppen. Kaum bin ich drin, fühlte ich eine Überforderung damit den Ort von Handschuhen zu finden. Viele Menschen, Kaufhausatmosphäre. Triggerthema. Ich dissoziierte, weil das alles zu anstrengend für mein System wurde.

Ich setzte mich hin und prozessierte, holte mich zurück in den Körper.

Das eine Gefühl war eine tiefe Erschöpfung und Müdigkeit was jetzt nicht vergleichbar ist mit akuter Müdigkeit oder Erschöpfung, sondern alte unterdrückte Emotionen repräsentierte, die ich in der Vergangenheit mal weggedrückt habe und was jetzt noch als energetischer Ballast in meinem System hängt. Und das zweite Gefühl war Ekel. Ekel über Essen, was ich mir genau diesen Momenten reingezogen habe in meinen Körper, um die Erschöpfung wegzudrücken.

Ich bin jetzt durch den Prozess durch und hole meinen Laptop raus. Genau jetzt habe ich Lust zu schreiben, die Zeit und die Möglichkeit. Ich drücke den Impuls jetzt nicht weg.

Eines meiner Themen ist, dass ich extrem von Räumen und Raumhaltenden getriggert bin. Ich weiß, dass mein Vaterthema dahintersteckt. Es ist leicht ein Vaterthema auf Männer zu projizieren und gerade ich bin eine Projektionsfläche für Vaterthemen vor allem für Frauen und für manche Männer. Aber wohin soll ich als großer 119Kg Körper mein Vaterthema projizieren. Wenn dieser Körper in den kleinen Jungen geht, dann brauche ich einen Körper, eine Instanz, die meine Projektion halten kann. Die wenigsten Männer in meinem Umfeld könnten meine Projektion halten und so entschied sich mein System es den Mangel, den ich durch meinen Abwesenden Vater in mir kreirte auf Räume und Raumhalter(innen) zu projizieren. Da ist ein Bedürfnis nach klarer Struktur, erst gestern sagte jemand, dass das für SternzeichenJungfrau sehr wichtig ist. Ich sehne mich von ihnen gehalten und gesehen zu werden und dabei dürfen Gruppen und Raumhalter anders als Frauen in meiner Mutterprojektion auch streng zu mir sein. Ich bin anders, ich bin hochsensibel, ich nehme anders wahr und das kleine hochsensible Kind ist verzweifelt, darüber, dass die eigene Wahrnehmung, die eigene Wahrheit nicht von den anderen Menschen geteilt wird, obwohl es für ihn so klar und offensichtlich ist, wenn es Energien, Schatten, Unwahrheit und Spannungen und Spielchen im Raum wahrnimmt, aber keiner auf das Kind hört, dass sich nach Wahrhaftigkeit, nach einem gehaltenen synchronen Raum sehnt. Ich habe was zu sagen, aber die Erfahrung, die ich oft mache ist, dass es nicht gehalten werden kann, dass ich ausgegrenzt werde aus der Gruppe, dem Raum und wieder vor dem Abwesenden Vater stehe.

Ich spiele oft den Raumhalter, da kann ich mir den Raum so synchronisieren und kreieren wie ich möchte. Und allein das ist nen extra Blogartikel wert und das Thema ist hochkomplex für mich und ich könnte viel drüber schreiben, weil ich viele Räume betrete, viele Raumhaltende kenne und meine Aufmerksamkeit, Gedanken und meine Triggerthemen viel in dem Bereich liegen.

Ich war am Donnerstag in einer regelmäßigen Männergruppe, dort habe ich in der Vergangenheit den aus meiner Sicht gestörten Raum gestört und meine Wahrheit verbalisiert, ein andernmal habe ich angeboten für einen Prozess den Raumhalter zu machen, hatte aber nicht die Autorität dazu, dieses Angebot machen zu dürfen.

Es gab eine Klärung, weil mein Verhalten einen Mann anderen triggerte. Es ist fantastisch, dass es einen Raum für diesen Prozess gibt, damit keine Spannungen im Raum hängen. Ich wurde gesehen mit meiner Verletzlichkeit und Unsicherheit hinter meinem Verhalten und durfte meine Wahrheit sprechen, mich zeigen. Einerseits ist da eine Verstrickung mit meinem Vaterthema und anderseits bin ich ein guter Raumhalter und habe da mein Talent, ich muss es nur noch von Verstrickungen befreien.

Später am Abend bekam ich den Raum in einen Prozess zu gehen, weil mein Thema am akutesten war. Ich nannte als Ziel, dass ich es schaffen möchte in meinem Raum zu bleiben ohne zu Dissoziieren, meinen Inneren Raum halten zu können, damit ich meine Haltlosigkeit nicht mehr auf Räume und Raumhalter projizieren muss.

Mein Vater und meine Mutter wurden aufgestellt. Es gab die Einladung ihnen Sätze in den Mund zu legen, welche Energie sie repräsentieren, welche Botschaft. Ich war in dem Moment schon in einem sehr sensiblen hochempfindlichen Zustand, war in einer Art Prozess mit dem Feld. Zu meinem Vater sagte ich nur, dass da „nichts“ ist. Nichtmal irgendein Satz. Ich spüre nur ein quälendes „Nichts“. Der Mann, der die Rolle meines Vaters hatte, drehte sich wortlos einfach nur um und ich spürte den Schmerz des „nichts“, des nicht-Kontakts.

Meine Mutter bekam den Satz, dass sie sich bemüht, es aber nicht hinbekommt mich zu lieben. Die Rolle ergänzte mit dem Satz „du bist auch n Mann, du wirst auch gehen“. Meine Mutter ist auch ohne ihren Vater aufgewachsen und der Vater ihres Kindes war nur eine Affäre in einem Studierendenwohnheim in Moskau. Ich habe sie nie in Beziehung mit einem anderen Mann erlebt, nie einen Stiefvater, obwohl es auch einen syrischen Vater von meinem 5 Jahre jüngeren Bruder gab, konnte ich mich nicht an ihn als Ersatzvaterfigur erinnern (Wir lebten ürigens damals in einem Studierendenwohnheim in Lichtenberg)

Ich ging ins Innere Kind. Ich war ca. 2 Jahre alt, hatte meine Augen geschlossen und war unbewusst. Die Situation war sehr unangenehm und ich hatte Schwierigkeiten die Augen zu öffnen und mich der Situation zu stellen. Der Satz meine Mutter, dass ich ein Mann bin und eh wieder weg gehe drosch mit Projektionspower in mein System. Die Kraft der sich selbst-erfüllenden-Prophezeiung wollte nun, dass ich genau das dann machen wollte. Ich wollte weg von meiner Mutter um ihre Wahrheit zu erfüllen und ich tat das in Form von Dissoziieren.

Meine Fäuste waren am Boden und ich lehnte ich so hart ich konnte nach hinten mit einer ich-will-aus-meinem-körper-raus-flucht-energie. Ich ging ins Drama, der Schmerz war riesig.

Als Erwachsener Christian hatte ich mich neu zu programmieren. Ich traf eine neue Entscheidung: Ich bleibe da egal wie das Außen ist. Das Kind stoppe das Flüchten, öffnete die Augen und stellte sich der Situation. Die Mutter wiederholte den Satz, dass sie sich bemühte, es aber nicht wirklich hinbekam mich zu lieben. Das war schmerzhaft, aus dem Körper des 36jährigen heraus, konnte ich diesen Schmerz jetzt aber stellvertretend für mein Kind halten. Ich blieb da, präsent und schaute meine Mutter traurig an.

Eine neue Entscheidung war in meinem System, der Prozess ging noch weiter, ich wurde noch in meinen Krieger begleitet, der schreien durfte und der dann die Power hatte, die Schwäche, die Wut und den Schmerz zu halten. Ein Anteil, der unterausgeprägt ist bei mir.

Danke an den gehaltenen Raum. Als Feedback kam noch, dass ich den Raumhalter versucht habe zu kontrollieren und versuchte zwischendurch mich selber zu begleiten. Ja, das ist ein bekannter Kontrollanteil von mir, ein Superegoanteil, der bei mir sogar in starken Prozessen aktiv bleibt. Raumhaltende haben es echt schwer mit mir und ich sehne mich nach einem Raum, wo ich mal zu 100% fallen lassen kann, auch die Kontrolle loslassen kann.

Einen Tag später, gestern, am Freitag, ging ich zu einem Improtheaterprojekt. Eine kleine Gruppe aus einigermaßen vertrauten Leuten und einer Vertrauten Raumhalterin, die wie ich Weißer rhythmischer Spiegel ist und die ich auf meiner quasi ersten spirituellen Veranstaltung Ende 2011 kennenlernte.

Ich konnte in der Zeit nach dem Prozess meinen Raum und die darinliegenden Gefühle wie Erschöpfung sehr gut spüren, das normalisierte sich (Im Sinne, ich fühlte mich wieder mehr wie vorher) dann aber bei einer Verabredung am Nachmittag, wo ich anteilig wieder in den Raumhalter und in Übertragungsprozesse reingegangen bin (ich durfte stellvertretend eine Frau/Mädchen repräsentieren, die vergewaltigt wurde.)

Als Einstieg, sollten wir unser Gefühl mit einer Geste ausdrücken. Ich spürte, dass ich wieder einen dissoziierten Anteil in mir trug. Die Anfahrt mit den Öffentlichen und das ich währenddessen die ganze Zeit redete strengte mich an und holte mich vom Fühlen weg. Ich ging in die Mitte und ließ los, so dass mein System es intuitiv ausdrücken durfte. Mein Körper ging in die Hocke mit etwas verdrehten Knien und hatte eine Faust zu Boden, meine Augen waren geschlossen und mein Kopf demütig gesenkt.

In den ersten Übungen, in denen wir geschrieben haben, fand ich raus, was es war. Es war der unterdrückte zusammengekauerte Kriegeranteil (Krieger steht für Halt, Präsenz, Grenzen, im eigenen Raum bleiben), den ich erst den Tag zuvor befreite, den ich aber wieder klein hielt.

In einer letzten Übung des Abends hatte ich 10min Raum mich vor die anderen zu stellen und mich authentisch zu zeigen. Ich sagte, dass ich in diesen Anteil gehen möchte und ihn ausdrücken möchte und ich nicht weiß, was passieren wird, ich einfach meinen Impulsen folgen werde, wie in einer Aufstellungsarbeit. Ich ging in die Geste und der Anteil sprach über Christian, dass er ein Feigling ist und dass er Angst vor ihm (den Anteil) hätte. Ich spürte parallel natürlich auch die Angst, der Anteil, hat natürlich Recht. Anstatt jetzt Argumente zu sammeln, warum es gut ist diesen Anteil klein zu halten, entschied ich mich einfach ihm Raum zu geben, woraufhin er aufstand und sich zeigte.

Zuerst vor allem mit Wut und Grenzen. Ich erlaubte mir laut rumzuschreien. Etwas wovor der normale Christian, der hier gerade schreibt natürlich Angst hat, weil es ein Programm in mir und in der Matrix gibt, das dies bewertet. Aber scheiße es tat gut und ich konnte die Energie beim Schreien halten. Das hat sich gut angefühlt.

Irgendwann stand er dann nur da ohne Impulse. Das ist etwas was ich dann als Christian bewertete, weil der voller Impulse und Gedanken ist und dieses pure präsente Sein nicht aushielt. Ich bekam ein paar Impulse von außen, Tanzte, feierte mich selbstbewusst, begegnete Frauen in der Energie oder wurde eingeladen Trauer Raum zu geben.

Zum Schluss entstand ein Spiel, ein Setting für das ich sehr dankbar bin. Das Publikum triggerte mich mit genau den Sachen, die ich vorher im Workshop gesagt habe, dass sie mich im Bereich Raum und Raum halten stören. Die Raumhalterin kannte mich schon länger und holte noch andere Triggerpunkte hoch. Es war zuviel, das konnte nichtmal der Krieger halten, ich bekam einen Lachkrampf, um die Energie zu releasen. Und ja, ein Teilnehmer sagte, dass das doch die Lösung für die Zukunft ist, dass ich dann einfach lache, wenn mich was stört, so kann ich releasen und muss nicht mit mentalen Sharings/Beiträgen den Raum einnehmen. Klar, gute Idee, wird dort vielleicht funktionieren, wenn die Leute Bescheid wissen, aber woanders stelle ich mir das megastörend vor, wenn ich in unkontrollierte Lachkrämpfe gehe, wenn ich getriggert bin. Aber ja, besser als die Energie in mir und im Raum zu stucken (festzuhalten, zu blockieren). (PS: es ist eine beliebte Anekdote von der Raumhalterin, wie sie mich 2011 kennenlernte. Ein komplett zuer Typ, von dem sie dachte, dass er sich in der Veranstaltung geiirrt hat und ja, völlig blockiert war damals 2011. Auch damals bekam ich einen 20min Lachanfall in dem sich viel angestaute Energie, die ich nicht fühlen konnte oder wollte releasen konnte, ja auch der Raumhalter damals, war schon völlig überfordert mit mir)

So, das wollte noch raus, bevor ich zu dem komme, was gerade passiert ist. Die Akkuanzeige stresst mich gerade ein wenig. Gerade schaue ich hoch, ich war gerade voll weg im Schreiben und jetzt fühle ich nochmal kurz in die Vorstellung der Bewertung der Leute rein, die hier in Massen direkt an mir vorbeilaufen. Ein Typ, der in einem vollen Einkaufszentrum sitzt und am Laptop schreibt. Aber in Wahrheit reagiert kaum einer auf mich, ich spüre zumindest nichts dergleichen.

Ich fühle mich gerade gut, glücklich, präsent und voll bei mir. Der Prozess über den ich schreibe ist jetzt schon Vergangenheit. (Erst wollte ich direkt aus der Energie schreiben.)

Also, als ich hier so dissoziiert und meditierend saß, gab es auch Momente, wo ich mich mit meinem Smartphone ablenkte und es schaffte durch FB zu scrollen. Das holt meinen Mentalkörper zurück in eine Form der Realität. Ich las das Posting von Anssi in dem er (wieder mal) über in-das-Nichts-meditieren schrieb.

 

 

Mich triggern die Postings von Anssi sehr, denn einerseits wiederholt er die selbe Botschaft jedesmal, nur mit anderen bildgewaltigen Worten und gleichzeitig bin ich auf eine hypnotische Art und Weise jedesmal sowas von drin in dem was er schreibt, es macht voll viel was mit mir und es berührt halt den spirituellen aufwachen wollenden Anteil in mir und gleichzeitig natürlich die festhaltenden und Identität-nicht-verlieren-wollenden Anteile.

Das Nichts kam also in Form von Meditation langsam in mein System. Er schrieb auch irgendwie über Mangel als Illusion. Und mein Mentalkörper rebellierte: Alter, mein Mangel an Wärme an den Händen ist ja wohl real und kein Gedanke und ich wollte mir jetzt Handschuhe kaufen um meinen Mangel zu kompensieren. Meine Gedanken kreisten, aber ich kürze das mal hier ab, weil die Essenz des Kreisens ja da ist. Wieder der Satz: Ich verstehe es nicht. Wie komme ich denn mit Hilfe des „nichts“ also ohne Gedanken zu meinen Handschuhen? Ich spüre Ärger auf Anssis Texte, dass sie einerseits sehr viel Sinn machen und gut sind für Meditation in geschützten stillen Räumen, diese Texte aber meine Frage, die Connection von Stille zu in der Realität funktionieren nicht wirklich beantwortet. Naja, er hat schon auf Kommentare von mir geantwortet (Bspw. Hat er gesagt, dass ganz praktische Gedanken OK sind, das war mir vorhin aber nicht präsent, sondern fällt mir gerade beim Schreiben ein) und er hat sogar mal eine Frage von mir als Extraposting verwendet, ich kann mich also nicht über mangelnde Aufmerksamkeit beschweren, aber da ist immer noch ne Gap im Bereich Verstehen.

In meinem Zustand spürte ich dann dieses Nichts und dieses Wollen von mir und meinen Widerstand gegen das Nichts. Und auf einmal stellte ich eine spannende Verknüpfung zu meinen Prozess am Donnerstag her in dem ich die Beziehung zu meinem Vater als „Nichts“ wahrnahm und es machte klick. Ich ließ diese Assoziation zu und verquickte dieses Nichts in meiner Meditation mit einer männlich, väterlichen, raumhaltenden Energie. Das ist sicherlich nicht das Nichts, das Anssi meint, wenn er von Erleuchtung redet, das allumfassende Nichts in dem alles geschieht und nicht außerhalb von ihm existieren kann und zu dem mensch eben nicht in Beziehung treten kann, weil dann ist es ja wieder nicht das allumfassende Nichts. Und auch wenn ein Teil sich jetzt schämt, dass ich gerade transparent mache, dass ich von Erleuchtung noch sehr weit entfernt bin, obwohl ich schon ganz gute meditative Zustände habe, stehe ich zu der Erfahrung und dem Erkenntnisgewinn. Ich spüre, dass ich jetzt in Zukunft mit der Energie des Nichts in Beziehung treten kann und ihr anfangs halt noch sehr wütend und kindlich begegnen werde, so wie ein Kind halt einem Vater begegnet.

Aho

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Die nicht-Sterben-Wollen-Entität

Teil 1 – Der Rahmen
Teil 2 – Ankommen auf einer LSD-Geburtstagsparty
Teil 3 – Erleuchtung
Teil 4 – Der Baum
Teil 5 – Sterbeprozess

(Weitere Teile zur Folgezeit und zur Auflösung dieses Themas folgt im zweiten Teil, einem Blogeintrag, der noch verfasst werden muss.)

Teil 1 – Der Rahmen

Ich bin ein Mensch, der entschieden hat, sich radikal zu zeigen, sich nicht zu verstecken. In meiner Selbstfindung gingen mir die ganzen „So muss es richtig sein“ Botschaften von Menschen, die angekommen sind oder so getan haben, richtig aufn Sack. Ich spürte immer eine Gap und sah den Weg nicht und es trennte mich davon mit mir im Moment in der Selbstliebe anzukommen, weil ich nun zig Programme runtergeladen hatte, die aussagten, so wie ich bin ist ja noch nicht richtig.

Ich hätte mir gewünscht, dass Menschen sich Menschen mehr mit ihren Themen, ihren Störungen, ihren Prozessen zeigen. Das hätte mir geholfen. Ich hätte mir nicht so sonderbar vorgekommen. Es hätte mich entspannt.

Mein unfassbares schwer zu ertragendes Leid, was ich täglich warnahm brachte mich auf meinem Weg. Ich hatte Strategien gelernt, die Sachen unter Kontrolle zu bringen und mit meiner Maske einigermaßen zu funktionieren. Aber in meinen Prozessen nahm ich unfassbar viel wahr und ja, ich behaupte, dass es definitiv mehr ist als sich die allermeisten anderen Menschen auch nur vorstellen können. Ich war auch mal dieser andere Mensch und habe den Leuten zugehört von den Alles-ist-eins-Erfahrungen, dem Tropfen im Ozean sein usw. Schon damals als ich das nur mit meinem Mentalkörper aufnahm fand ich die letzte Vorstellung grausam. Ich will doch nicht nur ein Tropfen im Ozean sein. So eins mit allem, so verbunden, so identitätslos, so nicht abgrenzbar vom Rest. Die spirituelle Vorstellung bei denen andere anfingen zu strahlen berührte bei mir eine Panik, eine Todesangst.

Mein Weg führte mich zu Ayahuasca. Es gibt ein Leben vor und ein Leben nach Ayahuasca. Ich habe das Universum, die geistige Welt und Multidimensionalität erlebt. Ziemlich konkret habe ich auch meinen letzten Tod gesehen, wie ich als Soldat gefallen war und Frau und Kinder zurückließ.  und es ist nicht fassbar, es ist nicht erklärbar, es geht in keinen Mentalkörper rein bei Leuten, die das nicht erlebt haben: Ich mache das Unmögliche trotzdem. Werde darüber schreiben. Einfach weil ichs kann, weil ich das über Prozesse schreiben liebe und weil ich möchte, dass das Raum in der Öffentlichen Wahrnehmung bekommt.

In den letzten Jahren kamen häufig Sterbeprozesse in meinen Raum. Es ist schwer erklärbar, ich weiß nur, dass da diese Stille in meinen Raum drang und gleichzeitig eine massive Todesangst hochgefahren ist und ich dann am struggeln war. Am Ende hat sich mein Ego, dass dann automatisiert agiert, sich durchgesetzt und das Sterben wieder verdrängt, aber es blieben Fragen, ob es nicht gut sei, da durchzugehen.

Ich befand mich gerade in einem Jahresvertrag als Sozialarbeiter bei einem Bildungsträger. Ich manifestierte mir endlich meine erste Prozezeit zu bestehen und meinen Frieden mit der Sozialen Arbeit zu finden. Ersteres ist mir Anfang März gelungen. Im Dezember schwängerte ich versehentlich eine Frau, weil das Kondom geplatzt ist. Ich spürte eine permanente Herzöffnung wie noch nie, seit ich von der Existenz meines Kindes im Bauch meiner Mutter wusste. Es fühlte sich gut an, ich war bereit für das Kind. Dann entschied sie sich abzutreiben. Ich fightete den Kampf meine Lebens. Da wollte jemand mein Kind töten. Ich machte alles was in meiner Macht stand. Am Tag als ich es erfuhr ging ich zu Mica und es gab eine sehr, sehr intensive Systemische Aufstellung. Ein Paar Tage später machte ich eine Ayahuasca-Session auch mit der Intention alles bei mir zu lösen, was ich in mir noch dazu beitrage, das diese Abtreibung wahrscheinlich macht. Es half alles nichts. Ich war mein Leben lang Abtreibungskritiker, war auch entsprechend auf dem Marsch für das Leben, hatte bis dato ein leidensvolles Leben und dann zog ich diese Erfahrung an. Diese Hilflosigkeit, diese Machtlosigkeit, den legalisierten Mord an meinem Kind hinnehmen zu müssen und obendrein die Erwartung, die Frau für die Entscheidung auch nicht verurteilen zu dürfen.

Ich schrieb das in einem langen Blogeintrag und erwähnte auch in einem Halbsatz die Ayahuasca-Zeremonie. Meine Vorgesetzte sah es, weil ich den „Fehler“ (Eigentlich ist ja das System der Fehler) machte und privates in die Arbeit brachte. Ich erzählte von dem Creators Game Anfang März mit Angello Clemente, das ich organisierte. Es war ein geiler Workshop. Ich konnte meinen Hass und meine Verachtung auf Frauen richtig gut releasen, konnte 15 Frauen vor mir anschreien, die mich paradoxerweise dafür liebten, dass ich mich mit meiner Verachtung zeigte. Ich endete in der Jesus-Energie am Ende des Prozesses.

Auf jeden Fall fingen dann massiv Probleme auf der Arbeit an. Ich wurde mit unverhältnismäßigen Arbeitsaufträgen und Versetzungen konfrontiert und fühlte mich dadurch schikaniert. Es wurde auch mit meinem Blog begründet. Ich arbeitete in einem Projekt, wo mich damals meine Innere Stimme hinführte. Es war von der Belastung überschaubar und so ziemlich die fitteste Zielgruppe, die mensch als Sozialarbeiter finden konnte. Ich hatte damals 6 Zusagen als Sozialarbeiter. Andere Stellen, wo ich auch hätte mehr verdienen können, aber meine Innere Stimme pushte mich in das Projekt, wo ich für 9 Auszubildende zuständig bin, die einmal in der Woche beim Träger sind, das sehr abgelegen und ruhig in Lichtenberg ansäßig war. Meine Hochsensibilität spielte verrückt bei den Vorstellungen, dass ich dann mit Gruppen zu tun haben soll, wo Bildungsferne Langzeitarbeitslose Fit für Umschulungen gemacht werden Soll. Auf einmal hätte ich dann ein Gruppe haben sollen, die jeden Tag komplett da ist. Das war eine Zielgruppe mit der ich nicht arbeiten konnte und als Hochsensibler vor so einer Gruppe zu stehen ist heftig für mich. Durfte einen Tag mal als Jobcoach vor einer Gruppe junger Menschen arbeiten, die einen MSA nachholte. Ich bin kein Jobcoach, ich bin kein Lehrer. Ich hatte Angst und machte das was ich gut kann. Ich redete über Übertragungen und siehe da, die Leute erkannten Muster in ihrem Leben. In der Vorstellung, sagte ich auch, dass ich systemische Aufstellungen leite und einer fragte, ob wir das machen können. Ich sagte, dass ich darüber nachdenke. Ein anderer beschwerte sich über mich und genau diese „Planung“ und ich wurde als Coach wieder aus der Gruppe genommen. Interessant zu sehen, wie schnell das System reagiert, sanktioniert, ausgrenzt, Grenzen setzt. Hatte dann wieder ein Gespräch mit Vorgesetzten, ich musste mich wieder klein machen, alles spirituelle unterdrücken, um denen zu gefallen. Immerhin konnte ich in den Gesprächen über meine Hochsensibilität reden. Ich meldete mich krank und wurde nach Kreuzberg versetzt zu einem Tagesstrukturprojekt für U25jährige.

So, ich bemerke gerade, dass ich nur eine Einleitung für den Prozess schreiben will und ich bemerke, dass es mich der Flow in die Richtung zieht über Soziale Arbeit zu schreiben, aber das ist jetzt nicht das Thema. Mir ging es auf Arbeit sehr schlecht, ich hatte Symptome einer Erschöpfungsdepression und ließ mich krankschreiben. Die Verletzungen, die ich auf Arbeit erlitten habe, waren gewaltig und meine Maskenstrategien bröckelten, ich konnte meinen Schutz und meine Fassade nicht mehr aufrecht erhalten.

Es war eine meiner dunkelsten Zeiten meines Lebens und wieder hielt ich fest. Ich musste für meine persönliche Absicherung meinen Jahresvertrag bestehen, um ins ALGI zu kommen. Ich war gefangen in einem Vertrag mit dem System, der mich zwar nicht glücklich machte, aber von dem ich abhängig war, da ich ja was vom System wollte: Geld. Ich nahm die ganze Zeit dunkle Wolken war, wenn ich aus meinem Ego rausging, das die ganze Zeit über Heilungsmöglichkeiten nachdachte. Ein endloses Kreisen von widersprechenden Heilungskonzepten, welche die ganze Zeit in meinem Mentalkörper kreisten. Kein Licht, nur Verzweiflung, kaum Kontakt zu den Gefühlen, nur über gehaltene Prozesse und meist war da nur der Satz, es ist mir zuviel, ich kann es nicht halten, mit dem ich über einen Zusammenbruch ins Fühlen der Erschöpfung kommen konnte.

Es gab zu der Zeit noch Creators Game Self-Ruled-Groups. Ich war Anfang Mai mit zwei Frauen in einem Prozess. Es wurde energetisch zu einer Systemischen Aufstellung in der herauskam, dass meine Oma, vergewaltigt wurde und es über einen Mißbrauch zu der Zeugung meiner Mutter kam. Es fühlte sich in dem Moment stimmig an und erklärte mein Leid, das ich über die männliche Ahnenlinie mitübertragen bekommen habe. Ich war froh eine Erklärung zu haben, aber dieses Wissen allein befreit ja nicht vom Leid und wieder kreisten meine Gedanken mit der Sehnsucht nach Heilung. Am Donnerstag darauf ging ich zum Ecstatic Dance. Das war das beste was mir zu der Zeit einfiel. Ich war in dem Raum und kam über die Energien der anderen an meine Energien ran. Ich blockierte zwar zu Beginn meist, aber durch Schamanischen Kakao, ein Warm Up und dann Tanzen auf der Tanzfläche, wo reden und Smartphones verboten sind und Matratzen daneben liegen, wo ich prozessieren kann, war es der optimale Raum für mich. Weiterhin kannte ich dort viele und konnte auch mit Menschen auf meiner Ebene über meine Probleme reden. In dieser Szene sind spirituelle und hochsensible, die nicht sofort reißaus nehmen bei solchen Themen, wo ich mich nicht verstecken muss, meistens, abgesehen von den „Alles Gut?“-Heinis. Dort war auch meine Lieblingsthetahealerin an der Kasse. Sie kann über ihren Spirit in Kontakt mit meinem Spirit gehen und das dann von ihr zu mir verbalisieren, was mein Spirit sagt. Das klappte immer ganz gut und war meist sehr klar und konkret. An diesem Tag fragte ich wegen meinem Steißbein, das seit Wochen wehtut. Sie wirkte anders als sonst überfordert und anstatt nach oben zu gehen fühlte sie sich rein. Sie sagte, dass da ein gewaltiger Ekel ist. Warum, wieso, weshalb, dazu kamen wir nicht. Ich ging Tanzen, während parallel die Assoziationserkenntnis in meinen Mentalkörper sprang. Abgespeicherten Ekel kannte ich zu dem Zeitpunkt nur von Vergewaltigigungsopfern und meinem Mentalkörper fiel trotz angestrengtem Nachdenken, wovor mensch denn noch ekeln könnte nichts anderes ein und ich „musste“ zwangsläufig die These aufstellen, dass ich als Kind Missbraucht wurde und mich nicht mehr erinnern kann.

Einen Tag später traf ich meine Mutter und erzählte ihr alles. Sie stritt diese Vorkommnisse mit meiner Oma und dass ich missbraucht worden wäre mit einer Sicherheit ab, die resonierte und mich somit verwirrte. Es war ja schließlich eine Aufstellung und in Aufstellungen meine ich die Wahrheit zu erkennen und es könne ja sein, dass sie meinen Missbrauch nicht mitbekommen hat. Meine Mutter ist im Übrigen mir in vielen Punkten ähnlich oder ich ihr. Sehr hochsensitiv und deswegen nicht arbeitsfähig. Viele spirituelle Reisen und aus meiner Sicht auch ein großes spirituelles Ego. Sie kann auch viel reden, so wie ich, wenn sie in dem Element ist. Ich habe meine Konflikte mit ihr, bin ihr vorwurfsvoll gegenüber, da ich mich nicht genug geliebt fühlte und sie mir den Vater verwehrte und ich viele Projektionen abbekam. Aber die Gespräche sind gut. Als ich erwachsen war, fühlte ich mich verstanden auf spiritueller Ebene, zumal unsere Systemkritik und Wahrnehmungen auch übereinstimmen in vielen Punkte, auch wenn wir es natürlich schaffen uns an Meinungsverschiedenheiten zu reiben.

In dem Gespräch meinte sie, ich soll unterscheiden lernen was geistige Welt und was Astrale Welt ist. Ich bin gut connected zu diesen Energien, aber auch nicht so gut, dass ich sowas unterscheiden kann. Ich verließ das Gespräch mit einer extremen Verwirrtheit. Nicht nur die ganzen Hiobsbotschaften, jetzt musste ich auch mich und meine geliebte Wahrnehmung und Aufstellungsarbeit in Zweifel ziehen. Ich wusste echt nicht mehr was wahr ist, was ich falsch mache, was los ist. Ich ging mit dem Versprechen in Zukunft unterscheiden zu lernen was geistige Welt und was Astralwelt ist und mir blieb nichts weiter übrig als weiterzuleben und zu hoffen, dass ich es irgendwann verstehe.

Ich machte mich auf den Weg zu einer Geburtstagsparty mit Zelten in einem Wald an einem See. Natur, das war genau das richtige, auch wenn ich den englischsprachigen Geburtstagsmenschen nicht so gut kannte.

Teil 2 – Ankommen auf einer LSD-Geburtstagsparty

Ich kam an und traf auf eine Person mit psychiatrischen Erfahrungen. Gespräche und Anwesenheit von solchen Menschen entspannen mich viel mehr als junge selbstbewusste Menschen mit lockerer und positiv strahlender Kommunikation. Ziemlich schnell erfuhr ich, dass es „Acid“ geben wird. Ich war überrascht, denn ich wusste das vorher nicht. Mein Kopf dachte „ach, du scheiße“, aber mein Körper durchfloß ein ruhiges, warmes Gefühl…. Ich spürte ein JA zum LSD von meinem Körper und einer höheren Instanz. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt 7 Ayahuaca-Sessions und 2 LSD-Session. In allen war ich zwar ziemlich ver-rückt, aber ich erkannte Wahrheiten in dieser Ver-rückten Perspektive. Meinen zweiten LSD-Trip habe ich als sehr positiv in Erinnerung, da sich da ziemlich klar echt fast alle Themen auflösten, die ich in den damals letzten Wochen angesammelt hatten und es mir viele Fragen beantwortete. Ich spürte, dass es wieder so kommen wird, dass mich das Universum zu diesem Punkt geführt hat und sich hoffentlich ein Teil der dunklen Zeit der letzten Wochen auflösen wird. Und da das echt viel wahr und sone Prozesse nicht ohne sind wurde ich natürlich auch sehr, sehr nervös.

Ich ging spazieren, schaute mir die Gegend an, die Wege, die Natur. Das mache ich oft, wenn ich irgendwo neu bin, dass mich mir den Raum aneigne, dass ich der Umgebung Bewusstsein gebe. Bei diesem Spaziergang stockte ich bei einem großen Baum. Ich blieb vor ihm stehen und fühlte eine starke Beziehung. Ich sah eine großes Stück Holz auf dem mensch sitzen konnte vor dem Baum und ohne es bewusst zu denken, speicherte ich mir diesen Baum ab.

Dann ging die Party los. Die Leute waren am Lagerfeuer, quatschten meist auf englisch, ich hatte keine Lust zu connecten und legte mich ein paar Meter weiter daneben auf die Wiese und ruhte mich so gut es ging aus. Ich wusste, dass ein LSD-Trip anstrengend ist und es nervig ist, wenn mensch Müdigkeit mit reinnimmt, weil die dann Teil der überkrassen Wahrnehmung wird oder weil dann die Grenzüberschreitung gegenüber dem eigenen System, was so ein Trip ja auch ist, verstärkt wird.

Dann ging das Magic- Water rum. Ich trank relativ viel, weil ich wusste, dass ein halber Trip, wo das Ego, die Kontrolle noch stark da ist gefährlicher und unangenehmer ist als, wenn mensch sich voll in die Erfahrung reinbegibt und diesen Egokampf nicht mehr hat. Meine Beine zitterten. Ich saß am Lagerfeuer. Der Geburtstagsmensch war jüdisch und es waren einige Juden da. Es ging massiv politisch unkorrekt ab. Es wurden stundenlang Witze über Holocaust, Juden, Hitler, Pädo- und Nekrophilie und Rassismus gemacht. Eigentlich so gar nicht meins. Es war auf jeden Fall irritierend interessant, habe das als Verarbeitungs- oder Befreiungsstrategie eingeordnet und habe meinen Anteil stecken lassen auf politische Korrektheit zu verweisen. Der ist eh schon lange nicht mehr präsent. Ich fands teilweise witzig, aber teilweise war ich auch getriggert. Der einzige Witz, den ich mir an dem Abend gemerkt habe war: „Was ist der Unterschied zwischen Rassismus und Asiat_innen? – Rassismus hat viele Gesichter.“ Ich habe mich noch Wochen danach über diesen Witz weggeschmissen.

Die Wirkung setzt ein. Es zieht mich runter. Mir gehts gar nicht gut. Mir wird schlecht. Ich breche (kontrolliert) zusammen und gehe in mein Zelt. Es ist der selbe Prozess wie bei der Ayahuascasession im Februar, als Ayahuasca mich in meinen Körper zwang mit einem hohen Bewusstsein. Ich habe soviel Schmerz in meinem Körper erlebt, unfassbar, unerträglich viel Schmerz. Kein Wunder, dass ich permanent nur in meinem Feld bin und wenig im Körper. Damals habe ich eine Stunde Hyperventiliert von Außen sieht das bestimmt Strange aus und der Gedankengang liegt nahe, dass Ayahuasce oder LSD mir scheinbar schadet. Ich sage nein. Es ist mein Scheiß, der in meinem System abgespeichert ist mit dem ich dank Ayahuasca oder LSD in Kontakt komme. Auch wenn es unerträglich ist, der Tipp ist immer, gib dich dem hin. Wenn die Wirkung da ist und die Reise losgeht, gibt es keine Stopptaste mehr. Sich dagegen wehren würde nur zu einem Inneren Kampf führen und Dämonen herbeiholen, die dir helfen, dich von deinem Schatten wieder zu trennen und dann ist das die Erfahrung, die du auf dieser hohen Bewusstseinsebene machst.

Es dauert glaube ne 45min bis sich das schütteln und zittern legte. Ich hatte den Impuls aufzustehen. Hatte Schwierigkeiten mit dem Gleichgewichtssinn und der Optik, war aber relativ klar. Ich spielte eine Weile mit einer Leuchtfrisbee mit der Gruppe und versuchte über diese Banalität zu connecten. Sie erzählten sich immer noch diese Witze. Nach 15 Min hatte ich Klarheit, dass mir die Energie überhaupt nicht gefällt, dass ich es richtig Scheiße finde, dass solche dunklen Witze auf einer LSD-Party erzählt werden. Ich wusste ich muss weg, musste mit mir sein, um in meine Energie zu kommen und entschied mich spazieren zu gehen.

Teil 3 – Die Erleuchtung

Das war eine gute Entscheidung. Ich ging Richtung Strand/Wasser spazieren. Meine Energie stieg an, mein Bewusstsein weitete sich ohne, dass ich Halluzinationen bekam. Hatte während meines ganzen Trips nicht einmal Halluzinationen oder Optics. Dort am Wasser gab es einen langen Steg. Jetzt war meine Wahrnehmung so, dass mich mein höheres Bewusstsein führte. Es wollte ein Ritual mit mir machen, um mir was zu „erklären“, da die geistige Welt nunmal nicht so arbeitet wie unsere Mentalkörper funktionieren. Ich wusste, dass ich nur noch loslassen brauchte und meinen Impulsen folgen musste ohne einzugreifen. Nebenbei lief mein Mentalkörper und konnte die Erkenntnisse verarbeiten, er steuerte mich aber nicht.

Ich verstand, dass dieser lange Steg mein Leben repräsentierte. Ich lief auf ihm. Am Ende des Steges, sah ich das Ende, eine Leiter, die ins Wasser führte, darüber der Horizont, die Wolken, der Himmel. Ich verstand mittlerweile beim Laufen, dass ich mich aufs Ende zubewege, dass es da nicht weitergeht. Auf einmal überkam mich Panik durch die Erkenntnis, scheiße dadurch dass ich lebe, steuere ich unweigerlich auf den Tod zu. Widerstand durchfuhr mich, ich lief langsamer beugte mich zusammen, machte mich klein. Irgendwann blieb ich stehen. Ich war ziemlich genau in der Mitte und hielt inne. Ich wollte nicht weiter in Richtung Tod laufen. Ich war absolut nicht bereit für die Vorstellung, dass ich am Ende des Lebens sterben müsse. Ich drehte mich um und schaute in die Vergangenheit. Ich hatte noch soviele Themen in mir abgespeichert, noch soviele Schatten und unterdrückte Gefühle, war noch so im Unfrieden mit meiner Vergangenheit als Erwachsener, als Jugendlicher, als Kind, mit meiner elterlichen Situation und ja, sogar mit meinen früheren Leben. Meine ganze Energie und mein Fokus war jetzt in diese Richtung gebündelt. Das spiegelte meine Situation in meinem Leben wider.

Ich war nicht in meiner Kraft und mein Fokus ist auf die Vergangenheit gerichtet. Ich laufe energetisch in die völlig falsche Richtung. In diesem Moment erkannte ich, dass die Tatsache, dass ich versuche in der Vergangenheit die Probleme zu lösen, eine Konsequenz hat. In diesem Fall war die Konsequenz, dass ich getäuscht wurde. Hier machte sich jetzt auch ein Unterschied bemerkbar zwischen geistiger Welt und astraler Welt, den meine Mutter in dem Gespräch an dem Tag ansprach. In dem Moment erkannte ich, dass ich in der Aufstellung vom letzten Sonntag in der ich erkannte, dass meine Mutter aus einer Vergewaltigung entstanden ist und mein angeblicher Mißbrauch eine absichtliche Täuschung war – von wem auch immer. Es ist ja quasi ein Geschenk vom Universum, dass es dich leiden lässt, wenn du auf dem falschem Weg bist, so hast du einen Anreiz dich zu hinterfragen und dich neu zu sortieren.

Und jetzt struggelte ich. Ich wusste, ich muss mein falsches Stehen verändern und mich umdrehen, aber ich wusste was für einen Preis es hatte. Ich musste dem Tod ins Auge blicken. Da ich geführt wurde, war klar, dass ich mich ein paar Augenblicke für das Umdrehen entschied und ich wurde mit Energie belohnt. Mein Körper raffte sich auf. Ich stand auf einmal erhobenen Hauptes dem Ende gegenüber. Die Erkenntnis war: Der Tod kommt so oder so. Du kannst entweder dich wehrend und mit gebückter Haltung auf den Tod zu gehen oder mit Größe und erhobenen Hauptes. Am Tod ändert das nichts, nur daran wie du auf ihn zugehst. Mein Bewusstsein erweiterte sich und ich ging in eine massive Erleuchtungserfahrung hinein. Mein Bewusstsein fühlte sich verbunden mit dem Himmel und den Wolken, meine Wahrnehmung nahm alles was ich mit den Augen sah auf einmal wahr, ohne zu filtern. Ich spürte Energie in meiner rechten Männlichen Seite, die für Halt steht und Energie in meiner linken, weiblichen Seite, die für Hingabe und Emotionalität steht. Ich spürte meine Präsenz in der Mitte. Und mir wurde eine Alternative zum in der Vergangenheit wühlen angeboten: Wenn ich Lust auf Heilung, Dunkelheit, Prozesse habe, dann soll ich nach unten schauen. Ich ging in die Hocke und sah durch das Metallgitter hindurch in das dunkle Wasser. Ich erkannte mein Spiegelbild in dem Dunklen Wasser und wusste, dass ich da immer hinschauen darf, um Kraft und Erkenntnis zu schöpfen und um mich selbst zu erkennen. Die Themen meiner Vergangenheit können über das im Moment-Sein gelöst werden, durch die Verbindung nach Unten.

Ich atmete durch und genoß den Moment. Das Ritual war vorbei. Ich hatte kurz überlegt, ob ich bis ans Ende des Steges gehe und mir den Tod anschaue, war aber kein Impuls da.

Stattdessen kam ich mit der Energie wieder runter in meinen Körper. Ich fühlte jetzt mein Steißbeinthema, was ich einen Tag zuvor beim Ecstatic Dance angesprochen hatte.

Teil 4 – Der Baum

Als ich den Schmerz in mein Steißbein fühlte, bekam ich sofort die Eingabe mich zu dem Baum zu bewegen, den ich unterbewusst markiert habe am frühen Abend. Ich hatte Lust mein Steißbein mit den Wurzeln des Baumes zu verbinden. Ich machte mich auf den Weg. Es war dunkel und der Weg durch den Wald war nicht mehr so, wie im Hellen. Ich hatte ein Handy mit Taschenlampenapp und fühlte mich in einer männlichen Energie. Es gab nur das Ziel den Baum zu finden und ich lief drauf los. Eine kleine Angst, dass ich mich verlaufe, war zu spüren, aber ich hatte Mut und Vertrauen, irgendwann würde ich schon wieder einen bekannten Punkt treffen. Dennoch war es mühselig und ich fand die Stelle nicht. Nach einiger Zeit kam ich endlich wieder bei einem Weg an, der ein wenig mehr nach Zivilisation aussah und dieser führte mich zu einem Bekannten Punkt zwischen S-Bahnhof und dem Lagerfeuer der anderen. Ich setzte mich hin und ruhte mich aus. Ich war sehr erschöpft und genoß auf meinem LSD-Trip ein paar Erkenntnisse. Ich wollte es festhalten und machte ein paar Sprachnachrichten an den SPIRIT-Family-TG Chat. Es ging viel um Männer und Frauen. Ich ging zurück zum Strand, traf kurz den Geburtstagsmenschen, der mit einem anderen Menschen im Arm spazieren war und mich fragte, wie es mir geht. Ich habe schon im Normalzustand Probleme mit der Frage und ja auch auf LSD ist die Frage nicht leicht zu beantworten. Ich erzählte kurz von meinem Erleuchtungsprozess, aber das war schon too much, glaube ich. Sie zogen weiter und ich legte mich in den Sand und spürte meine Erschöpfung und ging nach Innen. Ich reflektierte die Männliche, zielorientiere Energie, die sehr viel im Außen ist. Ich empfand sie als Anstrengend und klar, irgendwann hätte ich mein Ziel erreicht, hätte nur Mental Laufwegestrategienerarbeiten müssen und mit meiner mentalen Landkarte wäre es nur eine Frage der Zeit bis mein Trial and Error zum Erfolg geführt hätte.

Ich verband mich mit der weiblichen Energie und ging nach Innen. Ich sah den Baum vor meinem geistigen Auge, spürte ihn. Und auch wenn es in der physischen Realität einen Abstand gab, so konnte ich ihn in der Inneren geistigen Welt auflösen. Ich ließ den Abstand verschwinden und stellte mir vor, schon beim Baum zu sein. Ich ging innerlich in Beziehung zu dem Baum und war quasi anteilig schon da. Ich verstand, dass diese Intuition hilfreich ist, aber diese Energie alleine hilft auch nicht. Ich verband dann die beiden Energien und konnte mich nochmal gut mental und intuitiv sortieren und nochmal klar entscheiden in welche Richtung ich vom Startpunkt aus gehe. Ich fand ihn dann relativ schnell und war glücklich.

Teil 5 – Sterbeprozess

[Ich schreibe für das Universum. Ich liebe mich und ich gehe mit diesem Text nach Außen und berühre Menschen und zeige mich.

Ich connecte mich jetzt mit meiner Erinnerung. ]

Ich lehnte mein Steißbein gegen den Baum und entspannte mich. Meine Wahrnehmung war immer noch sehr intensiv und tief. Und da kam sie die Erkenntnis worauf der Ekel eigentlich gerichtet war. Nicht wie ich einen Tag vorher interpretierte auf eine Missbrauchssituation. Nein, ich ekelte mich vor Mutter Natur.

Ich war massiv von ihr getrennt, bin vor ihr geflüchtet. Und das hatte einen Grund. Sie gibt Leben, aber sie nimmt es auch und das ist der Punkt womit ich nicht im Frieden war. Ich erkannte große Zusammenhänge zwischen geistiger Welt, dem Universum, mir und dem Kollektiv und der Gesellschaft.

Es zog mich ins Sitzen. Ich spürte wie mein Wurzelchakra, Beine und Becken eins wurden mit dem Boden, der Natur, wie dort Stille einkehrte, Entspannung.

Ich erkannte, dass ich seit Jahrhunderten vor dem Tod wegrenne, oft früh gestorben bin, aber immer wieder schnell inkarniere, weil ich es im Tod nicht aushalte und Sachen wieder gut machen will aus Schuldgefühlen und Verstrickungen heraus. Ich spiele ein dämonisches Spiel, ich cheate gegen die Regeln des Universums. Und es ist ja alles erlaubt im Universum, es hat nur einen Preis, den du dann zahlen musst und der Preis, den ich zahle ist halt unfassbares Leid, das ich angesammelt habe in meinem System, dafür, dass ich mich immer wieder für das Leben entscheide.

Ich zeige mich dem Universum mit der emotional heftigen Intention, dass ich heilen möchte, dass ich die Scheiße, die ich gebaut habe wieder gut machen, dass ich um Vergebung bitten und dass ich anderen und mir Vergeben möchte, dass ich dem Licht dienen möchte usw.

Ich bin bereit auch bereit dafür „alles“ zu tun.

Ich legte mich hin, auch mein Oberkörper wurde jetzt eins mit der Natur und löste sich auf. Mein Bewusstsein weitete sich, wurde Still. Ich nahm den Oberkörper nicht mehr als Körperform, sondern aufgelöst wahr.

Und dann kam die Botschaft, dass der Schmerz, den ich in mir trage nicht zu heilen ist, dass es nicht mehr transformierbar ist, dass es keine Rettung für mich geben wird. Ich solle mich einfach an die Regeln halten und Sterben, den Schmerz in die Natur zurückgeben, in die Erde, damit sie ihn heilen kann. Dieses universelle, nondualistische Energie, der Raum, kam mit der Einladung zu sterben. Mein Ziel die patriarchialen Anteile in mir loszuwerden und dazu beizutragen, dass dieser Planet ein besserer wird, kann ich über das Sterben erreichen. Ich kann durch meinen Tod Platz machen für das neue. Ich sehe den kollektiven Zusammenhang: Das Patriarchiat ernährt sich von der Trennung von der Mutter Natur, dem Ego, das nicht sterben will. Ich bin nicht der einzige, der vor dem Tod wegrennt, nicht der einzige, der festhält, immer größere Strukturen baut, um die Schatten zu kaschieren. Jede Konzernspitze, jedes Hochhaus ist ein Spiegel dafür.

Ich erkannte, dass ich es eh irgendwann machen muss, dass ich mich zwar weiter dagegen entscheiden kann, aber das Leiden nur noch größer sein wird und das Loslassen immer schwerer, je weiter ich es rauszögere.  Und es ist eine Entscheidung, ob ich friedlich sterbe oder wieder in einem Krieg umkomme. Diese Inkarnation ist ein Geschenk für mich gewesen in diesem Frieden und mit Zugang zu soviel Spiritualität zu bekommen, so dass ich erkennen und loslassen kann.

Ich sah ein Bild aus dem Universum, das aus vielen Inkarnationssträngen bestand, die sehr verworren und Komplex existieren. Ich vergleiche das Bild mal mit einen Dornenbuschstrauch, wo viele ineinanderliegende Linien kreisten, manche bildeten neue Abzweigungen und manche Endeten. Ich befand mich am Ende eines dieser Inkarnationsstränge. Ich war eine Seele, (In Wahrheit nur ein Seelenanteil, weil ich die anderen Wege ja auch bin) der auf dem Holzweg war und dessen Reise nun endete. Da war auch klar die Botschaft, dass ich keine Familie gründen soll/darf, dass ich mein Leid nicht an eine nächste Generation weitergeben soll. Ich darf das akzeptieren und durfte so gut es geht diese letzte Inkarnation in Frieden, Spaß und Konsum usw. genießen.

Der Sterbeprozess nahm immer mehr Raum ein, ging auch in meinen Mentalkörper in mein normales Ego, meine Alltagsidentität, wo radikale Stille/Nicht-Denken einkehrte. Meine letzten Gedanken vorher waren auch, ach komm, lass dich drauf ein, vielleicht ist es ja kein physicher Tod, sondern nur ein spiritueller und ich werde belohnt, wenn ich da durchgehe und darf in einer neuen Energie weiterleben. Aber es gab keine Sicherheit dafür. Der Tod ging von Fuß bis Kopf jetzt. Ich wurde eins mit dem Boden, löste mich auf. Es wurde radikal still, ich wurde zu purem Bewusstsein.

Das war der schlimmste Moment in meinem Leben. Ich hatte so panische Angst und es fühlte sich alles radikal wahr an. Ich sagte zwar, dass ich bereit bin einen hohen Preis zu bezahlen. Jetzt kommt die Problematik hoch, wenn mensch vorher erst sagt, ich bin bereit „alles“ zu tun und jetzt den Preis kennt. Jetzt kam Widerstand hoch. „Alles“ nur nicht das, „Alles“ nur nicht Sterben.

Keine Identität mehr, kein Astralkörper, kein Gott, kein Himmel, kein Empfangskomittee der Ahnen, nein ich wurde zu purem Nichts. Keine Erinnerung mehr an Christian, reines Nichtexistieren, die extremste Form von radikaler Bedeutungslosigkeit.

Ich nahm gleichzeitig war, wie ein Bewusstseinsanteil eine Art Baumelf wurde, einer von unfassbar vielen, ein kleiner Arbeiter, auch sehr unbedeutend in einem Kollektiv. Das universelle Bewusstsein, auch meines ist, sehr wandelbar, es bewertet nicht, in welcher Form es gerade erscheint. Es gab aber noch eine Restbewertung von meinem Superego, was noch als letztes von mir aktiv war. Ich wollte dort auf dieser neuen Ebene, den anderen Baumelfenwesen von dem Christian erzählen, der ich mal war. Es interessierte dort niemanden. Mein Superego sah als Strafe an, als Degradierung von Menschn zu einem Baumelf. Das Universum aber bewertete nicht, in welcher Form ich existiere, es hat keine Hierarchie zwischen Menschen und Baumwesen. Ich hatte panische Angst, dass ich lange, lange Zeit nicht mehr als Mensch Inkarnieren darf. Da war die Zahl von 200 bis 300 Jahre es hätte aber auch so sein können, dass ich nie wieder ein Mensch werden darf.

Ich war kurz vor der kompletten Auflösung, ich war kurz vor dem Sterben. Aber im letzten Moment holte mich eine Panikattacke, die durchs Superego floß raus aus dem Sterbeprozess und holte mich zurück.

Ich stand auf und dachte nach, versuchte jetzt mental das Geschehene zu verarbeiten und zu reflektieren und eine Entscheidung zu treffen. Größter Knackpunkt war, ob ich wirklich physisch gestorben wäre, oder nicht, wenn ich das letzte Stückchen Superego von mir auch losgelassen hätte.

Ich entschied mich da nochmal reinzugehen, nur mich nochmal kurz vorzubereiten und meinen physischen Körper zu schützen. Einerseits wollte ich dadurch gehen, auf der anderen Seite wollte ein Teil von mir natürlich die Kontrolle über den Sterbeprozess behalten, was einerseits paradox ist auf der anderen Seite verständlich, dass ich meine Physische Existenz gerne behalten würde, um einen natürlichen Tod sterben zu dürfen und vielleicht doch noch das eine oder andere Thema gerade biegen zu können.

Ich lief zurück zum Zelt, um Isomatte, Decke und Wasser zu holen. In dieser Zeit dachte ich über mein Leben nach. Die LSD-Intensität ging jetzt langsam etwas zurück, war aber noch da. Ich sah auf mein Leben als das was ich bei einem Sterbeprozess festhalte. Naja und so doll war es ja nicht, warum nicht loslassen. Ich habe keine Enge Bindung zu meiner Familie, ich hänge nicht an meinem Job, habe kein Eigentum und keine gesellschaftliche Rolle, die mit Verantwortung verbunden ist. Freund_innen loslassen ist auch vertretbar, zumal ich mein Bindungs- und Ausgrenzungsthema habe und auch die SPIRIT Family bspw. x-mal loslassen musste. Ich verstand warum mein Leben bis zu diesem Punkt so scheiße war. Es sollte mir helfen loszulassen.

In diesem Zusammenhang sah ich auch aus einer meiner Seelenperspektive warum mir die Abtreibung passiert ist. Ein Thema mit dem ich echt nicht in Frieden bin, wie ich ja bereits ausführlich aus diesem Blog ausgeführt habe. In dem Moment erkannte ich, wie ich dieses Ereignis mitkreiert habe und konnte es somit in Verantwortung bringen. Wäre es nicht zur Abtreibung gekommen, hätte ich ein Kind gehabt und ich hätte das Leben nicht loslassen können. Ich hätte meine Familie unter keinen Umständen im Stich gelassen. (Ich sitze gerade in einem Cafe. Im Hintergrund läuft „Genie in a Bottle“, mir rollen Tränen, die Abtreibung schmerzt.) Ich konnte auf einer sehr spirituellen Ebene der Mutter meines Kindes vergeben und loslassen, die Abtreibung in einen Frieden bringen. Auf nicht so spirituellen Ebenen bin ich noch nicht im Frieden damit und ich werde auch weiterhin radikal Abtreibungskritisch sein, aber dazu ein andernmal mehr. Aber dieser Aspekt ist wichtig, um die ganzen Abtreibungspostings jetzt auch nochmal zu komplettieren und abzuschließen und mich auch mit dieser Perspektive zu zeigen. In einem späteren Prozess erfuhr ich, dass die Seele wusste, dass sie abgetrieben wurde, dass sie eine ältere und erfahrenere Seele ist und sich gerne dem zur Verfügung stellte, damit ich meine Lernerfahrung machen kann.

Ich legte mich dann mit Isomatte, Decke und frisch mit Wasser versorgt in die Natur und entspannte mich wieder. Es war hell und die LSD-Intensität ging immer weiter zurück. Ich ging in eine Meditation, spürte mein Erschöpfung, dachte über den Prozess nach und entspannte mich. Ich war in einer klaren Alltagsidentität zurück und konnte von dort ein leichtes Auflösen, eins sein mit der Natur spüren, ohne, dass es unangenehm wurde. Es gab keinen Tiefen Prozess mehr und ich versuchte mich auszuruhen und ein wenig zu schlafen.

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Messianteil

Es gibt zwei Anteile, die in mir kämpfen:

nein veröffentliche das nicht. Das ist peinlich du wiederholst dich eh. Soll keiner sehen, dass du so schwach bist und um deine Themen kreist und das dient dir nicht, da du ja mal als erfolgreicher Mann in der Öffentlichkeit stehen will.

Und dann so nein, FUCK IT. Ich mache dieses FAKE-Spiel, das ich überall im Netz beobachte nicht mehr mit, dass sich die Leute nur von ihren positiven Seiten zeigen. Es kotzt mich so an, das ist eine krasse Dissoziation im Feld und ich habe darunter gelitten. Mir hat es eher geholfen, wenn Leute sich mit ihrem Prozess und ihren Schwachen gezeigt haben anstatt, dass ich immer diese Gap in mir sehen musste zwischen meiner Realität und dem was andere von sich verkaufen.

Und ja, vielleicht werden mich Leute belächeln, die mit Festhalten oder Unordnung in der Wohnung kein Thema haben oder mehr haben. Aber WTF, ich weiß, dass ich nicht der einzige bin und dass es mehrere Menschen gibt, die ein ähnliches Thema haben.

Und ich zeige mich jetzt, auch inspiriert durch Seanicy mit meinen Morgenseiten, die ich jetzt einfach mal schnell dahingeschrieben habe und jetzt auch nicht mehr korrigieren werde, da ich los muss. Jetzt doch nochmal korrigiert habe. Ich weiß aus Erfahrung, dass es mir einen Energiebooster geben wird und meine Energie wieder ins Fließen bringen wird, wenn ich mich mit meinen Schatten zeige. Aho

Morgenseiten 24.10.18

Ich bin jetzt seit ca. 7 Wochen in der Arbeitslosigkeit, die sich ein Teil von mir ersehnte. Damals hatte ich sehr viel reinprojiziert in diese Zeit, dass ich viel radikaler mich entsuchten werde, mich fühlen werde, im Körper sein werde, meine Wahrheit erkennen werde und meinen Impulsen folgen werde, da ich dann ja nicht mehr funktionieren muss.

Die Bilanz ist ernüchternd. Meine Grundthemen Ablehnung von Frauen und Ausgrenzung sind immer noch präsent. Hinter der Ablehnung von Frauen steckt, die Sehnsucht nach geliebt werden wollen. Mein Mutterthema und hinter der Ausgrenzung steckt eine massive Haltlosigkeit, eine innere Grenzenlosligkeit, so dass ich mir meinen Raum emotional kaum selber halten kann und viel Zucker bspw. Konsumieren muss, um meine Mentalen Rollen und Masken zu füttern. War diesbezüglich gestern in einem Prozess und habe mich durch diesen Esssuchtsdämon durchprozessiert. Er dient mir, er gibt mir Stabilität. Auch wenn die Stabilität aus mentaler Energie besteht, die bis hinunter in meinen Körper geht, wo sie eigentlich nichts zu suchen hat, wo eigentlich andere Kräfte (das was wir als Grenzen verstehen, den Raum halten sollten, so dass es eine klare Wahrnehmung gibt von innerer Raum, Grenze und äußerer Raum. Das gibt es bei mir nicht, da bin ich ziemlich aufgelöst, ich spüre Fremdenergien sehr viel in meinem System und übertrage gleichzeitig meine Energie auf den Raum, wenn ich getriggert bin und das Gefühl nicht halten kann.) Ihn loszulassen heißt meine psychische Instabilität zuzulassen und davor habe ich Angst. Ja, scheiße, eigentlich ein Anteil, der in Verantwortung gebracht und gelebt werden möchte, aber ich hoffe es ist nachvollziehbar, dass wenn mein System die Skillz hat über den Irren in mir drüber zu gehen, dass es das auch tut, auch wenn der Irre so nicht heilen kann und ein Schattendasein führt.

Erst vor kurzem war ich wieder in einem Raum und eine Frau, die ich seit über 10 Jahren nicht gesehen habe, mit der ich damals befreundet war und öfters Zeit verbrachte betritt zufällig den gemeinsamen Raum. Das einzige was ich wusste von damals war das Feedback, dass sie mich nicht für so männlich hält und deswegen auch den Kontakt abbrach. OK, kein Ding. Jetzt war sie aber so von meiner Anwesenheit getriggert und weiter in dem Film, dass sie in keinster Art und Weise mit mir in Kontakt gehen möchte, dass der Raumhalter mich aus dem gemeinsamen Raum versetzte bzw. mir Auflagen gab, dass wir uns nicht mehr begegnen. Ich war so verletzt und enttäuscht auch vom Raumhalter. Ich weinte danach erstmal 20min und ging in meinen Prozess und holte den Schmerz in die Eigenverantwortung. Klar mein Ego hätte gerne sich über die Ungerechtigkeit beschwert. Aber mir war ja klar, dass das meine Kreation ist, dass ich dieses selbe Muster immer noch(!) anziehe, weil da immer noch der Schmerz in meinem System ist und ich Ablehnung und Ausgrenzung unbewusst immer noch kreiere, weil das Universum mich immer noch an meinen Schmerz erinnern will über den ich ja sonst permanent mit meinem Ego und meinen Suchtstrategien, die dafür sorgen, dass es mir „gut“ geht im Sinne von, den Scheiß nicht fühlen, drüber gehe.

Aber da ist auch der Gedanke, dass es fucking frustrierend ist, dass ich immer noch um dieses Grundthema kreise, darin gefangen bin. Ich sehe Fortschritte, bspw, bin ich mittlerweile mehr von den Inneren Kind Prozessen zu den jungen Erwachsenen Prozessen übergegangen. Und das sie in meinem Leben auftaucht, eine Frau, die mich damals als junger Erwachsener sehr heiß fand, ich mich aber in die Friendzone katapultierte wegen meiner Unmännlichkeit, ist ja auch eine Art Spiegel, dass ich jetzt diesen Schmerz bearbeiten darf. Es gibt ja nicht nur den Schmerz aufgrund des Elternthemas, der da angetriggert wird. Nein hinzu kommt der Schmerz, den ich mir ja jedesmal in mein System reinziehe, wenn ich es wieder bei Frauen probiere und jedes mal wieder verletzt und retraumatisiert werde. Das ist ja auch Schmerz, den ich mir da neu in mein System kreiere, der ja auch gefühlt werden muss. Das Universum sagt, mir so oft, lasse die Frauen los. Und ja vielleicht würde es mir gut tun, mein System entspannen, ich würde Räume aufmachen mehr nach Innen zu gehen und zu entspannen, mich zu fühlen. Aber mein System, mein Ego flippt aus, wie vor einem Sterbeprozess: Ich kann echt viel loslassen, aber doch bitte nicht Frauen. Was hat das Leben für einen Sinn und ja, scheiße ich bin so abhängig von Frauen. Wenn ich es dann mal schaffe innerhalb des Friendzoneskontakts Nähe zu bekommen und ja, das schaffe ich eigentlich sehr regelmäßig, dann entspannt sich was in mir, dann fühle ich mich, es tut mir sehr gut. Aber ich weiß nicht, ob ich im Nachnährmodus oder im Kompensieren bin und mit der Nähe meinen Schmerz unterdrücke.

Ich unterdrücke bspw. auf jeden Fall meine Sexualität, damit die Nähe funktionieren kann. Oft ist es so, dass der Kontakt, das Kuscheln abbricht, sobald ich meine Sexualität gehe. Erst letztens schmiss sich eine Frau in inneren Kind State auf meinen Schoß und ließ sich fallen. Ich fands schön und genoß die Nähe. Aber sie spielte das Spiel mich in der Papaübertragung zu bringen und der Vater darf natürlich sein Kind körperlich lieben, aber keine sexuellen Gefühle haben. Und so spielte ich dann den nicht-sexuellen Mann für sie, damit sie was nachheilen kann und ihr Bedürfnis erfüllen konnte. Ich thematisierte es aber hinterher, dass ich am Anfang als sie auf meinem Schoß saß sexuelle Impulse hatte, die aber abfließen ließ also losgelassen hatte. Und ja, es ist OK für die Einzeltsituation, aber ich mache es ständig und ich sucke damit meine Energie, wenn ich immer und immer wieder meine Sexuelle Energie unterdrücke im Kontakt mit Frauen und dann alleine mit mir in der Onaniersucht lande.

 

Am Freitag war ich in einem Theaterprojekt und da durften wir unterdrückte Anteil in einer Improvisation repräsentieren. Wir waren zu fünft. Bei mir war es ein schüchterner (und diese Schüchternheit ist ultraüberwältigend(!) und auch sie drücke ich mit meinem Mentallörper weg und so kann sie nicht gelebt werden), passiver und teilweise sprachloser Anteil. (Ja, dazu hatte ich auch schon einen Prozess, ich drücke mit meinem viel Reden das extrem unangenehme Gefühl von Sprachlosigkeit weg. Im State meiner Sprachlosigkeit zu bleiben würde mich an meine Gefühle ranbringen. Und eigentlich könnte ich jedesmal weinen, wenn mich jemand fragt, wie es mir geht und ich nicht antworte, wodurch ich in den Mentalkörper springe. Ich müsste einfach nur schweigen und passieren lassen was die Frage mit meinem System macht. Jedes Mal spüre ich wie der Schmerz hoch will, wenn die Frage gestellt wird. Eigentlich will das Innere Kind sich zu Boden schmeißen und schreiben und toben mit der Botschaft, sieh meinen Schmerz. Da ich das dann aber in der Situation nicht halten kann, weil das Setting eine nette und kurze höfliche Antwort erwartet, drücke ich die Energie weg und lege meist eine aggressive Schutzreaktion drüber, dass ich mich über die bescheuerte geschlossenheit der Frage „gehts gut“ oder „Alles gut“ aufrege: Nein, niemals wird die Antwort ein einfach JA sein. Es ist niemals alles gut. Wer das behauptet kreiert in dem Moment Schatten.

Ja, mir fehlt die Fähigkeit diese Gefühle zu halten, es gibt bei mir den entweder den Zustand des Unterdrückens/ vielleicht getriggert seins (Gefühle sind berührt, können aber noch nicht fließen) oder des Überwältigt seins in einem heftigen emotionalen Prozess. Und ja, ich gehe da mittlerweile jeden Tag rein. Ich weine jeden Tag. Immer noch.

Ich sehe ein Ideal von einem Mann, der seine Gefühle in seinem Inneren Raum hält und fließen lässt und trotzdem kommunikativ mit dem Außen ist und das außen auf ein abgegrenzte Art und Weise spürt. Aber das bin ich (noch) nicht, schon das die anderen zu spüren ist überwältigend für mich, ich spüre andere anders als die meisten anderen, andere spüren. Und das ist eine Belastung und gleichzeitig mein Talent mit dem ich vorhabe irgendwann zu arbeiten, Sessions zu geben und Geld zu verdienen. Und ja, ich kann in einen Raumhalterstate gehen in dem ich frei von meinen Themen bin und nicht getriggert werde, in dem ich ein Kanal bin, verbunden mit der geistigen Welt, der für andere da ist. Aber dieser State strengt mich noch an und deshalb muss ich um diesen State lange und gut halten zu können weiter an meinen Themen arbeiten und mich für meine Leichtigkeit zu öffnen. Daher dient mir jetzt auch dieses Improtheater. Es geht auch um Leichtigkeit und mal nicht so tiefe Prozesse, um gemeinsa Lachen und sich mal nicht so ernst nehmen. In der Theorie, in der Praxis ist es auch intensiv für mich, da viel berührt wird.

Naja in dem Improtheater spielten wir zu fünft mit unseren 5 Anteilen eine gesellige Party. Und es gab schnell zwei Zweiergruppen und ich war alleine in der Ecke wegen meiner Schüchternheit. War ganz schnell in diesem ausgegrenzt sein, alleine unter Leuten. Da es ein geschützter Raum war, konnte ich da voll reingehen und das Fühlen. Die Einsamkeit, die Sehnsucht nach anders sein, ein von innen heraus strahlender, attraktiver, rhetorisch sympathischer Mann zu sein auf den die Leute zukommen. Ich konnte nicht reden, ich war nicht aktiv und die Schüchternheit war überwältigend. Das ist übrigens ein Grund, warum ich in nicht-geschützten Räumen dissoziiere. Ich spüre, dass ich den Anteil unangenehm finde und bewerte und ich verstehe mich, dass ich ihn unterdrücke und Masken drüberlege, damit ich irgendwie Zugang habe zu Gruppen, Kommunikationsfähig bin. Aber der Schatten spiegelt sich irgendwann in der Realität. Auch wenn ich Strategien entwickelt habe, nicht ausgegrenzt zu werden, gesellig zu sein, die mentalen Fähigkeiten in Kontakt zu gehen mir angeeignet habe: irgendwann kommt in Gruppen oder bei Frauen die Spiegelung von Ausgrenzung und Ablehnung vom Universum und führt mich in meinen Schmerz zurück. Und dann kreisen wieder die Gedanken um die spirituellen Konzepte, wie ich heilen kann oder soll. Das eine ist, lebe es aus, sei radikal authentisch mit den Anteil unter deiner Maske, was aber schnell Reaktionen und Regulierungen im Raum hervorruft und den Vorwurf von nicht eigenverantwortlich sein oder ich verstoße gegen Soziale Normen, wenn mich jemand was fragt und ich in meiner Sprachlosigkeit bleibe ohne mich zu erklären. Könnte ich ja machen, ich sehe und beneide auch andere Menschen, die das einfach machen. Aber ich spüre bspw. dann die Erwartung des anderen zu antworten so stark in meinem System, dass ich meins dann nicht mehr spüren kann. Mein System ist dann überladen mit Fremdenergie, ich kann mich nicht mehr spüren, es ist mir zuviel und ich würde entweder zusammenbrechen oder rette mich, wie gesagt ins Dissoziieren.

Und dann gibt es halt dieses spirituelle Konzept von konzentriere dich auf das was du sein willst und nicht auf das was du loslassen willst. Tja, schwieriges Konzept, genau damit kreiere ich mir ja meine Schatten, denn durch den Focus auf das Gesellige, verschwindet der ungesellige Anteil ja nicht, er wird zu einem Schatten. Und ich habe ne Scheiß Angst meinen ungeselligen Anteil auszuleben, da ich schon auch Angst vor meiner Einsamkeit habe und meinem Allein sein. Es gibt mir Energie im Außen zu sein und zu Hause allein, bin ich auch nur ein zusammengesacktes etwas. Ein apathischer Körper, der viele mentale Impulse und todolisten beobachtet, die im Kopf kreisen, sie aber nicht umsetzen kann, weil er nicht weiß wo anfangen und wie. Diese Zustände sind schlimm, ich bin dann so zweigeteilt und kann mich nichtmal richtig in die Apathie fallen lassen, dafür bräuchte ich Stille, aber an die komme ich dann manchmal nicht ran, weil parallel zu der Apathie eine Grübelstörung aktiv ist, ein zwanghaftes Kreisen um Gedanken.

Am Samstag war ich bei einem Grillen von MKP, wo nochmal Männer geehrt wurden, die im letzten Jahr eine Inititation hatten. Wir sollten eine kurze Rede halten, was sich seit der Inititation verändert hat. Ich spürte, dass im Raum eine Erwartung war, dass ich jetzt natürlich von einer „positiven Veränderung“ sprechen „muss“. Ich spürte eine Gap zwischen der Erwartung und meiner Realität, Druck. Aber es war ein safer Raum, in meiner Rede sprach ich meine Wahrheit. Ich begann mit den Sachen, die sich nicht verändert haben: Ich habe vorher und hinterher ein Mutterthema mit einer psychisch kranken Mutter und ein Vaterthema mit einem abwesenden Vater. Ich habe vorher und hinterher ein Frauenthema und ein Thema mit meiner Sexualität. Ich habe vorher und hinterher Probleme mit Dissoziieren. Ich bin vorher und hinterher ein sehr erschöpfter Mann.

Die einzige positive Veränderung, die ich damals hatte, war, dass ich nach dem Prozess ein Licht sah, das stellvertretend für den Inneren Mann steht, das ich in Meditationen anknipsen kann und dass es dem Inneren Mann leicht fallen lässt im Inneren Raum zu bleiben. Und ja es gelingt mir zwar besser, aber immer noch nicht gut genug in meinem Inneren Raum zu bleiben. Ich sprach davon, dass es immer noch sehr unangenehm ist meinen Inneren Raum zu spüren. In dem Moment floß intensiv warme Schmerzenergie durch meinen ganzen Oberkörper. Ich weinte und musste sehr lange Gesprächspausen wegen meiner Sprachlosigkeit machen. Es war intensiv, aber auf eine gewisse Art konnte ich es halten. Ich bekam Aufmerksamkeit von einer Gruppe (Gruppen=Vaterprojektion), das gab mir Kraft und Halt und die Gruppe war safe. Keiner redete rein, keiner wollte mir aus dem Gefühl raushelfen, der Raum war präsent mit mir, keiner thematisierte es hinterher. Es ging einfach weiter im Programm. Ich hätte länger drinbleiben können, aber es gab auch Kräfte in mir, die es dann wieder wegsortieren, damit ich meine Rede beenden kann und nicht zuviel Raum einnehme (Ein Programm, was sicherlich auch andere kennen)

Ich hatte danach im inoffiziellen Grillteil noch ein gutes Gespräch mit einem Mann mit dem ich gemeinsam die Inititation hatte. Ich sprach von meiner Wohnung. Meine Wahrheit ist, dass hier seit Januar ausgebreitet Unterlagen aus meiner Vergangenheit liegen. Studium, Alte Arbeitsverträge, Lohnabrechnungen, Bürokratie, Blöcke, Bilder, Erinnerungen, Tagebucheinträge. Weiterhin eine Kiste voller CDs, wo mein Mentalkörper die Vorstellung hat, sie irgendwann mal alle auf MP3 zu überspielen, was aber in Wahrheit völig unrealistisch ist und einen kompletten Schuhkarton mit Fotos und einen weiteren mit Flyern und anderen kleinen Erinnerungen.

Kommen wir zum Thema Festhalten und meinem Messianteil. Ja, ich weiß, dass das mein Festhalten an der Vergangenheit widerspiegelt, dass ich wahnsinnige Schwierigkeiten habe loszulassen und einfach wegzuschmeißen. Er redete von einem Feng Shui Buch in dem beschrieben wurde, dass es energetisch zu jedem Gegenstand, den du besitzt einen Faden gibt. Und wenn die Gegenstände unordentlich irgendwo liegen, dann sind die Fäden auch durcheinander, wenn die Sachen geordnet sind, dann sind die Fäden geordnet. Allein die Kreation der Fäden und wie sie angeordnet sind kosten ja deine Energie. Mich hat dieses Bild sehr erreicht. Er erzählte, dass er durch diesen Prozess durch ist, da ihn seine Freundin da ordentlich in den Arsch getreten hat und ihn voll gespiegelt hat. Er hat bspw. an einem Shirt festgehalten, dass er auf seinem einzigen Marathon getragen hat. Es war verwaschen und stank, aber er „liebte“ es. Seine Freundin spiegelte, dass es mittlerweile scheiße aussah und er konnte sich irgendwann davon lösen und es wegschmeißen. Ich spürte eine angenehme männliche Energie in diesem Gespräch. Solche Freunde habe ich echt noch zu wenig. Ich verstand seine Bilder und es war so angenehm, dass er mir von seinem Prozess erzählte und zu hören wie schwierig es auch für ihn wahr anstatt einfach nur die mentale Erkenntnis vermittelt zu bekommen, es ist gut, wenn du losgelassen hast, dann bist du am Ziel. Ich beneidete ihn aber auch dafür, dass er ne Freundin hat, die ihn in den Arsch tritt. Gedankengrübeln kam in mir auf inwieweit der Wunsch nach einer Freundin, die einem in den Arsch tritt unverantwortlich ist. Ich spüre, dass (spirituelle) Konzepte in mir rumschwirren, dass das ja nicht sein darf, dass eine Freundin hilft sowas in Verantwortung zu bringen. Ich hatte mal eine Co-Abhängigkeitsbeziehung und bin davon noch gezeichnet und habe mir gesagt, dass mir das nie wieder passiert. Einerseits sehr löblich meine Einstellung mental erst radikal voll in der Eigenverantwortung sein zu wollen, bevor ich in eine Beziehung gehe. Andererseits halte ich somit natürlich auch Frauen auf Abstand, ich lasse sie nicht in meinen Nahraum oder in meine Wohnung kommen. Jetzt habe ich ja noch ein süchtiges System und jetzt würde ich ja Gefahr laufen eine Co-Abhängigkeit zu kreieren und da ich das nicht will ist meine Konsequenz leider keine Beziehung zu haben. Für diese idealisierte Liebesbeziehung in der ich in spirituellen Artikeln lese, wo jeder voll in der Eigenverantwortung und Selbstliebe ist und den Partner, die Partnerin in Wahrheit gar nicht mehr braucht und ihn/sie jederzeit loslassen könne, das ist wahr liebe. Und auch dieses Konzept schwirrt in meinem Kopf und kreiert ne Gap zu meiner Realität und widerspricht dem Konzept Fuck It, das Universum bewertet nicht. Akzeptiere den Moment so wie er ist und dann haste halt ne Freundin mit Co-Abhängigkeitsanteilen oder weniger negativ formuliert, dann haste halt ne Freundin, die Freude daran hat, dir mal in den Arsch zu treten und dich in deiner Entwicklung zu begleiten, es darf ja in der Beziehung auch andersrum genauso sein. Naja, viele kleine mentale Programme, die in meinem Unterbewusstsein noch zu Beziehungen festgehalten werden und mich unfrei machen. Solange das so ist begegne ich lieber vielen Frauen nur außerhalb meines Nahraums, auf Veranstaltungen und versuche dort meinen Nähemangel zu kompensieren.

Er, natürlich auch Coachingsszene erfahren, gab mir dann ganz plötzlich die „Hausaufgabe“ noch an dem Abend 5 T-Shirts wegzuschmeißen. Es war richtig gut, diese Energie von verbindlicher Aufgabe zu spüren. Da hatte ich meinen Arschtritt. Es war für mich ein Prozess. Mein System drückte seine Widerstände aus. Ich halte bspw. an meinen Werbegeschenk T-Shirts fest. Pokershirts, die einen alten Erfolg widerspiegeln oder wo ich mal als Dealer gearbeitet habe. Erinnerungen an eine schöne Zeit. Aber gut, ich habe Poker Anfang September losgelassen. Ist nicht mehr auf meinem Weg. „Die kann mensch doch noch zum Sport anziehen.“ (Aber gut, macht keinen guten Eindruck auf die Ladys beim Superfityoga zu sein und Werbegeschenk-Tshirts zu tragen.) Und auch der Ökogedanke, dass die T-Shirts ja noch gut und tragbar sind. Wurde alles von ihm zerstört und als Glaubenssätze entlarvt. Das mit dem Ökogedanken ist auch nur eine Falle vom Ego, der mich am Selbstwert hindern möchte. Zu guter letzt habe ich auch Angst davor shoppen gehen zu müssen. Mein System hat diese männlichen Anteil noch nicht gut installiert, welcher die Fähigkeit hat sich mit Mode und Klamotten zu connecten, wirklich zu wissen, wer ich bin und wie ich mich nach Außen präsentieren möchte (War mal auf einem Modeworkshop für Männer und bin in der ersten Pause gegangen, weil ich es absolut nicht aufnehmen konnte. Shoppen ist für mich ein reines Stresshormoneausschüttangelegenheit und ein Dissoziationsfeld und durch das Festhalten an alten Klamotten kann ich das super rauszögern und vermeiden.

Aber OK, ich schmiss in der Nacht 5 T-Shirts weg und schickte ihm ein Foto davon. Danke, Mann.

Zu guter letzt teile ich noch mein Tagebucheintrag von Sonntag. Abends traf ich mich mit Sean. Auch ich redete mit ihm über mein Thema mit der Aussortierarbeit.

Ich quäle mich ab und an schon durchs wegschmeißen, bin aber sehr langsam und hänge dann Tage oder Wochen (Naja, In Wahrheit waren es auch Monate und Jahre) wieder. Beim letzten Mal vor zwei Wochen oder so konnte ich wieder viel wegschmeißen. Bspw. Praktikumsberichte und -Beurteilungen aus der Schulzeit. Manche waren echt sehr negativ. Ich war sowas von entfernt von meiner Berufung und machte die ersten beiden in Sportgeschäften, weil mir nichts besseres einfiel. Später wurde es etwas besser. In der 12ten Klasse machte ich ein Praktikum bei der Allianz und bei der AOK. Und es kam auch ein wenig Stolz auf. Bei der AOK war es echtmal ein Raum, wo ich auf niedrigem Niveau ganz gut gearbeitet habe und keine Ausgrenzungserfahrung gemacht habe. In der 12 Klasse, meinem Abschlussjahr ging es mir auch ganz gut. Die Klasse ist von 30 auf 12 gesunken und es gab ein Mädchen in der Klasse, was ich toll fand und mit dem ich viel Zeit verbrachte.

Aber dann hielt ich eine Doppelseitentagebuch in meinen Händen und die triggerte mich. Es war von 19jährigen.

Ein Junger Mann, der gestört und traumatisiert durch die Welt rennt und sich durch sein unterdrückendes Egoverhalten einen Haufen Spiegelungen kassiert, die ihn immer wieder retraumatisieren. Ich hing an dieser Tagebuchseite fest und musste mein Aussortieren beenden, weil die Gefühle unangenehm bis überwältigend waren und ich sie nicht ins fließen bringen konnte, da ich noch verstrickt war. Ich wusste dann echt nicht was ich damit machen soll. Behalten oder wegschmeißen. Es wühlte mich auf. Ich teile mit euch diese Tagebuchseite aus meinem Tagebucheintrag vom Sonntag. Ja, ich will mich mit diesen Opferanteilen und diesem Denken des 19jährigen zeigen, auch wenn ich mich dafür schäme, aber er ist auch ein Teil von mir.

Ich war Sonntag noch gepusht von der T-Shirt-Wegschmeißaktion und stellte mich dem Prozess. Und ich verstand auch warum ich mich erst jetzt dem Thema widmen konnte mit dem Aussortieren, warum ich solange festgehalten habe: vorher waren es vor allem Innere Kindprozesse und das Aussortieren ist ein Level weiter. Ich freue mich Fortschritt zu sehen und ich weiß – und da kommt Freude auf – dass ich irgendwann durch bin mit dem Vergangenheit bearbeiten – und ich irgendwann die Fähigkeit haben werde komplett die Vergangenheit loszulassen und im Moment anzukommen, mir meinen Raum zu halten und im Herzen zu strahlen. Aber ich kann diese Prozesse halt nicht überspringen, auch wenn mein Mentalkörper gerne schon weiter wäre.

21.10.18

Beim Aufräumen widmete ich mich der Doppeltagebuchseite. Ich habe mich entschieden, diesen Anteil ins Licht zu schicken, diese Seite zu verbrennen und meinen Frieden zu finden. Loszulassen. Ich werde vorher noch für die Verarbeitung die Seiten fotografieren und sie abschreiben.

In der Meditation leitete Sean mit den Worten „nichts tun“. In meiner Trance  sah ich, dass in meiner Realität „nichts tun“ bedeutet nicht in die Aktivität zu gehen mit Verbrennen, Abschreiben, Fotografieren, aktiv loslassen. Ich könnte nichts tun und die Seite würde da liegen bleiben, in meinem Zimmer, darauf wartend sortiert zu werden. In einer anderen Realitätsebene tue ich aber etwas in dem ich ich „nichts tue“: ich halte Fest. Und in einer anderen Realitätsebene ist das aktives tun und das kostet Energie. FUCK. Eigentlich hatte ich schon gelernt, dass die Anteile und ich also alle davon profitieren, wenn ich loslasse. Ich halte fest, weil ich ihn [den 19jährigen] retten will. Weil ich ihn aus der Misere befreien will. Er wünscht sich sosehr eine Freundin für seine Rettung.

[Ich will das unterbewusst für ihn tun, endlich ne „junge“ Freundin haben, um ihm seinen Wunsch zu erfüllen. (Mein Faible für junge Frauen spiegelt, dass ich was aus dieser Zeit noch nicht verarbeitet habe.) Ich war vor zwei Wochen mit einer Freundin bei einem Openair, weil sie das bei FB postete. Ich nahm mir vorher vor den Anteil junger Erwachsener mitzunehmen und mit ihm zu sein und mit den Skillz des 36jährigen ihm zu Erfolg bei Frauen zu verhelfen. Jahrelang von 17 bis mitte/ende der 20er war ich sehr viel Feiern, jedesmal mit der Sehnsucht Erfolg bei Frauen zu haben, aber mit meinen Schatten, mit meiner Ausstrahlung, der Angst Frauen anzusprechen und der Erfolglosigkeit, die sich in mein System brannte kreiste ich immer wieder in dieses Muster depressive Abstürze auf Partys zu haben und alleine und einsam und sehnsüchtig und bedürftig nach Hause zu fahren. Da ist diese Sehnsucht einen One-Night-Stand zu haben nach einer electroparty, wenigstens einmal, um es loslassen zu können. Ich merke, wie ich mich bei meiner Heilungssehnsucht mich vom Erfolg bei Frauen als Spiegel abhängig mache. Der Prozess an diesem Abend auf diesem Openair, wo ich mit dem Anteil 21 jähriger junger Erwachsener in dem Körper eines erschöpften 36 jährigen war. Ich war natürlich wieder erfolglos und hatte meinen depressiven Absturz. Das Openair war neben dem Velodrom, ich war oben auf der Wiese um das Velodrom und es ging ein riesig großes runder Steinweg um das Velodrom herum. Ich ging in eine Aufstellungenergie und dieser Steinweg repräsentierte meinen Weg. Ich erkannte irgendwann während ich ihn ging und als ich hochschaute, dass es ein riesiger Kreis war, was aber aus normaler Perspektive nicht zu erkennen war. Ich war verzweifelt und hilflos, weinte. Tja und die Einladung war mein Programm loszulassen, meine Sehnsucht ein Mann zu sein, der in der Lage ist Frauen zu einem One-Night-Stand auf Partys zu verführen. Und es war nicht leicht, wirklich unfassbar viel Frust hat sich in meinem System angeschaut, weil ich über ein Jahrzehnt das Muster nicht losgelassen habe und auch mit über 30 dieses Muster aktiv war, wenn ich auf Partys ging. Die Einladung vo Universum war, dass ich jetzt als 21jähriger die Entscheidung treffen konnte: ah ich war jetzt auf dem Openair, war jetzt nicht so geil, ich lasse es los, es liegt nicht auf meinem Weg und die freigewordene Energie kann ich ja jetzt für meine Berufung verwenden. Mein System zappelte und ich ging ein wenig durch und ja, ich konnte mein Muster aufgrund von Mustern noch zu Openairs gehen zu wollen loslassen, aber Frauen loslassen, das schaffe ich noch nicht.]

Scheiße, ich kann ihn nicht retten. Bin vorhin auf dem nach Hauseweg in den depressiven 19jährigen reingegangen. Er leidet, aber es ist nicht bereit den Raveranteil loszulassen, den er sich damals angeeignet hat, um dann wieder ein nichts zu sein, ein Bündel aus Selbsthass und Loser sein. Die Rolle, die Energie der kollektiven Jugendkultur rettet ihn, lässt ihn was cooles sein, lässt ihn tanzen, auch wenn er immer wieder wegen seines Schmerzes diese Spiegelungen anzieht. Er war auch cool und es war schön Teil der Raverszene zu sein. Magical Mystery. [Ein Film über die Raveszene Anfang der 90er, der mich sehr berührte und über den ich noch einen Blogeintrag machen wollte]

 

Text: Ich war ca. 19 Jahre alt. (Vielleicht 18, vielleicht 20)

7.2.
PECH
7 Klassen in 12 Schuljahren – immer Außenseiter.

Hatte nie Freunde, war Stubenhocker.

In Hellersdorf bin ich vonmeinem Scheiß (unlesbares Wort) nicht weggekommen. Beim Umzug nach Marzahn war ich auch superlange Stubenhocker. Ich habe nie gelernt mit Menschen umzugehen, ich passe nirgendwo rein und ich habe immer versucht coole Leute nachzumachen. Bloß das ist ein riesengroßer Fehler. Ich hatte immer große Fresse und tato so als ob ich Ahnung hätte, aber das schienen die Leute zu merken, zu dem sah ich auch noch scheiße aus.

Damals ne Freundin und mein Leben wäre viel Selbstbewusster geworden. Ich war noch nie Selbstbewusst und hatte ncihts drauf und ich lasse mich leicht verarschen. Ich konnte nie wirklich mitreden, wenn es um Autos, Computer, Handys, DJing (Musik) oder Klamotten ging, weil mich das alles nicht interessierte -> ich hatte nie Gesprächsthemen bei Mädchen -> ich habe ununterbrochen Scheiße erzählt, weil ich ja auch immer ne andere Meinung haben muss. Ein Jahr mit Stephan Feiern gewesen, superselten Mädchen angesprochen/ kennengelernt. Welches Mädchen soll denn was von mir wollen? Ich biete doch nichts. Oft habe ich es durch meine Komplexe kaputt gemacht. Wie soll mich ein Mensch mögen, wenn man sich selber hasst. Wenn ich mit Menschen rede/ unterwegs bin, bin ich permanent verstellt. Von meinen Komplexen versuche ich durch Konsumieren und Essen abzulenken. Ich wurde beim letzten Mal von Frauenname aus Mitläufer beschimpft, weil ich mich „entschieden“ habe Technot zu werden und das sei falsch und ich redete darüber auch völlig falsch. Werde jetzt von Männername voll extrem runtergemacht. Ich bin trotzdem Technot geworden, weil mir der Style gefällt und dafür, dass andere es vor mir hatten und ich es ihnen eigentlich nachmache dafür kann ich nichts.

Ich war bisher in „jeder“ Gruppe in der ich war unbeliebt. Klassen, Hertha, Jugendklubs, Fussballtraining, Urlaube, in der Eule [Tanzcafe für Jugendliche in Marzahn). Ich wollter immer dazugehören, aber ohne Selbstbewusstsein und wenn man sich selber runtermacht und anderen andauernd seine eigenen Schwächen zeigt ist es klar, dass man nur verarscht und runtergmacht wird.

Ich hoffe dass es mal eine Phase gibt in der ich glücklich bin über längere Zeit in meinem Leben, das ist mein sehnlichster Wunsch. Ich sehe Menschen mit Persönlichkeit, die Freunde haben und glücklich sind und ich laufe durch die Straßen und beneide alle Menschen. Sogar irgendwelche unintelligenteren Prolls, die haben ihre Freunde und machen sich über nichts nen Kopf und sind glücklich.

Menschen, die mich richtig runtergemacht haben: Aufzählung Männernamen, auf der Gesamtschule ein paar Rechte.

Ich habe immer nur Scheiße gebaut (Tadel bekommen, geklaut, geschlagen). Dafür hatte ich oft Pech: Wurde beklaut, wurde geschlagen. Mir passieren die dümmsten Sachen, ich verpeil total viel. Das was jetzt alles noch fehlt ist Körper, finanzielles Verhalten, Familie, ne Meinung. Ich hasse mich so und ich brauche einen Menschen, der mich liebt/ und den ich liebe oder einen mit dem ich wirklich reden kann.

 

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Spontane Säuberung am Landwehrkanal in Kreuzberg

Ich habe Lust, dieses Video, an dem ich beteiligt war zu teilen, gibt sicher ne Menge zu teilen zu dem Thema, aber das Netz ist ja voll damit. Auch so ein Phänomen, wie nah das Problem durch Social Media von verendeten Tieren ist, die an Plastik ersticken oder in ihren Mägen haben oder jetzt Mikroplastik aus Kosmetikprodukten über Fischkonsum wieder zurück zum Menschen kommt und in ihrem Körper aufgenommen wird und somit auch die Gesundheit beeinträchtigt. Und Gleichzeitig ist es soweit weg, es kommt mir vor wie eine Dissoziation, das Teilen über Social Media, wie ein Gewissen beruhigen, wie Bewusstsein schaffen ohne was zu ändern. Und klar es ändert sich was, es erreicht ja jetzt auch Mainstreammedien und es wird irgendwann die Politik erreichen, die dann aber wieder von der Industrie ausgebremst wird.

Naja bis dahin sammeln wir weiter Likes mit Videos von Privat Finanzieren Projekten, wo Leute Plastikmüll aus den Meeren fischen.

Ich hole mir auch hoffentlich ein paar Likes mit dem Video. Für mich fühlte sich das was Seanicy gemacht hat sehr lebendig an, sehr praktisch, sehr macherisch.

Aber vorher noch ein paar Gedanken von mir zum Thema:

Es ist schon ärgerlich, wie Leute ihren Müll im öffentlichen Raum entsorgen und noch so in einer Trennung leben. Sie verstehen, nicht, dass sie „ihrem Raum“ schaden. Und es ist nen Unterschied, ob mensch jetzt im Kino sein Popcorn stehen lässt, da am Ausgang drei bezahlte Angestellte stehen, die dann saubermachen oder ob, wie heute wieder erlebt eine S-Bahn einfährt und Leute an der Zigarette ziehen und die brennende Zigarette an der S-Bahn vorbei auf die Gleise fallen lassen. Genau wie Wasser ein Ort, wo es kaum Saubermachinfrastruktur gibt.

Ein weiterer zentraler Punkt ist, dass ich es nervig finde, dass bewusstes Leben so anstrengend ist und ich intensiv gegen einen Flow arbeiten muss, der mir im öffentlichen Raum mit den Fast Food Verpackungen und Einwegbechern angeboten wird. Es kann nicht sein, dass alles libertär gehandhabt wird und es dann meine individuelle freiheitliche Entscheidung ist, ob ich mich umweltbewusst verhalte oder nicht. Nein, darauf habe ich keinen Bock. Ich will, dass der Raum sich verändert und klare Strukturen schafft, dass die Umwelt geschützt wird, dass über Preise und Regeln Bewusstsein geschaffen wird. Das banalste Beispiel ist halt die Kostenpflicht für die Plastiktüte. Und ich will Sondersteuern oder höhere MwSt. für Verpackungsintensitität und Plastik.  Eine Ferrero Geschenkpackung aus Plastik oder ein Tüte Gummibären mit vielen kleinen Tüten Gummibären sollte höher besteuert werden, da nen Verbot sich eh nicht durchsetzen würde. Aber, das sind Maßnahmen, die sind nicht populär und der Aufschrei, der libertären Egostrukturen wird groß sein mit der Phrase, wer das nicht will, sollte das halt nicht kaufen.

Naja soviel dazu. Genießt das Video und teilt es gerne.

 

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I <3 MCU

Enthält #Spoiler zu MCU-Filmen.

FB-Video, das mich inspirierte jetzt loszuschreiben.

Eines meiner großartigsten Leidenschaften in dieser Inkarnation sind Filme. Ich bin so begeistert davon, dass in einer Welt, wo oft das Gefühl da ist, dass alles schonmal da gewesen ist, dass sie es schaffen immer noch innovativ zu sein.

Und ja mein Inneres Kind und ich lieben Superheldenfilme und so genoß ich auch die Vielfalt der Marvel-Held_innen und Bösewichte. Viele Archetypen wurden repräsentiert. Der Charismatische Milliardär mit Führungsausstrahlung, der so narzisstisch ist, dass er sich nicht in der Anonymität versteckt, der Patriot, die Spionin, der Zauberer, Leute vom Militär, das wütende innere Monster, der Sehende, die künstliche Intelligenz, der Zauberer/Magier, das Insekt, der Donnergott, der Opportunist, der Wissenschaftler, der König, der Student/Schüler.

Ich erkenne auch sehr viel Spiritualität in den Filmen. Am meisten bei Doctor Strange mit seinen Astralreisen, dem Öffnen des Dritten Auges, dem Beschützen vor Dämonen. Auch Wahnsinn der Bösewicht bei Doctor Strange, ein Riesiges Paralleluniversumsdämonwesen, was sich von Todesangst ernährt und das ewige Leben verspricht.

Auch großartig wie bei Black Panther eine Pflanze konsumiert wird und er zu den Ahnen reist. Alles Sachen, die für mich gar nicht so ausgedacht sind, sondern für mich Teil unserer Realität und ich bin dankbar, dass die großen Filmemacher das wieder in den Mainstream bringen wovon wir uns getrennt haben, seitdem wir uns als Gesellschaft von Schamanen und der Natur getrennt haben.

Im Übrigen auch toll der Sterbeprozess von Deadpool 2 (gehört jetzt nicht so MCU aber zu Marvel), der auch genutzt wird, um mit Verstorbenen in Kontakt zu gehen und Erkenntnisse aus der geistigen Welt zu bekommen.

Oder auch wie die Kämpfe der Götter aus der griechisch Römischen Mythologie miteinander ausgetragen werden, oder das ein Gott EGO heißt bei den Guardians und damit auch eine Qualität repräsentierte.

Ich sahe die Filme, die seit 2008 laufen. Aber erst als es Richtung Avengers Infinity War ging habe ich verstanden, dass die ganzen Filme in einem Kontext zueinander stehen, dass alle Filme 20 Filme dieses Epos aufbauen. https://www.moviepilot.de/…/alle-marvel-filme-in-chronologi…
Ich war schon vom Trailer weggeflasht, dass dann so viele Superhelden aufeinander prallen in wirklichen sehr interessanten Konstellationen. Bspw. hätte ich mir nie träumen lassen dass die Guardians of the Galaxy dann mit den Avengers verknüpft werden könnte (Achja Archetyp Baumwesen und in den 80ern hängen geblieben und eine Waisenfrau, die als Vater den Mörder ihres Volkes hat.)

Ich habe mir jetzt nochmal alle in der richtigen Reihenfolge angeschaut. Bspw. hatte ich mir Captain America Teil zwei und drei damals nicht angeschaut, weil ich die Figur nicht so mochte. Großer Fehler. Captain America – Civil War, war für mich falsch benannt. Eigentlich war es ein Avengers Film. Einer der wichtigsten, der neue Figuten wie Spiderman und Black Panther einführte und wo es einen Riesigen Clash gibt innerhalb der Avengers. Eine der besten und wichtigsten Szenen der ganzen MCU-Serie, wo die eine Hälfte der Avengers gegen die andere kämpft.

Sonntag schloß ich das 20 Filme suchten endlich mit Infinity War ab. Ich hasse es Filme zweimal zu sehen. Ich weiß noch wie ich beim ersten Mal bei Infinity War im Kino saß und es mir den Atem verschlagen hat. Ich wusste zu dem Zeitpunkt nicht, dass ein Avengers 4 geplant war. Ich konnte es nicht fassen wie der Film endete. Eine Überraschung die mindestens in einer gleichen Liga wie Fight Club ist und ich werde mich immer noch hüten zu spoilern.

Ich musste es mir aber ganz bewusst alles nochmal anschauen, dieses Mal mit dem Focus auf die Infinitysteine (Soul, Power, Time, Space, Mind und Realitystone) Eastereggs und die größeren Filmzusammenhänge zu achten.

Also meinen Riesenrespekt vor den Macher_innen. Die mit Abstand größte Filmreihe der Filmgeschichte. Wahnsinn was für eine kreative und überblickende Leistung dahinter steckt und auch Respekt an die Schauspielenden. Jetzt kommt noch Captain Marvel und dann Avengers 4 2019 in die Kinos. Dann mal schauen wie es weitergeht. Venom, der Archetyp des Dämons, bringt es ja wieder etwas runter, dass wirklich nur eine Figur in einem Film auftaucht. Aber vielleicht wird es ja noch größer, dass es Crossovers mit den X-Men oder den DC Superhelden geben wird. Wer weiß. Ich weiß nur, ich liebe Filme und ich brauche jetzt dringend eine Pause, der wie alles sein Licht hat, so hat es auch seinen Schatten: bei mir war es Ablenkung und Sucht.

Aber ich wollte meine Begeisterung einfach nochmal mit euch teilen.

 

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Demo Marsch für das Leben

Um jetzt meine Bloggingreihe abzuschließen, hier noch ein kurzer Bericht zu meiner Teilnahme am Marsch für das Leben. Am Hauptbahnhof musste ich mich erstmal durch die Gegendemo kämpfen. Eine kleine Zumutung für die Stimmung, sich gleich zu Beginn so provozieren lassen zu müssen. Ich traf zwei Freund_innen auf der Gegenseite, die in Bunten Kostümen für das Frauenrecht demonstrieren wollten. Auch mit ihnen unterhielt ich mich lange und brachte meine Argumente. Ich spüre eine Arroganz in dem Satz, dass ich mir ne gewisse Tiefe und ein Verständnis in dem Thema zuschreibe, das ich anderen abschreibe. Ich sehe so klar einen blinden Fleck in der „my Body – my Choice“ Phrase, den ich mal mit einer symbolischen Bild aufdecken möchte:

 

Weiterhin wurde das Wort Weltbild verwendet gegenüber meiner Position. Das resonierte nicht. Ich hatte früher Weltbilder, bspw. wenn ich mir was mental durch Medien, durch meine damalige Partei, durch das Außen übernehme oder integriere. Aber es gibt Sachen, die sind größer als „Welt“bilder und größer als nur mit dem Mentalkörper zu erfassen. Es geht auch um Positionen, die emotional und spirituell zu erfassen sind oder, die ich mir aufgrund meiner Erfahrungen jetzt von innen heraus kreiere. Naja, weiter kam dann nur das Argument, dass eine Beatrix von Storch letztes Jahr an der Demo teilgenommen hat, was ich nicht wusste. Aber auch wieder so what. Auch die AFD ist Teil dieser Gesellschaft, sie repräsentiert 15% der Wähler_innen bei der letzten Bundestagswahl. Ich kann doch nicht wegen ein paar christlichen Fundamentalist_innen oder Rechtsgerichteten Personen das Anliegen vom Trauermarsch diskreditieren. Ich werde mit Sicherheit auch Menschenfeindliche Positionen bei den Gegendemonstrant_innen finden, zumal da viele Antideutsche rumrennen.

In einer Diskussion meinte ein Mann, dass es sich bei einem Fötus doch nur um einen Fetzen Gewebe handelt, ich erwiderte, dass sowas wie er – ein Mensch – aus diesem Gewebe entstehe und dass er nicht hier stehen würde, wenn er abgetrieben worden wäre. Die Reaktion war, und wenn schon, ein Mensch weniger. Ich war überrascht über diese Aussage und spürte Selbsthass als Energie dahinter. Sich selber so wenig wert zu sein spiegelt schon ne krasse Trennung wider.

Ich teile mal die weiteren Sprüche von den Gegendemonstrant_innen, die wir uns die ganze Zeit während des Schweigemarsches anhören mussten.

„nie wieder Deutschland“, „hätte Maria abgetrieben, wärt ihr uns erspart geblieben“, „wir sind die Perversen, wir sind euch auf den Fersen“, „eure Kinder werden so wie wir“ … ein wirrer Gegendemonstrant schrie in die Demo, dass Jesus ans Kreuz gegangen ist und wir es ihm nachtun sollen (im Sinne von Sterben), da wir dann eine gute Tat verbringen würden, gleich ein paar Meter weiter gab es „Wir sind friedlich, was seid ihr“-Rufe in Richtung Polizei, was ich sehr witzig fand, da ich die Gegendemonstration als sehr aggressiv und Invasiv empfand mit Sitzblockaden und rumrennen in unserer Demo.

Den Besten Spruch fand ich „für die Freiheit, für das Leben, Fundis von der Straße fegen“, denn den würde ich eins zu eins übernehmen und der Gegenseite zurufen.

Auf Seite der sogenannten christlichen Fundamentalist_innen sah ich folgende Sprüche. One Child – one Choice, Nie wieder „unwertes Leben“, „gegen Euthanasie und Selektion“ (bspw von weiblichen Föten), „echte Männer“ übernehmen Verantwortung und auch Sprüche pro §219 … auch in den Reden hörte ich weder Extremismus, noch Fundamentalismus, noch das Wort Abtreibungsverbot noch die von den Linken vorgeworfene Heteronormativität. In einem Beispiel in der Predigt sprach der Pfarrer (oder so ähnlich) von einer alleinerziehenden Mutter, dessen 15jährige Tochter schwanger wird. Der 17jährige Vater nahm Abstand und ihr wurde zur Abtreibung geraten. Sie machte dann aber ein Jahr Schulauszeit und bekam mit Unterstützung das Kind. Er zitierte aus der Bibel irgendwas mit Last verteilen, was erst Widerstand von meinem „Eigenverantwortungsprogramm“ auslöste, aber in seiner Predigt machte es Sinn, dass es darum geht sich in der Gesellschaft solidarisch zu unterstützen und auch mal eigene Einbußen hinzunehmen um einer größeren Sache zu dienen.

Ich kann nur ganz klar wiederholen, dass ich die Gegendemonstrant_innen voll in einem aus einem manipulierten, dogmatischen, Ideologischen Film heraus handelnd wahrnehme. Wie aus einer Blase, eine Brille, welche die Realität verzerrt. Sie waren laut und invasiv störend, während der Marsch für das Leben die ganze Zeit in Stille verweilte.

Ich habe meine Mitdemonstrant_innen sehr dafür beneidet, dass sie alle ruhig liefen und sich überhaupt nicht provozieren ließen. Das ist eine Erwachsenenfähigkeit in die ich noch reinwachsen muss.

Ich war in meinem ADHS-Modus, Aufgrund meiner Hochsensibilität konnte ich mich kaum drauf einlassen einfach nur schweigend am Trauermarsch teilzunehmen, ich war mit meiner Aufmerksamkeit im Außen. Ein Typisches Muster bei mir, ich fühlte mich die ganze Zeit eine Art Grenzüberschreitung und fühlte mich provoziert. Gleich am Ausgang vom Hauptbahnhof griff eine Gegendemonstrant einen Mann an und versuchte sein Schild zu entreißen. Ihr passte der Spruch „Abtreibung ist eine Todsünde“ nicht. Später im Gespräch sagte sie, dass sein Spruch eine Todsünde ist. So witzig, dass sie bei ihm kritisiert, weil sie sich selber anmaßt, festzulegen was eine Todsünde ist oder nicht. Ich habe keine Lust den Spruch zu verteidigen, er spricht ja für sich und gibt seine Haltung kund. Auch Muslime sagen ja Ungläubig sein ist eine Sünde und wir kommen alle in die Hölle. Insofern einfach ganz normaler religiöser Scheiß, der in unserer Gesellschaft akzeptiert wird. Ich schubste sie instinktiv weg als sie gerade versuchte das Plakat zu zerstören, um den Mann zu schützen und sein Recht auf unversehrt an einer Demonstration teilzunehmen zu schützen. Gern geschehen. Die Ganze Zeit war ich in einer Art Krieger-Modus, der aber auf der Lichtseite ist, die Schwachen beschützt vor den Aggressor_innen.

Am Ende gab es einen Gottesdienst mit Gesang. Ich setzte mich ziemlich weit nach vorne auf den Stein, so nah an die Lautsprecher, dass endlich ich mal die Sprechchöre nicht mehr hören musste. Ich sackte vor Erschöpfung in mich zusammen und tauchte in die Energie der Musik und der Gebete ein, auch wenn ich mich innerlich von so einiger Christenrhetorik abgrenzte, öffnete sich mein Herz. Mein Herz öffnete sich aufgrund mancher Textzeile. Ich spürte erstmalig eine heilige Maria-Energie, welche Unschuld repräsentierte, ich ließ die Energie durch mich strömen und fühlte auch meine dunklen Anteile, meine Schuldgefühle. Ich betete, verband mich mit Jesus, der für mich für Vergebung steht und dem ich bereits auf einer Ayahuascareise sehr intensiv begegnete.

Danke für diesen Marsch für das Leben. Meine Intention ist jetzt, das Thema radikal loszulassen und in mir Raum für anderes zu schaffen. Der nächste Trauermarsch ist am 21.9.19. Da werde ich wahrscheinlich wieder teilnehmen, einfach weil mir das Thema dennoch sehr wichtig ist und das für mich eine der wichtigsten Demos ist. Es geht um die Kinder, die ungeborenen Leben, die keine Choice haben, die leiden, die getötet werden von der Instanz von der sie sich eigentlich liebe erhoffen. Würde mensch stellvertretend die ungeborenen Kinder fragen, ob sie wegen der finanziellen Probleme der Mutter oder der Abwesenheit des Vaters doch lieber abgetrieben werden wollen würden, würden die Kinder sicherlich nicht ja sagen, weil die noch im Feld der Liebe sind und sich ihre Eltern und ihre Geburtssituation ja schon auf einer sehr hohen Ebene ausgesucht haben.

Ich beende den Blogeintrag mit einem Video, das ich gerade gesehen habe welches gerade Licht (Sonne) und Kinder verbindet. So süß 😉

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Marsch für das Leben – What the Fuck

Ich komme um 17 Uhr nach Hause, bin erschöpft. Ein Teil von mir sagt, ruhe dich aus, gebe dich deiner Erschöpfung und deinen Gefühlen hin und gehe nach Innen. Ein anderer Teil sagt, nö, ich gehe jetzt raus zu einem erlebnisorientierten Spaziergang. Ein bekanntes Pattern von mir, eine Erlebnissucht, eine Angst was zu verpassen, das Bedürfnis im Außen zu sein, Energie zu bekommen, getriggert zu werden und so an Themen und an Gefühle ranzukommen. In mir läuft auch ein Borderlineprogramm ab. In mir gibt es auch eine Sehnsucht nach Gemeinschaft, einer Gruppe, die mit meinen Werten und Idealen identisch ist. Aber wo ist die Gemeinschaft, meine Position ist, dass ich mich ziemlich in der Mitte wahrnehme und das Thema mir gleichzeitig wichtig ist. Der Mitte ist das Thema aber egal, weil sie die aktuellen Gesetze so wie ich OK finden und es keinen Grund für eine Demo gibt, den gibt es für die Smash $218 & 219 Leute, sowie für Abtreibungsgegner. Die jeweilige Gruppe kreiert ein Gemeinschaftsgefühl, wir gegen die anderen. Ich habe zu beiden Gruppen eine Ambivalenz. Ich fühle mich verbunden mit dem Marsch für das Leben und bin dankbar, dass sie Energie in dieses Thema stecken und das organisieren, gleichzeitig grenze ich mich von gewissen Flügeln und Werten der Teilnehmenden ab. Zu meiner Widersprüchlichkeit, die ich heute auf der feministischen, Antikapitalistischen, Antipatriarchialen, Pro-Choice Smash §218/§219 StGB komme ich jetzt.

Ich ging hin um mich reinzufühlen und auch um mich triggern zu lassen. Ich kam nicht mit der Intention Stress zu machen oder meine Haltung zu politisch zu demonstrieren. Ich war in der Rolle eines Demobeobachters. Ich lief deutlich neben der Demo her im einem gewissen Abstand und fühlte.

Ja, witzig, dass gerade die Leute, welche die Abtreibungen mit lauten Bässen feiern den Slogan „für das Leben“ führen. Vielfältig ist auch keine Option, da ihnen ein Lebensstil, der nicht in ihre Vorstellung von „bunt“ passt abgelehnt wird und somit innerhalb des Bunt seins eine Trennung gibt. Naja Vielfältig und Grenzenlos sind auch Begriffe über die mensch auseinanderphilosophieren könnte.

Auf dem Plakat stand „weg mit der heteronormativen Kleinfamilie“. Das fand ich echt heftig mit so einer Botschaft durch die Innenstadt zu ziehen. Ihre Welt soll so bunt sein, dass diese Option verschwindet. Ich sprach die Transpiträgerin an und bekam eine relativierende Antwort im Intellektuellensprech, dass damit ja nur eine Norm gemeint sein soll. Ich erwiderte, dass das nicht deutlich wird aus dem Plakat und beließ es dabei.

Immer und immer wieder wurde die Gegenseite in den Kundgebungen nur als Fundamentalist_innen betitelt. So witzig, dass sie einerseits mit dem Sterben von Frauen durch illegalisierte Abtreibungen argumentieren aber hier das Wort Abtreibung, was mit einer Tötung assoziiert ist auf einen lebenden Politiker beziehen. Deutlich geschmacklos, deutlich eine Grenze überschritten. Und für mich ist das Fundamentalistische glasklar eine Projektion eines Schatten dieser Gruppe.

Es gab in einer Zwischenkundgebung eine Rede in der alles Religiöse und alles Esoterische mit knallharten Worten, die keinen Zwischenraum duldeten abgelehnt wird. So eine heftige Rede habe ich noch nie gehört. Sie lehnten klar jede Alternative zum Materialismus ab. Wow, das habe ich zum ersten Mal so konkret auf einer Linksradikalen Demo gehört. Sie redeten davon dass alles nur ne Ersatzbefriedigung ist für Bedürfnisse, wie bspw. Gemeinschaft und das nichts, also wirklich gar nichts mit höheren Prinzipien erklärt werden darf. Sie forderten auch die Hörenden auch dazu auf, dass jegliche Linke, die anfangen Esoterisch zu argumentieren und jegliche Feminist_innen, die ihre Position von Naturgeistern ableiteten aus ihrer Gemeinschaft auszuschließen sei. Wow, die Rede hat gesessen, scheiße, dass ich sie nicht aufgenommen habe, ich hoffe, ich finde einen Mitschnitt im Netz.

Der größte Trigger des Abends war als der Weg-Bassen-Wagen das Lied „New World Order“ von Mister X & Mister Y spielten, ein Project von Westbam und Africa Bambata.

>NEW WORLD ORDER< auf einer von antideutschen eingenommenen Demo. So SIC.

Im Übrigen wurden die Demoteilnehmer aufgerufen den Trauermarsch zu einem Desaster zu machen, indirekt immer wieder zu Stören, es wurden juristische Hinweise durchgegeben usw.

Verbundenheit

Es gab auch einen Anteil in mir der mit der Demo resonierte und mit einigen Parolen. Klar, es gibt in mir ja auch noch einen Anteil, der früher auf antifaschiste Demos gegangen ist oder zum 1.Mai bspw. Ein Teil davon ist noch damit identifiziert und freute sich über Parolen wie „Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchiat“.

Weiterhin genoß ich die harten Beats des Wegbassenwagens. Es war richtig geiles Elektro, bspw. die Elektroversion von Nirvanas Come As You Are. Ich musste an den Suizid von Kurt Cobain denken und war berührt.

Es waren durchweg junge Leute, die Stimmung war ausgelassen, eine Artistentruppe in Pink machte unterhaltsame Moves. Ich ging in eine meditative Haltung, ließ meinen Mentalkörper los, vergaß die politischen Botschaften und tauchte radikal ein in den Moment. Was ich in der mentalen Stille wahrnahm, war Energie, Raumeinnehmen, Lebendigkeit, Gemeinschaft. Ich öffnete mein Herz für meine Wahrnehmung, aber auch meinen Schmerz, meinen Hass und meine Verachtung. Zwischendurch sah ich eine Frau, die der Mutter meines Kindes ähnlich sah und für ein Sekunde schoß ein Bild wie ich ihr auf die Fresse hauen, dafür, dass sie mein Kind getötet hat durch mein System. Ich ließ es durchfließen und entspannte mich auch gleich wieder.

Ich wollte die Musik und die Energie der Demo in einem kurzen Video einfangen, ich dachte daran es zu dokumentieren und für die Leser_innen meines Blog zu verwenden. Ich hatte weiter keine böse Absicht. Aber die Leute reagierten auf mich, kamen instamäßig auf mich zu und wollten mich davon abbringen. Ich blieb ruhig und argumentierte dass das eine öffentliche Demo ist. Ich hatte dann das erste längere Gespräch mit einem Demoteilnehmer. Ein Typisches Muster, wie ich in borderline in Kontakt gehe, Verbindung herstelle: über einen Konflikt. Ein Anteil freute sich über den Kontakt, über das Gespräch. Ich konnte meine Argumente bringen, die ich auch in dem Video heute teilte, direkt an den Mann bringen, als sie einfach nur im Netz stehen zu haben. Ich erzählte von Familienaufstellungen und dem Leid was durch Abtreibungen entsteht. Er erzählte, dass er mit seiner Mutter hier ist, die auch abgetrieben hat. Weiter bekam ich nichts raus, wie es ihr damit geht bspw. Am Ende beendete er das Gespräch mit der Phrase „naja, mir sind Frauenrechte trotzdem wichtiger“ und ich verließ den Kontakt mit einer kleinen Enttäuschung und Bewertung, dass mir die Tiefe fehlte.

Eskalation

Ich lief weiterhin in mich ruhend und aufgewühlt gleichzeitig neben der Demo her. Und ich betone nochmal, dass ich nicht vorhatte Stress zu machen. Im Gegenteil ich versuchte immer wieder mein Herz zu öffnen. Es wurde Enger. Zwischen Oranienburger Str. und S Hackescher Markt wurde die Str. sehr eng und der Gehweg schrumpfte auf einen Meter. Vor mir sah ich eine Rangelei. Ein Mann Vergriff sich mit einer Hand im Arm eines anderes Mannes und mit einer anderen Hand zerriss er Flyer. Ich schnallte natürlich sofort intuitiv, dass es sich um einen Gegendemonstrant handelte, der von einem Linken angegriffen wurde und ging sofort mit meiner körperlichen Präsenz dazwischen und stellte mich schützend vor dem Menschen, der angegriffen wurde. Tadaa, da hatte ich mein Erlebnis. Ich kann nicht ausschließen, dass es einen unterbewussten Anteil in mir gab, der sich diese Action gewünscht hat. Sofort reagierten in dem Engen Raum die Demoteilnehmer an. Es standen Frauen vor mir. Ich stand auf dem Bordstein, sie davor, das half meiner Präsenz und auch, dass ich keine Angst haben musste. Sie pöbelten dann minutenlang auf mich ein. Der Demozug kam zu stehen. Dreißig Personen richteten ihre Augen auf mich. Ich blieb weiterhin ruhig und präsent und erklärte ganz ruhig, dass es Gewalt gab und ich nur dazwischen gegangen bin. Ich wusste, dass ich ihnen keinen Grund geliefert hatte, auf mich loszugehen. Ich hielt mich mit meiner politischen Meinung bedeckt. Eine dicke pöbelnde Punkerin mit vielen Pickeln im Gesicht sendete ordentlich Energie. Ich spürte es als Hochsensibler, dass sie ordentlich Themen hatte und setzte meine Grenze, dass sie aufhören soll mich anzupöbeln und dass ich ihre Energie unangenehm fand. Wieder keine beabsichtigte Provokation, ich rede so, es war meine Wahrheit. Eine Freundin von ihr, reagierte auf das Wort Energie als ob ich sie beleidigt hätte. Vergesse immer meine Spirisprache abzustellen, bzw. habe ich verlernt in solchen Situationen das zu sagen, was ich sagen will ohne Spirisprache. Ich mutmaßte, dann in Circlingkommunikation dass sie sicherlich süchtig sei. Puh, dann stand sie vor mir und äffte mich nach. Die Situation war unübersichtlich. Ich wurde von mehreren Leuten angeschrieen, dass ich gehen soll. Ich sagte ganz ruhig, dass ich das nicht tun werde, da ich je wegen der Demo hergekommen bin. Sie drängte mich massiv zu gehen, sagten, dass ich unerwünscht bin. Eine Frau rief lautstark in den Mob, wer möchte, dass dieser Mann geht und die Leute reagierten entsprechten. Ich fragte ganz ruhig in die Menge rein, wer denn mitbekommen habe, was passiert sei und was mir vorgeworfen wird. Da waren sie alle ruhig. Es ist eine interessante Erfahrung vor so einem Mob zu stehen und ja ich schreibe das hier gerne, weil dieses irrationale Mobphänomen nicht nur die Rechten betrifft, dieses Phänomen kann ganz schnell auch mit Feindbildern hochgeputschten Linken auftreten. Naja soviel zum Thema „My Body – My Choice“, wenn sie mir sagen, dass ich gegen meinen Willen meinen Körper da wegbewegen soll.

Dann kam noch ein Altlinker, um die 55 Jahre mit einem Weißen Zopf und einem Antifascista Pullover. Ziemlich spät und ich war mir sehr sicher, dass er zu null Prozent mitbekommen hat, was passiert ist, geschweige denn nachgefragt hat. Er hat nur die Energie, die gegen uns gerichtet war gespürt und ließ den Aggressiven Macker raushängen und schubste ihn und mich gewaltig weg, was schon eine brenzliche Situation war, ich konnte mich nicht wehren, sonst wäre der Mob auf mich losgegangen. Zum Glück ließ der Mann nach je einem Schubser von uns ab. Die Polizei kam und klärte die Situation ich wurde dann noch vom Mob angefeindet, weil ich mit der Polizei sprach. Sehr witzig, dabei waren sie es, die sie zur Hilfe geholt hatten. Sie nahmen meinen Person für eine Zeugenaussage entgegen, weil der andere Mann, der sich bei mir für meine Zivilcourage bedankte eine Anzeige machte und dann ließ die Polizei mich auch schon wieder zur Demo gehen. Dieses Mal waren sie ganz nett, ich kenne auch Situationen, wo sie mich ne Stunde festgehalten haben wegen Personalausweiskontrolle.

Ich ging wieder zur Demo. Kleingruppen kamen auf mich zu und redeten auf mich ein. Mit Fragen, die eigentlich Botschaften waren, wieso, ich denn noch hier bin. Und sie fragten durcheinander und ich wusste nicht wohin mit meinem Focus. Ich klärte also vorab mir den Raum mit zwei Sachen. Erstens der klaren Ansage, dass ich nur mit einer Person rede, zweitens mit der Frage, ob sie überhaupt eine Antwort wollen. Mich ärgerte es dass sie erst dann wirklich zuhörten und sie mich die ganze Zeit immer so als Feind labelten, obwohl ich mich nicht aktiv böswillig verhalten habe.

Wenn ich dann Raum bekommen hatte, antwortete ich immer wahrheitsgemäß und rhetorisch einigermaßen geschickt und klar auf die Fragen. Ich sagte, dass ich einen Schmerz wegen einer Abtreibung hatte und dass ich hier bin um das zu fühlen. Ich konnte auch immer geschickt mit den Leuten connecten, da uns ja auch Themen verbanden. Ich freute mich über den Kontakt und dass ich Raum zum Sprechen bekam, es war mir wichtig von denen gehört und gesehen zu werden, den Dialog zu suchen, einen kleinen Tropfen ins Feld zu geben und den Blinden Fleck, den ihre Ideologische Rhetorik hat zu schließen. Den Schmerz und die Kinder, die systematisch ausgeblendet werden.

Erkenntnis

Ich ging wieder in Stille weiter neben der Demo her und blieb bis zum Ende bei der Musik. Mir war klar, dass ich das Thema nach diesem WE loslassen möchte. Es nimmt gerade zuviel Raum in meinem Leben ein und es hält mich fest. Ich wusste, dass ich dazu die Wut und Verachtung klären müsste, ich weiß, dass es meins war. Mental konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen, meine Verachtung und Bewertung gegenüber „den Unbewussten“, gegenüber den Verlorenen Materialist_innen, die sich in der Party, Verkopftheit, Kiffen, Alkohol ungeschütztem unheiligem Sex verlieren loszulassen. Und klar, ich habe natürlich nen Programm in mir, das weiß, dass die Projektionen mein Shit sind, diese Reflektion allein, hilft aber noch nicht beim Loslassen.

Ich öffnete mein Herz und innerhalb von einer Sekunde schoß eine energetische, Nichtmentale Erkenntnis durch mein System, das ich hinterher mental zusammenbasteln muss: Die Demo repräsentierte meinen Vater, der wollte, dass ich abgetrieben werde. Deswegen die Verachtung, der Hass und das bedroht fühlen. Gleichzeitig gab es eine Identifikation mit der Demo, stellvertretend für meinen Vater. Eine Verstrickung aus Liebe, ein Embryo, dass ja irgendwie Sinn finden möchte, in dem was der Vater will. Ein Teil, in mir übernahm den zerstörerischen Willen des Vaters (=Dämon), genährt von Selbsthass (Schatten), den ich mir ja auch kreiert habe, nachdem mein System mitbekommen hat, dass es vom Vater abgelehnt wird.

Tja, interessante Erkenntnis. Für die hat es sich dieser Spaziergang mit dem ich über meine Grenzen gegangen bin doch gelohnt. Gute Nacht und bis morgen beim Marsch für das Leben.

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